SP 01|2016

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

Focus: Depression

  • Armut und Depression

    Armut, Arbeitslosigkeit und Wohnungslosigkeit sind signifikante Faktoren für sozialen Stress, der sich mit psychischen Herausforderungen jeder Art wie z. B. einer Depression potenziert; sozialer Stress trägt gleichzeitig bei mangelnder Resilienz und fehlenden anderen Ressourcen zum erhöhten Depressionsrisiko bei.

    Ohne Hilfe zur realen Problemlösung, ohne soziale Unterstützung, Wohnung, Reintegration ins Arbeitsleben, Hilfe bei der Kindererziehung gelingt es auch durch Therapien kaum, eine Wende herbeizuführen – ohne Dach über dem Kopf und ohne soziale Reintegration gibt es keine psychische Recovery.

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  • Depressiver Wahn – eine phänomenologische Untersuchung

    Depressiver Wahn ist das Kernsymptom der schweren depressiven Episode mit psychotischen Symptomen und umfasst die Themen Schuld, Verarmung, Hypochondrie. Psychotische Depressionen sind häufiger als allgemein angenommen und mit vermehrter Suizidalität verbunden.

    Depressive Wahninhalte sind Teil von Persönlichkeit, Lebensgeschichte und depressivem Syndrom und verbergen sich hinter schwerer Depersonalisation und Angst. Depressive Wahn­themen müssen aktiv exploriert werden.

    Die Bedeutung des Angstaffekts bei der Wahngenese macht eine ausreichend hoch dosierte und oft länger dauernde Benzodiazepingabe erforderlich, der die Kombi-nationsbehandlung mit Neuroleptika und Antidepressiva folgt.

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  • Das Problem des depressiven Rezidivs

    Jede vorangegangene Depression erhöht das Risiko für künftige Depressionen, jedoch nimmt die Bedeutung kritischer Lebensereignisse als Auslöser mit jeder erneuten Episode ab. Wiederauftreten dysfunktionaler Einstellungen und ruminierender, grübelnder Denkstil könnten neben neurobiologischen Ursachen (Abnahme der Serotoninkonzentration) der Depression den Weg bahnen.

    Aus diesen Erkenntnissen wurde ein Therapiekonzept zur psychotherapeutischen Rückfallprophylaxe entwickelt, eine Dauerbehandlung mit Antidepressiva wird von Leitlinien empfohlen.

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  • Genderaspekte der Depression – gibt es eine Frauen- oder Männerdepression?

    Epidemiologischen Daten zufolge erkranken Frauen häufiger an Depressionen als Männer, gleichzeitig haben Männer ein 3-fach erhöhtes Suizidrisiko.

    Dies könnte ein Hinweis sein, dass die Depressionsrate von Männern unterschätzt wird – auch aufgrund von untypischen Depressionssymptomen wie z. B. vermehrter Impulsivität und geringerem Hilfesuchverhalten.

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  • Von der Vergangenheitsbewältigung zum erfüllten Leben? – Gedanken zu einer Soziologie der Depression

    In den modernen Industriegesellschaften nimmt die Depression zu, und daher ist es wichtig, sich mit gesellschaftlichen Zuständen und Trends, die depressionsrelevant sein können, auseinanderzusetzen.

    Eine Soziologie der Depression wird in erster Linie nach den gesellschaftlichen Bedingungen erfüllten Lebens fragen, die in allen Lebensbereichen zu fördern sind.

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Kongress

  • Autoaggressive Jugendliche – zwischen ADHS und Borderline-Persönlichkeitsstörung

    Bei jugendlichen ADHS-Betroffenen sollte die mögliche Entwicklung von Persönlichkeits-Pathologie mitbedacht werden.

    Bei jugendlichen Patienten mit Symptomen einer Borderline-Persönlichkeitsstörung (BPS) sollte an ein nie diagnostiziertes ADHS gedacht werden.

    Ca. 5 % aller Jugendlichen in der Allgemeinbevölkerung und ca. 50 % aller Jugendlichen in kinder- und jugendpsychiatrischer Behandlung zeigen nichtsuizidales selbstverletzendes Verhalten (NSSV).

    Weniger als die Hälfte aller jugendlichen Patienten mit NSSV erfüllen die Diagnose einer BPS.

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  • Radikalisierung – wenn Menschen extrem werden

    Ein besseres Verständnis der psychologischen Mechanismen hinter Radikalisierung und Extremismus ist ein wesentlicher Schlüssel zur Prävention von extremistischen Taten und Terrorakten.

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Panorama

  • Das Schöne und das Mögliche als Antwort

    An der Sigmund Freud PrivatUniversität wurde vor wenigen Monaten das weltweit erste Institut für Sozialästhetik und psychische Gesundheit gegründet.

    Sozialästhetik ist eine Ästhetik der gelebten und erlebten sozialen Situation, die die Frage nach dem Wie – wie wir unser Zusammenleben erleben und gestalten – in den Mittelpunkt stellt.

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