Case Study: 61-jähriger Patient mit Lymphknoten und Thoraxschmerzen


  1. Case Study: 61-jähriger Patient mit Lymphknoten und ThoraxschmerzenAndrey Popov – stock.adobe.com

    Case Study: 61-jähriger Patient mit Lymphknoten und Thoraxschmerzen

     

    Autor:
    Assoc. Prof. Dr. med. Thomas Melchardt, Ph.D.

    Universitätsklinik für Innere Medizin III – Salzburg Cancer Research Institute
    Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg

     

     

     

    Mit finanzieller Unterstützung von
    Logo Roche
    M-AT-00002938

     

     

     

  2. Fallbeschreibung

    • Ein 61-jähriger Patient kommt im April 2022 zu seinem praktischen Arzt, nachdem er wiederholt Schmerzen und Schwellungen am Thorax bemerkt hat sowie kleinere Lymphknoten cervikal.
    • Als Medikation erhält der Patient Spiolto® Respimat® und Berodual®.
    • Die Nebendiagnosen sind COPD im GOLD Stadium IIA und Nikotinabusus mit 45 Packungsjahren.
  3. Anamnese und Untersuchung

    • Die weitere Anamnese ergibt, dass die Schwellungen in den letzten Wochen aufgetreten sind. Der Patient berichtet von leichtem Nachtschweiß und Gewichtsverlust von etwa 4kg in den letzten zwei Monaten.
    • Die körperliche Untersuchung ergibt mehrere geschwollene Lymphknoten am Hals und in beiden Achselhöhlen sowie mehrere druckschmerzhafte Schwellungen am Brustkorb. Die Schmerzen sind auch durch Bewegungen im Oberkörper auslösbar.
  4. Frage

    • (3 richtige Antworten)
    • Dieses Feld dient zur Validierung und sollte nicht verändert werden.
  5. Befunde

    • Der Blutbefund des Patienten zeigt eine leicht erhöhte LDH und ist ansonsten unauffällig
    • Auffälliges Thorax-CT (zerstörte Rippe mit Weichteilkomponente prästernal, Verbreiterung beim Brustbein siehe Abbildungen)
    • Die Histologie-Gewinnung erfolgt aus einer gezielten Weichteil-Biopsie prästernal

    CT-Thorax vor Therapie:

  6. Diagnose

    Diffus großzelliges B-Zell-Lymphom (DLBCL):

    • Kein double-hit Lymphom
    • Activated B-cell Phänotyp

     

    Ann Arbor Klassifikation: IV-B

    • Disseminiert ossär mit Weichteilkomponente
    • Prognoseindex (IPI): 4 (high – Alter, LDH ↑, Stadium IV-B, disseminierter Extranodalbefall)
    PET/CT vor Therapie
  7. Therapie

    Der Patient erhielt 6 Zyklen Pola-R-CHP (Polatuzumab Vedotin, Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Prednison) und 2 Gaben Rituximab analog dem POLARIX-Schema.

    Phase-III-Studie mit verlängertem PFS:

    In der internationalen Phase-III-Studie POLARIX1 wurde ein modifiziertes R-CHOP (Rituximab, Cyclophosphamid, Doxorubicin, Vincristin, Prednison)-Therapieschema – Pola-R-CHP – evaluiert, in dem ein Austausch von Vincristin gegen Polatuzumab Vedotin (Polivy®) erfolgt ist. 879 Patient:innen mit nicht-vorbehandeltem, intermediate- oder high-risk DLBCL erhielten 1:1 randomisiert 6 Zyklen Pola-R-CHP vs. R-CHOP + 2 Zyklen Rituximab. Nach einem medianen Follow-up von 28,2 Monaten war die Rate des progressionsfreien Überlebens (PFS) im Pola-R-CHP-Studienarm mit 76,7 % signifikant höher im Vergleich zu 70.2 % im R-CHOP-Arm. Die stratifizierte Hazard Ratio für Progress, Rückfall oder Versterben betrug 0,73 (95% KI: 0,57-0,95; p = 0,02).

  8. Expertenstatement zur Behandlungsentscheidung

    • Transkript
  9. Weiterer Verlauf

    • Aufgrund einer PET-positiven Restspeicherung (kleiner Herd Rippe rechts dorsal) nach der Therapie erfolgte eine konsolidierende Radiotherapie und ein erneutes PET-CT, welches schließlich komplett unauffällig war.
    • Der Patient ist in Remission und befindet sich in Nachsorge, wobei ihm eine onkologische Rehabilitation nahegelegt wurde.
    PET/CT nach Therapie
  10. Expertenstatement zur Abschlussuntersuchung nach Systemtherapie

    • Transkript
  11. Wissenscheck

    Schritt 1 von 3

    • Die folgenden Fragen dienen der Überprüfung Ihres Wissens. Sie werden am Schluss zusammen aufgelöst.
    • (1 richtige Antwort)
  12. Vielen Dank, dass Sie unseren interaktiven Patientenfall durchgearbeitet haben!

    Bereitgestellt von:
    Assoc. Prof. Dr. med. Thomas Melchardt, Ph.D.,
    Universitätsklinik für Innere Medizin III – Salzburg Cancer Research Institute
    Paracelsus Medizinische Privatuniversität Salzburg

    Redaktion:
    Dr.in Katharina Ostermann, Dr. Christian Maté

    Produktion:
    Bernhard Mayer

    Fachkurzinformation