Apotheker Krone 01/12
Raucherntwöhnung – eine zentrale Aufgabe!
Es sollte für Apothekerinnen Teil der Routine werden, auch zufriedene Raucher auf ihre Sucht anzusprechen.
Die schädliche Wirkung des Tabakrauchens wird heute nur mehr von wenigen in Frage gestellt. Nach jahrelanger Aufklärungsarbeit und medialer Debatte ist die Allgemeinbevölkerung nun über die wichtigste tabakassoziierte Erkrankung, den Lungenkrebs, informiert. Unsere Umfragen zeigen, dass damit das Wissen allerdings auch schon aufhört. Weder die Bedeutung dieser Erkrankung noch die Rolle des Rauchens bei der Entstehung anderer Erkrankungen wird im vollen Ausmaß erfasst. So ist Rauchen beispielsweise Hauptauslöser der chronisch obstruktiven Lungenerkrankung (COPD), die zu spät bzw. unbehandelt zu einer schweren Beeinträchtigung der Lebensqualität bis hin zum Tod führen kann. Prävention im Sinne von Information ist deshalb weiterhin notwendig: Laut aktuellen Berechnungen gehen immerhin bis zu 50% (!!) der Raucher an ihrem Zigarettenkonsum zugrunde.
Rauchen immer noch gesellschaftlich akzeptiert
Der tolerante Umgang zwischen Rauchern und Nichtrauchern wurde in Österreich viele Jahre von unterschiedlichen Stellen propagiert. Vor allem in der Generation der über 50-Jährigen ist das Rauchen nach wie vor gesellschaftlich akzeptiert. Gegen Toleranz ist zwar nichts einzuwenden. Allerdings zeigt diese Einstellung auch Auswirkungen auf die aktuelle „Wirtshausdebatte“: Während sich immer mehr Länder zu einem Rauchverbot in öffentlichen Lokalen entschließen, setzt man in Österreich auf die räumliche Trennung von Raucher- und Nichtraucherzonen in größeren Gaststätten und Bars. Dass die Umsetzung aber oft zu wünschen übrig lässt, zeigt die Praxis. Nicht in allen größeren Lokalen ist der Hauptraum wie vorgeschrieben rauchfrei oder steht wenigstens eine „gelüftete“ Nichtraucherzone zur Verfügung. Das beweist beispielsweise eine Lokaltour durch den 5. Wiener Gemeindebezirk, wo sich auch unser Institut befindet ...
Raucherentwöhnungsangebote in Österreich
Bereits seit Jahren erkennen einige Krankenkassen die Raucherentwöhnung als zentrale medizinische Maßnahme: Die NÖGKK führt beispielsweise seit 2002 mit dem Nikotininstitut (www.nikotininstitut.at) ein erfolgreiches ambulantes Programm durch, an dem bereits viele tausend Raucher teilgenommen haben. Im Rahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung werden von uns ebenso unter Anleitung der NÖGKK oder im Rahmen privater Kooperation mit den Betrieben entsprechende Betreuungsprogramme durchgeführt.
Etabliert hat sich auch die stationäre Raucherentwöhnung von WGKK und OÖGKK. Zielgruppe dafür sind stark abhängige Raucherinnen und Raucher mit relevanter Komorbidität (Lungenemphysem, Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Durchblutungsstörungen, Schlaganfall). Zusätzlich wurde als Projekt der österreichischen Sozialversicherungsträger die NÖGKK mit der Durchführung eines österreichweiten Informationsdienstes, des Rauchertelefons, betraut.
Zum Rauchverzicht motivieren!
Im Sinne der Reduktion der tabakassoziierten Erkrankungen und der Linderung des daraus resultierenden Leids ist es wohl eine standesmäßige Verpflichtung für Ärztinnen und Ärzte, aber auch für Apothekerinnen und Apotheker, rauchende Patienten und Kunden verstärkt zum Rauchverzicht oder, falls dazu keine Bereitschaft besteht, wenigstens zur Reduktion zu motivieren.
Es sollte Teil der Routine werden, zufriedene Raucher im persönlichen Beratungsgespräch auf das Rauchen anzusprechen und unzufriedene Raucher auf die verschiedenen therapeutischen Möglichkeiten hinzuweisen: vom angeleiteten Selbstversuch mit medikamentöser Unterstützung bis hin zu Raucherentwöhnung mit ambulanter oder stationärer Therapie.
Folgendes kann helfen, eine Gesprächsgrundlage aufzubauen:
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Ermittlung der Tabakabhängigkeit mittels Fagerström-Test. Vor allem die Fragestellungen „Wie viele Zigaretten rauchen Sie täglich?“ und „Wann nach dem Aufwachen rauchen Sie Ihre erste Zigarette?“ spiegeln den Abhängigkeitsgrad deutlich wieder.
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Kohlenmonoxid-Messung mittels Smokerlyzer®. Die objektive Bestimmung des Kohlenmonoxidgehalts in der Ausatemluft ermittelt die aktuelle Schadstoffbelastung des Körpers.
Zweifellos ist es in jeder Beratungssituation notwendig, eine entsprechende Motivation zum Rauchstopp aufzubauen. Den Raucher dabei mit einer geeigneten Medikation zu unterstützen ist sinnvoll und möglich.
Folgende Erkrankungen stehen mit dem Rauchen in Zusammenhang:
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Univ.-Doz. Dr. Ernest Groman,
Österreichisches Nikotin Institut
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