Einfluss anderer Malignome vor der Prostatakarzinom-Diagnose auf das klinische Outcome nach radikaler Prostatektomie

Tennstedt Pierre et al., Hamburg, D, Abstract # P11-20;

Unter Verwendung eines großen institutionellen Datensatzes bewerteten die Autoren die Assoziation zwischen einer Tumor-Vorgeschichte und klinischem Outcome bei Prostatakarzinom-Patienten nach einer radikalen Prostatektomie, einschließlich biochemischem Rezidiv, Metastasierung, Prostatakrebs-spezifischem Überleben und Gesamtüberleben. Auf Basis von 24.814 Patienten (7% hatten eine Vorgeschichte von früheren Krebserkrankungen) konnte gezeigt werden, dass das sich Risiko eines biochemischen Wiederauftretens zwischen Patienten mit und ohne Vorgeschichte eines anderen Malignoms (HR 1,01, 95% CI 0,91–1,13) nicht unterschied. Auch das Risiko einer Metastasierung war vergleichbar (HR 0,9, 95% CI 0,7–1,1). Allerdings war das Prostatakarzinom-spezifische Überleben bei Patienten mit der Vorgeschichte einer anderen Malignität signifikant niedriger (HR 0,4, 95% CI 0,2–0,7) und das Risiko einer Gesamtmortalität signifikant höher (HR 1,7, 95% CI 1,4–2,0). In absoluten Zahlen war der Unterschied in der Prostatakarzinom-spezifischen-Mortalität recht gering (2,5% gegenüber 5,4%), während der Unterschied in der Gesamtmortalität viel größer war (31,6% gegenüber 6,6%). Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass Patienten mit früheren Malignomen ähnliche Tumoreigenschaften aufweisen wie Patienten ohne eine solche Vorgeschichte.
Innovation: ★★☆     Datenqualität: ★☆☆     Praxisrelevanz: ★★☆