Apotheker Krone 01/12
Antworten für die Tara
Wie zeigt sich ein Burn-out-Syndrom?
Dr. Wolfgang Exel interviewt Experten zu Ihren Fragen
Frage: Eine besorgte Kundin meint, ihr Mann leide eventuell an einem Burn-out-Syndrom. Nun hat sie mich kürzlich gefragt, wie sie erkennen kann, dass es sich bei den Beschwerden ihres Mannes tatsächlich um Symptome von Burn-out handelt.
Antwort: Das so genannte „Burn-out-Syndrom“ beginnt mit leichten Befindlichkeitsstörungen und emotionalen Disharmonien und zeigt sich in der letzten der 12 international definierten Phasen als eine ernst zu nehmende und unbedingt zu therapierende Erkrankung.
Sehr häufig bemerkt der Betroffene selbst nichts davon bzw. verdrängt die ersten Zeichen.
Diese Personen sind oft sehr engagierte und ehrgeizige Charaktere, die sich selbst unter hohen Erfolgsdruck setzen, einen Hang zum Perfektionismus zeigen und am liebsten alles selbst machen wollen.
Dieser gesunde Ehrgeiz wandelt sich in den verschiedenen Phasen von der Verleugnung bestehender Probleme über den Rückzug und die innere Leere bis hin zur Depression und völligen körperlichen und geistigen Erschöpfung.
An Burn-out-Syndrom können Mann wie Frau leiden, die Symptome unterscheiden sich jedoch häufig geschlechtsspezifisch.
Zahlreiche Selbsttests und Checklisten helfen hier den unbekannten Gegner zu enttarnen
Manche Menschen überspringen eine Phase oder befinden sich in mehreren gleichzeitig. Die Dauer eines Stadiums variiert ebenfalls.
Für Apotheker ist es wichtig, durch genaues Zuhören und bei der Schilderung der Symptome auch an das Burn-out-Syndrom zu denken.
In der ersten Phase gelingt es oft, durch Magnesium, Baldrian, stimmungsaufhellendes Johanniskraut Entspannung herbeizuführen bzw. durch Ginseng, Maca, L-Arginin und Taurin die Energiespeicher wieder aufzuladen.
Sehr häufig kann man in dieser Phase einen erhöhten Blutspiegel an freien Sauerstoffradikalen messen.
Hier ist es sehr wichtig, hochaktive Antioxidantien in Kombination mit Vit. B6 und B12 sowie Folsäure zu verabreichen, um einem Kollaps des Immunsystems vorzubeugen. Zum Besuch des HNO-Arztes führt immer häufiger auch der „Hörsturz“, unter Umständen ein erstes Anzeichen für ein Burn-out.
In den letzten Stadien ist manchmal eine medikamentöse Therapie, etwa mit Antidepressiva und SSRI unumgänglich.
Je früher dieses fälschlicherweise auch „Managerkrankheit“ genannte Leiden erkannt wird, desto besser kann man ihm begegnen.
Work-Life-Balance, ein gesundes Gleichgewicht zwischen Anspannung und Entspannung, von gesundem Schlaf und mit dem bewussten Erleben von „Genüssen des Lebens“ bietet die beste Voraussetzung, um sich vor dem Burn-out-Syndrom zu schützen.
Mag. Harald Hauser,
team santé obelisk-apotheke, Klagenfurt
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