SO 02|2017

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

AKTUELL für Sie!

  • St. Gallen Konsensus Meeting 2017 in Wien: „Deeskalation oder Eskalation?“

    Mit 3.000 Teilnehmern war Wien erneut Austragungsort des „St. Gallen“-Brustkrebs-Konsensus-Meetings. Maßgeblich dafür ist das Engagement der „Austrian Breast & Colorectal Cancer Study Group“ (ABCSG), „mit dem Österreich auf der Weltkarte der Brustkrebsforschung seinen Platz gefunden hat“, wie Univ.-Prof. Dr. Michael Gnant es formulierte. Der Name ist Programm, weshalb St. Gallen als Synonym der adjuvanten Brustkrebskonferenz in Europa auch heuer beibehalten wurde. Zu ausgewählten Ergebnissen der 4-stündigen Sitzung mit 55 Panelisten lässt sich in einer Ad-hoc-Zusammenfassung Folgendes festhalten*.

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Focus: Tage der personalisierten Medizin 2017

  • SHIVA-Studie Die erste randomisierte Studie der Präzisionsmedizin

    Rationale der SHIVA-Studie: Die Therapie leitet sich vom molekularen Tumorprofil ab. Für ein HER2-mutiertes Adenokarzinom der Lunge bietet sich in diesem Kontext ein HER2-Tyrosinkinasehemmer an (Serra, Cancer Discovery 2013).

    „N of 1“-Studien: Fortgeschrittene Kolorektalkarzinome wurden auf Basis prädiktiver Biomarker (BRAF-Mutation, ERBB2-Amplifikation, Mikrosatelliteninstabilität, ALK-Fusion) in Phase-1/2-Studien mit BRAF-MEK-EGFR-Inhibitoren (alleine oder kombiniert), mit PD1-Antikörpern oder ALK-Tyrosinkinasehemmern behandelt (Dienstmann, Nature Reviews Cancer 2017).

    Das Konzept scheint zwingend, aber die Umsetzung ist trickreich.

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  • Präzisionsmedizin beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom
    Es gibt zahlreiche Targets beim fortgeschrittenen Bronchialkarzinom, wie etwa in einem „Profiling“-Programm in Frankreich ersichtlich wird, die Frage ist immer, ob diese Targets wirklich „druggable“ sind oder nur vielversprechend wirken. In Frankreich etwa wurden bei über 17.000 NSCLC-Patienten mehr als ...Weiterlesen ...
  • Targeting EGFR, ALK – Präzisionsmedizin fokussiert auf Resistenzmechanismen
    Für eine effektive Langzeittherapie ist das Verständnis von Resistenzmechanismen grundlegend, um rationale Therapiesequenzen zu erarbeiten. Z. B. wurden für ALK-Inhibitoren in einer Publikation von Jessica Lin et al. (Cancer Discovery 2017) mehr als 20 unterschiedliche ALK-Fusionspartner quer durch verschiedenen Tumorentitäten ...Weiterlesen ...
  • Fallstudie einer Patientin mit ALK-positivem Bronchialkarzinom

    Fallbericht einer der ersten Lungenkrebspatientinnen in Europa, die am Otto-Wagner-Spital (OA Dr. Maximilian Hochmair) mit dem ALK-Inhibitor Crizotinib behandelt wurde.

    Im Wettlauf mit der Verfügbarkeit neuer Therapien und der Möglichkeit des frühen Zugangs zu diesen Therapien lebt die Patientin mit sequenziellen Behandlungen seit dem Jahr 2012 ohne körperliche Einschränkung.

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  • Prädiktive Marker für die Immuntherapie: „Heiße Phase“ der Biomarkerevolution
    Wir haben mit Immuntherapien zwar den Tumor als solchen im Fokus unserer Bemühungen, greifen aber zugleich in ein komplexes System ein, das nicht nur im Tumor selbst aktiv ist, sondern viele andere Organsysteme betrifft. Wir finden dendritische Zellen, die tumorale ...Weiterlesen ...
  • Nierenzellkarzinom Klinische Aspekte der Immuntherapie

    Klinische Aspekte wie Komorbiditäten, Vortherapien und Toxizitätsprofile sind wichtige Faktoren in der Entscheidung für oder gegen eine Immuntherapie.

    Das neuartige Toxizitätsprofil und das veränderte Ansprechverhalten (Pseudoprogression) der Immuntherapien erfordern besondere Aufmerksamkeit im Patientenmanagement.

    Die Zukunft der Immuntherapie dürfte in der Kombination mit bereits etablierten Behandlungsoptionen liegen.

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  • Follikuläres Lymphom: Pathogenese, Frühformen, Progression und Transformation

    Progression oder Transformation sind bei follikulärem Lymphom Ereignisse, die den zumeist chronischen Verlauf der Erkrankung dynamisieren und mit erhöhter Mortalität assoziiert sind.

    Neue Erkenntnisse genetischer Mechanismen könnten mithelfen, durch frühzeitige Identifizierung von Risikopatienten therapierelevante Entscheidungen zu treffen.

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  • EXALT-Studie: Neues Konzept der personalisierten Medizin bei Leukämien und Lymphomen

    Die EXALT-Studie an der klinischen Abteilung für Hämatologie und Hämostaseologie der MedUni Wien, Principal Investigator: Assoz. Prof. Priv. Doz. DDr. Philipp Staber, ist ein Protokoll zum „funktionellen Screening“ von Leukämie- und Lymphompatienten auf individuell abgestimmte Therapiemaßnahmen, die von der genetischen Information des Tumors unabhängig sind.

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Kongress

  • Highlights in Grundlagenforschung und Klinik

    Neue Technologien wie Next Generation Sequencing (NGS) werden althergebrachte Methoden wie FISH-Technik in Zukunft ablösen.

    Die Bestimmung von MRD-Negativität wird als adäquater Endpunkt für klinische Studien akzeptiert.

    Immuntherapien, insbesondere Daratumumab, zeigen beeindruckende Raten an MRD-Negativität bei vorbehandelten Patienten.

    Lenalidomid-Erhaltungstherapie gilt nun als Standard nach autologer Transplantation.

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  • ASCO GU 2017 | Relevante Studien beim Prostata-, Blasen- und Nierenzellkarzinom

    Prostatakarzinom

    • Die Phase-III-Studie SWOG S9921 zeigt keine Evidenz für ein verbessertes prostatakarzinomspezifisches Überleben beim High-Risk-Tumor nach radikaler Prostatektomie durch eine Addition von Mitoxantron + Prednison zur zweijährigen adjuvanten Androgen- deprivation.

    Urothelkarzinom der Harnblase

    • Insbesondere bei Patienten mit „high-grade“ nichtmuskelinvasivem Urothelkarzinom nach BCG-Therapie, die nicht radikal zystektomiefähig sind, könnte Instiladrin® von therapeutischem Interesse werden.

    Nierenzellkarzinom

    • In der Erstlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms (RCC) zeigte die Kombination Atezolizumab + Bevacizumab antitumoröse Aktivität in der PD-L1-positiven Subgruppe.
    • In der bis dato größten biomarkerbasierten Studie beim papillären mRCC zeigte der MET-Inhibitor Savolitinib deutliche antitumoröse Aktivität bei MET-getriggerten Patienten.
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  • Das onkologische Rezept: Mix

    Dank neuer Immuntherapien wurden in den letzten Jahren in der Onkologie bedeutendeFortschritte erzielt.

    Die Kombination aller zur Verfügung stehenden Therapieformen wird Behandlungserfolgevorantreiben.

    Herausforderung: In welcher zeitlichen Abfolge und Dosierung bringt die Kombination welcher Therapien die besten Erfolge?

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Panorama

  • Onkologische Versorgung im europäischen Vergleich – Auftrag für Österreich?

    In Österreich leben ca. 330.000 Personen mit Krebs.

    5-Jahres-Überlebensrate in Österreich 61 %. u Steigenden Gesundheitsausgaben für die Behandlung von Krebs steht ein Rückgang des Produktivitätsverlusts durch verfrühte Todesfälle entgegen.

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  • Die Behandlung des oligometastasierten Prostatakarzinoms

    Veränderungen in den Paradigmen der Behandlung von Patienten mit einem hormonsensiblen metastasierten Prostatakarzinom sind mit dem Gebrauch von Hormondeprivationstherapie und einer frühen Chemotherapie mit Docetaxel verbunden.

    Zunehmende retrospektive Datenlage über den Vorteil der Behandlung des Primärtumors, auch im metastasierten Krankheitsstadium, wurde bereits evaluiert. Zum jetzigen Zeitpunkt ist diese Methode jedoch noch nicht routinemäßig empfohlen.

    Die Behandlung des Primärtumors scheint, obwohl es keine Standardtherapie ist, einen Vorteil zu bringen, sollte aber außerhalb von klinischen Studien derzeit nicht durchgeführt werden.

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Personalisierte Medizin

  • Bedeutung der genetischen Beratung bei Krebserkrankungen

    Die genetische Beratung von Ratsuchenden aus Familien mit gehäuften Krebserkrankungen kann dazu beitragen, ein genetisch bedingtes Risiko besser einzuschätzen und abzuklären.

    Die Erkennung und korrekte Einordnung monogen erblicher Tumorsyndrome ist unabdingbar, da Patienten und asymptomatische Anlageträger eine im Vergleich zu Patienten mit sporadischen, vereinzelt vorkommenden Krebserkrankungen individuelle, spezielle und längerfristige medizinische Betreuung benötigen.

    Die aus der Beratung gewonnenen Erkenntnisse können es Betroffenen erleichtern, präventive Untersuchungen eher anzunehmen, und helfen unnötige Ängste zu vermeiden.

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  • Früherkennung und Prävention: Brust- und Eierstockkrebs bei Frauen mit familiärem Risiko

    BRCA1 und BRCA2 sind Tumorsupressorgene. Ist eines dieser Gene mutiert, ist das Risiko an Brust- bzw. Eierstockkrebs zu erkranken deutlich erhöht.

    Die Genmutation wird autosomal-dominant vererbt; das Risiko, das veränderte Allel zu erben, beträgt für Kinder eines betroffenen Elternteiles somit 50 %.

    Die Mutationsanalyse erfolgt zumeist mittels Next Generation Sequencing.

    Die Magnetresonanz-Mammografie/Brust-MRT ist die genaueste und empfindlichste bildgebende Untersuchung für Hochrisikopatientinnen.

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Immunonkologie

  • Immunonkologie – aktuelle Entwicklungen
    Bei zahlreichen Tumorentitäten kann die Immuntherapie mit Checkpoint­inhibitoren, CTLA4-, PD-1- und PD-L1-Antikörper, heute als etablierte Therapieoption bezeichnet werden. In einzelnen Indikationen wie etwa bei gastrointestinalen oder hepatalen Tumoren sind Schritte gesetzt, Studienergebnisse und Zulassungen werden erwartet. Nachdem es bereits vielfach ...Weiterlesen ...
  • Immuntherapie des hepatozellulärenKarzinoms

    Das hepatozelluläre Karzinom (HCC) erscheint geeignet für Immuntherapie, da es typischerweise mit chronischer Inflammation assoziiert ist, immunogen sein kann (Spontanremission beschrieben) und Immun-Checkpoints eine Rolle bei der tumorinduzierten Immunsuppression spielen.

    Ergebnisse aus Phase-II-Studien bei fortgeschrittenem HCC zeigen gutes radiologisches Ansprechen und ein mildes Nebenwirkungsprofil.

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  • Immuntherapie des Magenkarzinoms

    Anti-PD-(L)1-Antikörper zeigen vielversprechende Wirksamkeitsdaten und eine akzeptable Toxizität bei Patienten mit oberen gastrointestinalen (GI) Tumoren.

    Es gibt zahlreiche laufende Phase-III-Studien, deren Ergebnisse in wenigen Jahren verfügbar sein werden.

    Kombinationen von Immuntherapie mit antiangiogenen Substanzen, CTLA-4-Inhibitoren, HER2-zielgerichteter Therapie und Strahlentherapie werden ebenfalls untersucht.

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