GA 03|2015

Herausgeber: em. o. Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien

Zum Geleit

  • Patient-reported Outcomes in der Onkologie

    Lange Zeit waren ausschließlich Überlebenszeit und Morbidität ausschlaggebende Kriterien zur Evaluation onkologischer Therapien. In den vergangenen Jahrzehnten ist nun zunehmend das Bewusstsein für die Notwendigkeit subjektiver Parameter zur Beurteilung von Gesundheitszustand und Behandlungsauswirkungen gewachsen, deshalb wird der Einsatz von sog. Patient-reported Outcomes (PROs) in klinischen Studien gefordert.

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Editorial

  • Krebs-Vorsorge: Facts and Fiction am Beispiel der Mammografie

    Als Vorsorgemediziner werden wir nicht selten von einer Patientin mit dem Wunsch konfrontiert, alle Untersuchungen zu veranlassen, um bei ihr „Krebs zu verhindern“. Neben der gynäkologischen Kontrolle mit zytologischem Abstrich (sowie ev. auch HPV-Diagnostik) und Vaginalsonografie werden „komplette“ Blutbefunde inkl. Bestimmung von Tumormarkern und zumindest 1-mal jährlich eine Mammografie gewünscht.

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Seite des BÖG

  • Wir laufen in eine gefährliche Falle

    Der Wunsch, unsere Mutter-Kind-Pass-Honorare nach 20 Jahren endlich der Inflation anzupassen, ist redlich, warum das nicht von allen KollegInnen und standespolitischen Vertretern so gesehen wird, bleibt ein Rätsel.

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Focus: BGGF UND OEGGG – gemeinsame Jahrestagung 2015

  • Einleitung

    Die Jahrestagung der Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (OEGGG) findet heuer wieder – wie alle zwei Jahre – als gemeinsame Veranstaltung mit der Bayerischen Gesellschaft für Geburtshilfe und Frauenheilkunde (BGGF) statt. Nachdem bei der letzten Kooperationsveranstaltung 2013 mit Innsbruck ein österreichischer Austragungsort zum Zug gekommen war, hat diesmal München die Ehre des Schauplatzes.

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  • Hereditärer Brust- und Eierstockkrebs – Erkrankungsrisiken und Berechnungsmodelle
    Klinische Bedeutung von BRCA1- und BRCA2-Mutationen: Die überwiegende Mehrzahl aller Mammakarzinome tritt sporadisch auf, d. h. ohne dass eine familiäre Häufung auffällig wäre. In 20–30 % der Brustkrebsfälle sind jedoch familiäre Aggregationen von Brustkrebsbetroffenen bekannt, und in etwa der Hälfte ...Weiterlesen ...
  • Gibt es noch eine Indikation zur Axilladissektion?
    Die axilläre Lymphknotendissektion (ALND) wird nach wie vor als therapeutischer Standard bei Patientinnen mit Mammakarzinom und metastatisch besiedelten Lymphknoten angesehen. William Halsted hat 1894 die radikale Mastektomie mit der systematischen Lymphknotenentfernung als optimale operative Therapieform etabliert. Dieser Standard änderte sich ...Weiterlesen ...
  • Fertilität bei Tumorpatientinnen
    Dank verbesserter Therapieoptionen nahm die Überlebensrate onkologischer Patientinnen in den letzten Jahrzehnten deutlich zu. Der Preis dafür ist allerdings ein Leben mit den Langzeitfolgen der Krebstherapie. Eine Nebenwirkung vieler onkologischer Therapien ist die Schädigung der Gonaden. Speziell Alkylantien, Bestrahlungen im ...Weiterlesen ...
  • Hormone und Krebs
    Hormone gehören zu den wichtigsten Risikofaktoren für das Mammakarzinom und bestimmter Genitalmalignome. Dies trifft sowohl für endogene Hormone als auch auf endokrine Interventionen zu. Darüber hinaus wurde in den letzten Jahren ein besseres Verständnis über die Bedeutung von metabolischen Faktoren ...Weiterlesen ...
  • Hat der Forceps noch eine Bedeutung?
    Bei der Beantwortung dieser Frage wurden folgende Kriterien berücksichtigt: Lehrbuchwissen, wissenschaftliche Erkenntnisse und persönliche Erfahrung. Indikationen zur transvaginalen operativen Entbindung sind: kardiopulmonale oder zerebrovaskuläre Erkrankungen der Mutter, protrahierter Geburtsverlauf, Geburtsstillstand, intrauterine Asphyxie, aber auch Erschöpfung der Gebärenden.
    Voraussetzung für eine ...Weiterlesen ...
  • S2k-Leitlinie: Descensus genitalis – was ist neu?
    Leitlinien bestimmen heute zunehmend das Handeln in Klinik und Praxis. Sie liefern die für Diagnostik und Behandlung geforderte Evidenz und machen damit die Patientenbetreuung transparenter und sicherer. Im begründeten Einzelfall darf von einer Leitlinie jedoch abgewichen werden. In Kürze wird ...Weiterlesen ...

AGO Austria

  • Ovarialkarzinom-Rezidiv – welche Therapieoption wann und warum?

    Gynäko-onkologisches Frühjahrs-Symposium:

    Charakteristika des Ovarialkarzinoms: primär hohe Chemosensitivität, jedoch hohe ­Rezidivierungsrate, Neoangiogenese als wichtiger Faktor der Tumorprogression, fast die Hälfte der Karzinome mit Störung der homologen Rekombination (20 % BRCA-mutiert). Allen ­Patientinnen mit epithelialem OC wird eine genetische Beratung empfohlen.

    Medikamente für die unterschiedlichen Rezidivzeitpunkte: zu den klassischen platin-basierten ­Chemotherapie-Kombinationen mit Gemcitabine, pegyliertem liposomalem Doxorubicin und Paclitaxel sind nun auch der Angiogenesehemmer Bevacizumab, PARP-Inhibitoren und Trabectedin zugelassen.

    Weil das Rezidiv nach wie vor inkurabel ist, besteht ein besonderer Fokus auf der Palliation ­krebsbezogener Symptome und Optimierung der Lebensqualität, besonders bei Platinsresistenz mit infauster Prognose.

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  • Die AGO-Preise 2015

    Die AGO setzt mit hoch dotierten Preisen, die alljährlich bei der Jahrestagung überreicht werden, wichtige Akzente zur Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Auch der international renommierte Wertheim-Preis der AGO Austria wird im Rahmen der Jahrestagung verliehen.

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Gynäkologische Onkologie

  • Mammografiescreening in Österreich

    Seit Jänner 2014 in Österreich ein allein auf einem Einladungssystem basierendes ­Brustkrebsfrüherkennungsprogramm.

    Alarmiert durch ernüchternde Teilnahmeraten erfolgten im 2. Halbjahr strukturelle Nachbesserungen (e-Card-Freischaltung, erleichtertes Opt-in für Frauen außerhalb der primären Zielgruppe etc.).

    Zu fordern ist die Wiedereinbindung von Allgemeinmedizinern und Gynäkologen als Zuweiser zur ­Erhöhung der nach wie vor vom Ziel weit entfernten Teilnahmeraten.

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  • Update und neue Entwicklungen zur HPV-Impfung

    Derzeit sind 2 Impfstoffe erhältlich: der bivalente Impfstoff Cervarix® gegen HPV-Hochrisikotypen 16 und 18 und der quadrivalente Impfstoff Gardasil® gegen HPV 6, 11, 16, 18 (auch für Buben und Männer zugelassen).

    Österreich ist das erste europäische Land, in welchem Mädchen und Buben geimpft werden (seit 2014 Schulimpfprogramm).

    Im Laufe des nächsten Jahres wird in Europa die Verfügbarkeit einer nonavalenten Impfung erwartet.

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Gynäkologie & Geburtshilfe

  • Thromboserisiko bei oralen Kontrazeptiva – Patientinnenaufklärung und forensische Problematik

    Die seit den Anfangsjahren der kombinierten oralen Kontrazeptiva bekannte leicht erhöhte Thromboseneigung ist abhängig von der Art des eingesetzten Gestagens.

    Bei Vermarktung des „Gewichts-Vorteils“ von Gestagenen der 3./4. Generation mit zusätzlich leicht erhöhtem Thromboserisiko besteht Gefahr der Selektion von ohnehin thrombosegefährdeten Patientinnen mit Gewichtsproblemen.

    Das Risiko lässt sich durch gute Anamnese, überlegte (Weiter-)Verschreibung und die Vermeidung thrombogener Situationen deutlich einschränken.

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  • Bakterielle Vaginose in der Schwangerschaft

    Bakterielle Vaginose (BV) ist gekennzeichnet durch Fehlbesiedelung der Scheide mit anaeroben und fakultativ aeroben Keimen auf Kosten der physiologischen Laktobazillen-Flora.

    Pathogenese: synergetische Mechanismen von diversen Vaginalkeimen, insbeson­dere Anaerobiern, unter dem Einfluss von Stress, hormonellem Ungleichgewicht, Antibiotika­therapie etc.

    Bei Schwangeren mit BV ist das Risiko einer Frühgeburt um das 2–4-Fache signifikant erhöht.

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  • Phytotherapie von Menopausebeschwerden – Wirksamkeit und Sicherheit von Isoflavonen

    Sekundäre Pflanzenstoffe aus Soja und Rotklee aus der Gruppe der Isoflavone haben sich bei klimakterischen Beschwerden bewährt.

    Phyto-SERMs: Isoflavone binden ausschließlich am Östrogenrezeptor β, über den sie auch einen Schutzeffekt vor überschießender Proliferation, vor Knochenabbau und des Herz-Kreislauf-Systems vermitteln.

    Eine Vielzahl von Studien zur Sicherheit belegt nicht nur das Fehlen von tumorpromovierenden Effekten, sondern sogar präventive Effekte der Isoflavone.

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  • Medizingeschichte: Schauta und Wertheim – der operative Zugang beim Zervixkarzinom

    Beim vaginal-operativen Zugangsweg von Friedrich Schauta bei Patientinnen mit ­Zervixkarzinom war die primäre Mortalität gegenüber dem abdominalen Zugangsweg (damals über 70 %) deutlich geringer.

    Die abdominale Wertheim-Operation setzte sich schließlich durch: aufgrund ihrer umfassenderen ­Radikalität konnte eine 5-Jahres-Heilung von rund 20 % erreicht und durch Weiterentwicklungen die ­primäre Mortalität auf 11 % gesenkt werden.

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Frauengesundheit

  • Wirkung von Ernährung und Bewegung – Lifestyle-Einfluss bei Krebs und in der Menopause

    Durch regelmäßige, individuell angepasste Bewegung/Sport bessern sich nicht nur die ­Verträglichkeit der Krebstherapie und die Lebensqualität, auch das Rezidivrisiko wird gesenkt.

    Das Anstreben von Normalgewicht bei Krebs ist mittelfristig sinnvoll, aber ein Verlust an ­Muskelmasse sollte auf jeden Fall verhindert werden.

    In den Wechseljahren tragen Ernährungsmodifikation, Bewegung, aber auch Entspannungsstrategien zur Linderung von Beschwerden bei.

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  • Die Bedeutung der Darmbakterien für den Frauenarzt

    Die Darmbakterien-abhängige Resorption von Eisen, Magnesium und Kalzium ist für viele „frauenspezifische“ Vorgänge von Bedeutung.

    Verschränkung von Darmflora und Vaginalmilieu: Ein Fehlen von Laktobazillen und ein Überwiegen von Candida und E. coli im Darm können zu chronischen Vaginosen führen, die durch eine Korrektur der Darmbakterien behandelbar sind.

    Eine verzögerte Besiedelung bei Sectio hat möglicherweise auf die Ausbildung des Immunsystems und auf epigenetische Prägungen Einfluss.

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  • Inkontinenz: keine Erstattung für innovativen Ansatz

    Die als Folge der Inkontinenz entstehenden Kosten (innerfamiliär, durch professionelle ­Heimbetreuung, Pflege etc.) für die Betroffenen bzw. Angehörigen von Inkontinenz-Patienten sind enorm.

    Problem von Antimuskarinika (Ansatz am Parasympathikus) als derzeitigem medikamentösen ­Therapiestandard: Therapieabbruch aufgrund von Nebenwirkungen und mangelnder Effizienz bei ca. der Hälfte der Patienten nach nur 3 Monaten.

    Der Beta-3-Agonist Mirabegron verspricht mit einem innovativen Wirkansatz am Sympathikus aufgrund des günstigeren Nebenwirkungsprofils eine bessere Compliance und damit auch Potenzial zur ­Dämpfung des Anstiegs der Pflegekosten.

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  • Postmenopausale Osteoporose – Relevanz der Knochendichtemessung

    Aufgrund der niedrigen Sensitivität der DXA-Knochendichte-Messung bzgl. Frakturentwicklung und durch eine Vielzahl von Faktoren eingeschränkte Aussagekraft kann ein breit angelegtes Screening bei postmenopausalen Frauen nicht empfohlen werden.

    Im Vordergrund der individuellen Therapieentscheidung steht heute nicht mehr das Ergebnis einer ­Knochenmineraldichte-Messung, sondern das 10-Jahres- bzw. 5-Jahres- oder 1-Jahres-Frakturrisiko aufgrund klinischer Risikofaktoren (ermittelt mit den Berechnungstools FRAX®, QFracture®, DVO® Tool).

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