Kann Active Surveillance tatsächlich die Risiken der PSA-Testung reduzieren? PRIAS-Studie impliziert Vorsicht

Drost F et al., Niederlande, Abstract #PD20-02;

Anhand des gut kommentierten PRIAS-Datensatzes identifizierten die Autoren die ersten 500 eingeschlossenen Männer. Über eine mediane Nachbeobachtungszeit von 10,9 Jahren brachen 325 (65%) Männer die AS ab. Weitere 121 Männer hatten innerhalb des letzten Jahres kein klinisches Daten-Update innerhalb von 7,3 Jahren. De facto bestätigten 54 Männer (11%) unter AS zu sein. Die Mehrheit der Männer stellte die AS aus Protokoll-Gründen ein. Die meisten Biopsien, die während der Nachsorge durchgeführt wurden, führten nicht zu einer Umklassifizierung.

Von den 325 Männern, welche die AS abbrachen, unterzogen sich 112 einer RPE, 125 sich einer Strahlentherapie, 57 unterzogen sich einem watchful waiting oder vestarben.

Man könnte daraus erschließen, dass das Potenzial von AS, die Schäden durch PSA-Tests zu reduzieren, übertrieben ist. Die Analyse litt jedoch unter vielen Einschränkungen: Die Umklassifizierung ist nicht auf das Fortschreiten der Krankheit zurückzuführen, sondern auf eine anfängliche Fehlklassifizierung. Die verstärkte Nutzung der MRT vor der Biopsie wird wahrscheinlich beide Biopsie-Raten bei Patienten mit klinisch unbedeutenden Erkrankungen verringern und diese anfängliche Fehlklassifikation verringern. Schließlich zeigte die ProtecT-Studie, dass fast 50% der eingeschriebenen Patienten 10 Jahre nach der Einschreibung eine konservative Behandlungsstrategie verfolgten. Für Männer, die schließlich von der Überwachung zur Behandlung übergehen, könnten viele Personenjahre der Morbidität vermieden werden, weil sie die Zeit bis zur Intervention verzögern. So kann die Überwachung auch für diejenigen, die letztendlich eine Neueinstufung vornehmen, einen Nutzen für die Lebensqualität bieten.
Innovation: ★★☆     Datenqualität: ★★☆     Praxisrelevanz: ★☆☆