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Apotheker Krone 01/12

Kinder mit fieberhaften Infekten: „Wait & see“

Eine abwartende Haltung wird aktuell bei Babys und Kindern mit fiebrigen Infekten empfohlen. Falls dennoch eine symptomatische Behandlung notwendig wird, ist Ibuprofen eine gute Wahl.

Fieber ist eine physiologische Reaktion des Körpers, um mit Infekten fertig zu werden. Eine automatische, unbedachte Fiebersenkung entspricht daher nicht dem Kenntnisstand der Fieberforschung“, erklärt Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer, Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Landesklinikum St. Pölten. Voraussetzung dafür, ein Kind fiebern zu lassen, bzw. zur Selbsthilfe – seien es altbewährte Hausmittel wie Wadenwickel oder „Essigpatscherln“ oder gegebenenfalls Medikamente – zu greifen, ist, dass das Kind in einem guten Gesamtzustand ist, eine klare Fieberursache erkennbar ist und keine Allgemeinsymptome wie Unruhe, Mattigkeit, Leistungsabfall etc. zeigt.

Ibuprofen: Hohe Sicherheit und Verträglichkeit

Für die ärztlich indizierte Selbstmedikation von Kindern mit Fieber, Entzündung und/oder Schmerz ist das nichtsteroidale Antiphlogistikum Ibuprofen ein sehr gutes Mittel. „Es besitzt neben fiebersenkender und schmerzstillender Wirkung auch einen stark entzündungshemmenden Effekt, der besonders bei Kindern mit schwerer Mittelohr- oder Mandelentzündung wichtig ist“, betont Zwiauer. „Daher ist Ibuprofen bei allen fieberhaften Krankheitsbildern, bei denen auch eine Entzündungshemmung gewünscht ist, 1.Wahl.“ Auch durch die große therapeutische Breite zeigt Ibuprofen wesentliche Vorteile: Überdosierungen spielen im klinischen Alltag eine geringe Rolle. Für dieses Präparat spricht auch seine ausgezeichnete Verträglichkeit: Gastroenterologische Probleme – wie sie häufig mit nichtsteroidalen Antiphlogistika in Zusammenhang gebracht werden – treten unter Ibuprofen nachweislich deutlich seltener auf, als angenommen wurde. Zudem erfordern Fieber und Schmerzen nur eine Kurzzeittherapie, wodurch das Risiko möglicher Nebenwirkungen deutlich verringert wird.

Wenn Nervosität vor Prüfungen die dringend notwendige Nachtruhe stört

Wenn sich vor Prüfungen ein Gefühl von Aufregung verbunden mit Bauchkribbeln und schwitzigen Hände bemerkbar macht, ist das – sofern es in erträglichem Ausmaß bleibt – normal und hat zumeist keinen Einfluss auf die Leistung bei der Prüfung. Schwere Prüfungsangst macht sich hingegen mit heftiger Nervosität über Tage bis Wochen vor der Prüfung sowie Beschwerden wie Übelkeit, Durchfall und Schlafstörungen bemerkbar und kann zu negativen Einwirkungen auf den Lernprozess und das Prüfungsergebnis führen.
Teufelskreis: Prüfungsangst – schlaflos – noch mehr Angst
Gerade Schlafprobleme führen dazu, dass man auch tagsüber müde und unausgeglichen ist, darunter leiden Konzentrationsfähigkeit und Erinnerungsvermögen. Dadurch wiederum erhöht sich die Prüfungsangst, weil man mit dem Lernen nicht so vorankommt, wie man gerne würde bzw. es geplant hatte. Ein Teufelskreis entsteht.

Was kann man dagegen tun?

  • Der erste Schritt ist, die Angst zu akzeptieren.
  • Eine wichtige Maßnahme ist es, die Ursachen der Prüfungsangst zu eruieren. So sollten überzogene Erwartungen geortet und korrigiert werden. Beispielsweise kann man selbst mit einer nicht gänzlich fehlerfreien Arbeit eine Prüfung bestehen.
  • Entspannungsübungen wie Yoga oder Tai-Chi oder Ausdauersportarten sorgen für einen Ausgleich und helfen so, Unruhe und Anspannung besser loszulassen.
  • Auch ein gutes Zeitmanagement leistet eine wichtigen Beitrag für einen erfolgreichen und möglichst angstfreien Umgang mit Prüfungen: Sobald der Prüfungstermin feststeht, sollte man einen Lernplan aufstellen. Darin werden auch freie Tage eingeplant, zur Erholung und Belohnung bzw. als Zeitpuffer, falls das Lernen schlechter läuft als gedacht.
  • Kurz vor der Prüfung können entspannende Atemübungen die Nervosität reduzieren.
  • Man sollte sich auch nicht scheuen, professionelle Unterstützung (Selbsthilfegruppen, Psychotherapeuten etc.) in Anspruch zu nehmen, wenn man die Prüfungsangst alleine nicht in den Griff bekommt.

Medikamentöse Unterstützung bei Schlafproblemen

Bei Ein- und Durchschlafstörungen können rezeptfreie Arzneimittel kurzfristig zur Selbstmedikation eingesetzt werden. Dabei finden zum Großteil Inhaltsstoffe Verwendung, die auch bei Nervosität und Unruhezuständen zum Einsatz kommen. Diese sind zum einen chemisch-synthetische Arzneimittel aus der Gruppe der Antihistaminika, wie z.B. Diphenhydramin oder Doxylamin, zum anderen auch pflanzliche Präparate, wie z.B. Baldrian, Hopfen, Melisse, Passionsblume und Lavendel.
Wenn Schlafstörungen über einen sehr langen Zeitraum oder sehr oft auftreten, sollte ein Arzt aufgesucht werden, um eventuelle Ursachen abzuklären und eine entsprechende Therapie festzulegen.

Prim. Univ.-Prof. Dr. Karl Zwiauer
Abteilung für Kinder- und Jugendheilkunde, Landesklinikum St. Pölten

Mag. Nicole Gerfertz

 

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