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klinik OP 04/10

Von der Schleuse bis zur Schleuse komplett durchdacht

Der rasante Fortschritt der Medizin macht auch vor den Operationssälen nicht Halt. OP-Techniken und auch Abläufe werden ständig optimiert. Mit Mehrweg-OP-Textilien kann rasch auf geänderte Voraussetzungen reagiert werden.

Der routinemäßige Ablauf von Operationen ist ein wesentlicher Aspekt für hohe Sicherheit, geringstmöglichen Zeitaufwand und damit auch die Minimierung personeller Ressourcen. Das gilt auch für die OP-Vorbereitung. Die sterile Abdeckung im OP kann heute von einer einzigen Person ohne Hilfe in nur wenigen Minuten ausgeführt werden.

Genau definiert

Einen wesentlichen Beitrag dazu leistet das durchdachte Konzept der Mehrweg-OP-Textilien. Diese werden in Sets angeliefert, die exakt den Anforderungen der Teams und des Eingriffs entsprechen. Sowohl die Zusammensetzung der Einzelteile als auch die Reihenfolge, in der diese aus dem Paket entnommen werden, und auch die Faltung sind genau festgelegt. Bei Abdecktüchern kann sogar definiert werden, an welchen Stellen Klebestreifen angebracht werden sollen, die die korrekte und rutschfeste Anbringung am Patienten erleichtern. Die exakte Zusammensetzung jedes Sterilpakets wird von den Anwendern und den speziell ausgebildeten MedizinprodukteberaterInnen im Detail festgelegt. Dadurch ist gesichert, dass die Entnahme jedes einzelnen OP-Abdecktuchs und das Anlegen der OP-Mäntel bzw. das Abdecken des Patienten und der Geräte mit den immer gleichen Bewegungen in kürzester Zeit und mit dem geringstmöglichen Aufwand erfolgen kann.

Schnell adaptiert

Sollten sich OP-Abläufe ändern, sei es durch einen neuen Operateur im Team oder eine neue OP-Technik, dann zeigt sich ein weiterer Vorteil der Mehrweg- Sets, denn deren Zusammensetzung und auch die Reihenfolge, in der die Einzelteile verpackt sind, kann innerhalb nur weniger Tage modifiziert werden. Ansprechpartner für das OP-Team sind ebenfalls die MedizinprodukteberaterInnen. Sie wickeln die Änderungen umgehend ab und nehmen Verbesserungsvorschläge und eventuelle Beschwerden entgegen.

Engmaschig kontrolliert

Hinter Mehrweg-OP-Textilien steht eine ausgefeilte Logistik, die bei der OP-Schleuse beginnt und hier auch endet. Diese gewährleistet die hohe Sicherheit, die an OP-Textilien als Medizinprodukte aufgrund der Medizinprodukterichtlinie 93/42/EWG und des Medizinproduktegesetzes gestellt werden. Nach jeder Verwendung werden Mehrweg-OP-Textilien anhand eines Qualitätsmanagementsystems für Medizinprodukte (EN ISO 13485) aufbereitet. Nach dem thermischen bzw. chemothermischen Wasch- und Desinfektionsvorgang erfolgt die Funktionskontrolle jedes Mehrweg-OP-Textils. Anschließend werden die einzelnen Sets nach den vordefinierten Kriterien verpackt. Am Ende des Aufbereitungsprozesses steht ein Sterilisationsprozess im fraktionierten Vakuumverfahren mit Sattdampf bei 134°C. Jedes OP-Set wird mit dem Sterilisationsdatum, der Chargen-Kontrollnummer, dem Ablaufdatum und mit einer CE-Kennzeichnung versehen. Anhand der Bar-Code-Etikette werden die Bearbeitungszyklen jedes OP-Textils über die gesamte Einsatzdauer systematisch erfasst.

Ökonomisch sinnvoll

Medizinprodukte müssen heute aber nicht nur medizinischen, sondern auch ökonomischen Anforderungen gerecht werden. Auch hier punkten Mehrfach-OP-Textilien. Die Anlieferung und die Abholung der OP-Textilien erfolgen direkt an der OP-Schleuse, was die Kosten für die Lagerhaltung minimiert und krankenhausinterne Logistikwege reduziert. Da das Verpackungsmaterial zurückgenommen und für dessen Wiederverwertung gesorgt wird, fallen für das Krankenhaus auch keine Entsorgungskosten an. Mehrweg-OP-Textilien sind aber nicht nur ökonomisch, sondern durch die lange Lebensdauer auch ökologisch sinnvoll.

Dr. Claudia Uhlir

Die Beiträge auf dieser Homepage sind ausschließlich für medizinisches bzw. pharmazeutisches Fachpublikum bestimmt.

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