SP 02|2017

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Auf dem Weg zum Homo amans
    10 Jahre SPECTRUM Psychiatrie heißt zehn Jahre Arbeit in der Fort- und Weiterbildung im Feld Psychiatrie. An dieser Stelle gilt es daher all jenen Dank zu sagen, die das Erscheinen dieser Zeitschrift ermöglichten und weiterhin ermöglichen, beginnend mit dem Geschäftsführer ...Weiterlesen ...

Focus: Aktuelle Entwicklungen und neue Perspektiven

  • Funktionelle Bildgebung in der Psychiatrie: Was hat sich in den vergangenen 10 Jahren getan, welche Entwicklungen bahnen sich an?

    Die funktionelle Bildgebung trägt maßgeblich dazu bei, die Funktionsweise des Gehirns zu verstehen und zu modellieren – einschließlich neuer Konzeptualisierungen, wie bestimmte psychische Störungen entstehen könnten.

    Charakteristisch für die weitere Entwicklung sowohl der Analysemethoden für bildgebende Daten als auch der Modellierung von Hirnfunktionalität ist die dynamische Netzwerkstruktur des Gehirns.

    Psychische Gesundheit scheint von einem (noch zu spezifizierenden) Gleichgewicht verschiedener Netzwerke abzuhängen, während psychische Störungen mit jeweils (ebenfalls noch genauer zu charakterisierenden) spezifischen Störungen dieses Gleichgewichts einhergehen.

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  • Diagnostik und Therapie der Schizophrenie: neue Entwicklungen und Perspektiven

    Das DSM-5 definiert die Schizophrenie deutlich enger als die ICD-10.

    Die inhalative Applikation stellt in der Schizophrenie-Behandlung eine Innovation dar.

    Häufiger als bislang üblich sollten frühe Einstellungen auf Depotpräparate vorgenommen werden.

    Neue neurobiologische Verfahren werden die Schizophrenie-Behandlung auf dem Weg zur Präzisionsmedizin prägen.

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  • Therapie der Depression – heute und morgen

    Therapieresistente Depression: Evidenzbasiert ist eine Augmentation der Antidepressiva mit atypischen Antipsychotika oder Lithium zu empfehlen. Bei der Kombination von zwei Antidepressiva sollten Medikamente mit verschiedenen Wirkmechanismen eingesetzt werden.

    Ketamin: Die glutamaterge Substanz wirkt rasch antidepressiv und wird derzeit in einer weltweiten Akut- und Langzeitstudie mit Beteiligung der Wiener Klinik untersucht.

    Präzisionsmedizin: Das Kombinieren von verschiedenen klinischen und neurobiologischen Faktoren, z. B. genetischen Befunden, stellt einen vielver-sprechenden Ansatz dar.

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  • Alkoholabhängigkeit im Wandel – was hat sich verändert?

    Die wichtigste Modernisierung im Suchtbereich durch das DSM-5 ist der Wandel von der kategorialen hin zu einer dimensionalen Einordung der Alkoholkonsumstörung mit der Möglichkeit, die Erkrankung in drei Schweregrade einzuteilen.

    Aktuell geltende Therapieziele, die für die große Mehrheit der Patienten unattraktiv sind, ließen eine große Behandlungslücke entstehen. In einer modernen Suchttherapie sollte zumindest vorübergehend das Ziel der lebenslangen Abstinenz z. B. durch eine psycho- und soziotherapeutisch begleitete Trinkmengenreduktion mit dem optimalen Ziel Abstinenz ersetzt werden.

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  • Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS): aktuelle Entwicklungen und Ausblick

    Das amerikanische DSM-5 und die künftige ICD-11 der WHO gehen unterschiedliche konzeptuelle Wege in der Diagnose von trauma- und stressorbezogenen Störungen.

    Traumatische Ereignisse können nicht nur dramatische psychologische Verarbeitungsprozesse auslösen, sondern auch tief in biologische Regulationssysteme eingreifen und funktionelle sowie strukturelle Störungen nach sich ziehen.

    Umgekehrt können genetische Ausstattung, epigenetische Mechanismen und biologische Prozesse wesentlichen Einfluss darauf nehmen, ob eine traumatische Erfahrung zu schwerwiegenden psychischen Störungen führt oder aber mit Resilienz gemeistert wird.

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  • Humanbasierte Medizin – Theorie und Praxis

    Während die evidenzbasierte Medizin (EbM) noch ganz dem Positivismus verpflichtet ist, hat die humanbasierte Medizin (HbM) ihre Grundlagen in der Postmoderne und rückt den ganzen von der Krankheit betroffenen Menschen mit all seinen Möglichkeiten und Unmöglichkeiten ins Zentrum des Behandlungsinteresses.

    HbM schließt evidenzbasierte Vorgangsweisen nicht aus, sondern integriert sie im Rahmen eines Dialogs auf Augenhöhe zwischen Therapeut und Patient in ihr Behandlungskonzept.

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  • Zurück in die Zukunft der (Sozial-)Psychiatrie

    Sozialpsychiatrie bzw. das „Soziale“ in der Psychiatrie und ihre gesundheits- und sozial-politischen Reformen müssen jeden Tag aufs Neue gelebt, weiterentwickelt und, wenn nötig, verteidigt werden.

    In Zukunft gilt es Betroffene und Angehörige vermehrt in den Diskurs über die weitere Entwicklung der Sozialpsychiatrie miteinzubeziehen und sie bei der Gestaltung eines „Lebens wie das aller anderen auch“ zu unterstützen.

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  • Gesellschaft und Psychiatrie – ein konfliktreiches Spannungsfeld

    Die psychiatrische Pathologisierung von gesellschaftlich unerwünschten oder abweichenden Verhalten, von Bedrohung und Gewalttätigkeit fördert die Stigmatisierung von psychisch kranken Menschen

    Eklatante Mängel in der psychiatrischen Versorgung erschweren eine rechtzeitige Behandlung psychischer Krankheiten.

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  • Brauchen Mütter und Väter Schizophrenie-Kranker unterschiedliche Hilfen?

    Väter von Schizophrenie-Kranken spielen neben den Müttern in der familiären Betreuung der Erkrankten eine wesentliche Rolle.

    Mütter und Väter unterscheiden sich in Details immer wieder in den benötigten Hilfen. Aus heutiger Sicht sollten Väter aber genauso wie Mütter in Angebote für Angehörige eingebunden werden.

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  • Probleme und Risiken der Interaktionspharmakologie: Depression und Krebs

    Adäquate Therapie von Depressionen bei onkologischen Patienten erhöht Überlebensrate, Lebensqualität und Therapieadhärenz.

    Pharmakodynamische und/oder pharmakokinetische Wechselwirkungen bei Multimedikation können die unerwünschten Arzneimittelwirkungen verstärken, sodass sie wirklich klinisch relevant werden und zu vermehrten Spitalsaufnahmen führen.

    Die Arzneimittelwechselwirkungen sind heute weitgehend vorhersehbar und daher meistens vermeidbar.

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  • Psychotherapie in der Psychiatrie − Entwicklungen der letzten 10 Jahre und Zukunftsperspektiven

    Durch Schaffung des „Facharztes für Psychiatrie und Psychotherapeutische Medizin“ gelang eine Integration der Psychotherapie in das Berufsbild des Psychiaters.

    Im stationären Bereich gehört die Zukunft sicher störungsspezifischen Behandlungskonzepten.

    Im niedergelassenen Bereich ist eine wichtige Frage, wer bei begrenzten Ressourcen unter welchen Bedingungen kassenfinanzierte Psychotherapie erhalten sollte und wer nicht.

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Panorama

  • Ketamin und Esketamin: Ein Durchbruch in der medikamentösen Akutbehandlung von Suizidalität?

    Ähnlich wie bei der Depression zeigen Studien, die die Wirkung auf Suizidgedanken nach einer einmaligen intravenösen Gabe von Ketamin bei depressiven Patienten untersuchten, eine rasch eintretende und über 3 Tage andauernde antisuizidale Wirkung.

    Methodische Probleme der bisherigen Studien: Fokussierung auf Suizidgedanken, geringe Fallzahlen und kurze Studiendauer.

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  • Herausforderung: Arzt sein heute!

    Eine aktuelle Umfrage zeigt: Ärzte schätzen an ihrem Beruf besonders dessen Vielseitigkeit und die damit verbundenen Herausforderungen. Die nötige Kompetenz, diese zu meistern, kann nur durch ständige Fort- und Weiterbildung erworben werden. Redaktion: Dr. Eva Maria Riedmann

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