SU 03|2013

Herausgeber: Dr. Karl Dorfinger

Editorial

  • Qualität vor Quantität
    Botulinumtoxin-A gilt als eine Errungenschaft der modernen Neurourologie, die bereits vielen Menschen mit neurogener Blasenfunktionsstörung große Erleichterung gebracht hat. Seit Kurzem ist dieses Verfahren der intravesikalen Injektion des Neurotoxins Botulinumtoxin-A auch für Patientinnen und Patienten mit so genannter idiopathischer überaktiver Blase ...Weiterlesen ...

Seite des Berufsverbandes

Focus: Urothelkarzinom der Harnblase

  • „Das Urothelkarzinom – Fokus auf einen Tumor, der selten im Fokus steht“
    Das Urothelkarzinom der Harnblase ist die fünfthäufigste bösartige Tumorerkrankung des Menschen und die vierthäufigste bei Männern. Trotz seiner hohen Inzidenz (30/100.000) steht dieser Tumor des Urogenitaltraktes selten im Fokus von Fortbildung und Forschungsprojekten, vor allem im Vergleich zum Prostata- und ...Weiterlesen ...
  • Alte und neue Marker in Diagnostik und Nachkontrolle

    Aktueller Standard in Diagnostik und Nachkontrolle des Urothelkarzinoms der Harnblase ist weiterhin die Zystoskopie mit Entnahme einer Urinzytologie.

    Etablierte Urinmarker (UroVysion, NMP22, ImmunoCyt, Bladder tumor antigen) können in Abhängigkeit von der individuellen klinischen Situation zusätzliche Informationen zur Detektion und Nachkontrolle liefern.

    Der Stellenwert neuer, vielversprechender Urinmarker muss in weiteren Studien definiert werden.

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  • Nichtmuskelinvasives Blasenkarzinom – Die tragende Rolle der Fluoreszenzzystoskopie

    Bei primär guter Prognose des Urothelkarzinoms der Harnblase bedingen hohe Rezidivraten neben einer Morbiditätssteigerung auch einen erheblichen Kostenanstieg.

    Der heutige Stellenwert der Fluoreszenzzystoskopie beim nichtmuskelinvasiven Blasenkarzinom (NMIBC) und die Empfehlung zur Diagnostik des CIS in den EAU-Leitlinien ist der Tatsache der hohen Raten an Residualtumoren und dem häufigen Übersehen von CIS-Läsionen in der konventionellen Weißlichtzystoskopie zuzuordnen.

    Die Fluoreszenzzystoskopie ermöglicht eine Senkung der Rate an Residualtumoren um 20 %. Die Sensitivität bei der Diagnostik des CIS liegt bei 90 %.

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  • Harnblasenkarzinom bei Frauen: Höheres Tumorstadium bei Erstdiagnose – schlechtere Prognose als Männer

    Die Ursachen der geschlechtsspezifischen Unterschiede sind noch nicht vollständig entschlüsselt.

    Unterschiede in der Qualität der Versorgung, verzögerte Überweisungen von Frauen zum Facharzt bei gleicher Symptomatik sowie ein schlechterer Operationsoutcome lassen eine schlechtere Versorgung von Frauen vermuten.

    Intensivierung der interdisziplinären Zusammenarbeit zwischen Klinik, Forschung und niedergelassenem Bereich ist zur Angleichung der geschlechtsspezifischen Versorgungsunterschiede entscheidend.

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  • Nichtmuskelinvasives High-Grade-Blasenkarzinom – Wann ist es Zeit für eine radikale Zystektomie?

    Das G3/High-Grade-Urothelkarzinom ist ein hochaggressiver, potenziell lebensbedrohlicher Tumor.

    Nicht das Tumorstadium, sondern das Grading (Tumorbiologie) ist für die Prognose ausschlaggebend.

    Mit der frühen Zystektomie und dem BCG-gestützten Blasenerhalt stehen zwei völlig konträre Therapiestrategien zur Verfügung.

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  • MRI, PET, CT – Neue bildgebende Verfahren für das Blasenkarzinom-Staging

    Die diffusionsgewichtete MRT ist ein vielversprechendes Verfahren zur Differenzierung zwischen muskelinvasiven und nichtmuskelinvasiven Harnblasenkarzinomen.

    PET-CT gewinnt zunehmend einen Stellenwert für das präoperative Staging, es sind jedoch weitere prospektive Studien mit höheren Patientenzahlen nötig.

    CT bleibt die Standarduntersuchung, die durch die internationalen Guidelines empfohlen wird.

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  • Roboterassistierte radikale Zystektomie – Spielerei oder Zukunft?

    Es besteht Konsens darüber, dass es sich bei der roboterassistierten radikalen Zystektomie (RARC) um ein etabliertes Verfahren im Management des invasiven Blasenkarzinoms handelt.

    Basierend auf der gegenwärtigen Literatur erlaubt die RARC in den Händen eines erfahrenen Chirurgen im Vergleich zur offenen und konventionellen endoskopischen radikalen Zystektomie äquivalente onkologische Ergebnisse.

    Die gegenwärtige Entwicklung spricht für die RARC als zukunftsweisendes innovatives Verfahren zur Therapie des invasiven Blasenkarzinoms.

    Inwieweit sich die Kosten auf die weitere Verbreitung roboterassistierter Systeme auswirken werden, bleibt abzuwarten.

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  • Lymphadenektomie bei klinisch nicht metastasierten Harnblasenkarzinomen

    Die Lymphadenektomie mit erweitertem anatomischem Ausmaß im Rahmen der radikalen Zystektomie führt zu einem bestmöglichen Staging der Tumorerkrankung.

    Ebenso erhöht diese das postoperative tumorfreie Überleben, unabhängig vom Lymphknotenstatus und dem Tumorstadium.

    Eine Standardisierung der Lymphknotenentfernung bei der radikalen Zystektomie könnte die chirurgische Behandlung verbessern und das Überleben weiter erhöhen.

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  • Neoadjuvante, adjuvante oder gar keine Chemotherapie? – Perioperative Therapie des muskelinvasiven Harnblasenkarzinoms

    Der Nutzen einer neoadjuvanten Chemotherapie ist mit einer Verbesserung der Überlebensrate von ca. 6 % klar belegt, der Nutzen einer adjuvanten Chemotherapie weniger zweifelsfrei belegt.

    Vor allem Patienten in gutem Allgemeinzustand, mit guten Organfunktionen und geringen Komorbiditäten sollten eine neoadjuvante Chemotherapie vor einer radikalen Zystektomie erhalten.

    Als individuelle Entscheidung kann bei Patienten mit lokal fortgeschrittenem Tumor (pT3–4) oder nodal-positiven Patienten eine adjuvante Chemotherapie erwogen werden, wenn zuvor keine neoadjuvante Chemotherapie erfolgt war.

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  • Fortgeschrittenes Urothelkarzinom – Die Rolle der Chirurgie nach Chemotherapie

    Beim metastasierten Urothelkarzinom kann eine konsolidierende Metastasenchirurgie nach gutem Ansprechen auf eine Chemotherapie im Einzelfall sinnvoll sein. Im Besonderen scheinen hierfür Patienten mit isolierten Lymphknotenmetastasierungen im Retroperitoneum geeignet zu sein.

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  • Stellenwert der Radiochemotherapie beim Harnblasenkarzinom

    Die Kombination von maximaler initialer TUR und moderner Radiochemotherapie ist effektiv und ermöglicht eine hohe Aussicht auf Blasenerhalt.

    Insbesondere für ältere Patienten mit Komorbiditäten und einem erhöhten Operationsrisiko bieten die multimodalen Therapiekonzepte eine Alternative zur Zystektomie.

    Voraussetzung ist ein eingespieltes interdisziplinäres Team, das die jeweiligen Bausteine der multimodalen Behandlung mit hoher Qualität und zeitlich aufeinander abgestimmt einsetzt.

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  • Neue Therapien in Sicht? Die Zukunft des metastasierten Blasenkarzinoms

    Seit 30 Jahren sind cisplatinbasierte Kombinationschemotherapien der Goldstandard in der Behandlung des metastasierten Blasenkarzinoms.

    Die Effizienz dieser Standardtherapien konnte bislang weder durch den Einsatz alternativer konventioneller Chemotherapeutika noch durch den Einsatz zielgerichteter molekularer Tumortherapeutika verbessert werden.

    Einen möglichen neuen Ansatz könnte eine individualisierte Therapie durch den Einsatz molekularer und genetischer Prädiktoren darstellen.

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Kongress

  • DGU: Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen der Frau

    Harnwegsinfektionen haben als häufigste bakterielle Infektion eine große individuelle und sozioökonomische Bedeutung.

    Wegen der steigenden Prävalenz multiresistenter Erreger sollte zur Diagnostik stets eine Urinkultur angelegt werden, um den ungezielten Einsatz von Antibiotika zu vermeiden.

    Zur Prophylaxe stehen nach dem Ausschluss prädisponierender Faktoren heute eine Vielzahl verhaltenstherapeutischer, medikamentöser und supportiver Behandlungsoptionen zur Verfügung.

    Dabei haben Probiotika (Laktobazillen) und standardisierte Phytopharmaka vor dem Hintergrund der Antibiotikaresistenz­-entwicklung einen wachsenden Stellenwert.

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  • ESMO: Tiefe der Remission ist beim Nierenzellkarzinom entscheidend

    Die Tumorschrumpfung ist einer der besten, etablierten und verfügbaren Biomarker in der Klinik.

    Die exzellente Prognose bei Patienten mit tiefer Remission zeigt auch, welche prognostischen Zugewinne für Subgruppen möglich sind.

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Serie: Recht

  • Die Reichweite der ärztlichen Dokumentationspflicht

    Die ärztliche Dokumentation hat Beweissicherungsfunktion und muss in einem unmittelbaren Zusammenhang mit der Behandlung bzw. erfolgten Diagnose stehen. Der OGH hat dazu festgelegt, dass alle Aufzeichnungen spätestens zum Ende des einzelnen Behandlungs-abschnittes erfolgen müssen. Folgender Beitrag listet die Inhalte der Dokumentation.

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Serie: Urologie der Frau

  • Vaginale Infektionen

    Vaginose: Wenn keine spontane Ausheilung erfolgt, ist die Therapie der Wahl Metronidazol peroral.

    Candidamykose: Der Arztbesuch ist nötig, wenn Beschwerden erstmals oder mehr als viermal pro Jahr auftreten, sowie während der Schwangerschaft. Antimykotikatherapie.

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Serie: Young Urologists

Kontinenz-News

  • Editorial: Inkontinenz – das zweifache Tabu
    Das erste Jahr als Präsident der MKÖ ist mir nicht langsam vergangen. Im Rhythmus der Veranstaltungen und deren Vorbereitung vor dem Hintergrund der täglichen praktischen Arbeit aller Mitarbeiter unserer Gesellschaft in ihren jeweiligen Gesundheitseinrichtungen haben sich mir neue Perspektiven eröffnet. ...Weiterlesen ...
  • Paradigmenwechsel bei Stuhlinkontinenz
    Die fäkale Inkontinenz (FI) betrifft in erster Linie Frauen und ist zumeist auf den Geburtsvorgang zurückzuführen. Der klassische Verlauf dieser FI ist verhältnismäßig stereotyp: Bei einer Geburt, insbesondere wenn schwer (z. B. Forceps), kann es zu einem Riss oder Einriss ...Weiterlesen ...
  • Die Jahrestagung 2013 aus der Sicht der Pflege
    Seit fast 20 Jahren bin ich als diplomierte Pflegeperson in der Medizinischen Kontinenzgesellschaft Österreich engagiert, das weiterhin tabuisierte Thema Harn- und Stuhlinkontinenz in den Fokus besonders auch von medizinischem Personal zu rücken.
    Aus der Perspektive meiner Rolle als Tagungspräsidentin (gemeinsam ...Weiterlesen ...
  • Zarte Bänder – moderne operative Therapie der weiblichen Belastungsharninkontinenz
    Belastungsharninkontinenz (englisch: Stress Urinary Incontinence = SUI) ist definiert als Harnabgang aus der Harnröhre bei körperlicher Belastung. Von der weiblichen Bevölkerung sind 6 bis 17 % betroffen, von denen mehr als die Hälfte dadurch in der Lebensqualität stark oder sehr ...Weiterlesen ...

Journal Club

  • Zusammenhang von Nierensteinen und koronarer Herzkrankheit
    Ferraro PM et al., History of kidney stones and risk of coronary heart disease. JAMA 2013; 310:408–15
    Die Autoren analysierten epidemiologische Daten von insgesamt 242.105 Teilnehmern der Health Professionals Follow-up Study (HPFS) und der Nurses’ Health Studies (NHS) I und ...Weiterlesen ...
  • Langzeitüberleben von Teilnehmern der Prostate Cancer Prevention Trial
    Thompson IM Jr et al., Long-term survival of participants in the prostate cancer prevention trial. N Engl J Med 2013; 369:603–10
    Die Prostate Cancer Prevention Trial (PCPT) untersuchte den Einfluss der täglichen Einnahme von 5 mg Finasterid auf die Entstehung ...Weiterlesen ...
  • Ergebnisse der radikalen Prostatektomie bei PCa nach aktiver Überwachung
    Satkunasivam R et al., Pathological, oncologic and functional outcomes of radical prostatectomy following active surveillance. J Urol 2013; 190:91–5
    Die Autoren berichteten über ihre Ergebnisse einer verzögerten radikalen Prostatektomie (RPE) nach initialer aktiver Überwachung (active Surveillance) eines Low-Risk-PCa. Einschlusskriterien für ...Weiterlesen ...

Panorama