Retrospektive Analyse der COU-AA-302-Studie: Prädiktoren für radiologische Progression bei metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom-Patienten unter Abirateron

Martin L et al., Kanada, Abstract # PD10-07;

In dieser placebo-kontrollierten, doppelblinden, randomisierten Phase-3-Studie wurden 1.088 asymptomatische oder leicht symptomatische chemotherapie-navie Prostatakarzinom-Patienten entweder zu Abirateron + Prednison oder Prednison allein randomisiert. Die mittlere Zeit bis zur radiologischen Progression betrug 16,6 Monate (ca. 1,5 Jahre). Das Ausmaß der Erkrankung bei Studienbeginn und die Veränderung des PSA nach 8 Wochen waren die stärksten unabhängigen Determinanten des rezidivierenden/progressionsfreien Überlebens (RPFS). Mit diesen beiden Variablen wurden die Patienten in 6 Kohorten gruppiert, die mit der Wahrscheinlichkeit von RPFS nach 6 und 12 Monaten korrelierten. Bei Männern mit einer reinen Knochenerkrankung zu Studienbeginn und einem Rückgang der PSA um ≥50% betrug der RPFS-Wert 93% (95%-CI 87–96) nach 6 Monaten und 80% (95%-CI 72–86) nach 12 Monaten. Im Gegensatz dazu war die Wahrscheinlichkeit von RPFS bei Männern mit Knochen- und Weichmetastasen zu Studienbeginn und < 50% PSA-Rückgang 55% (95% CI 41 bis 67) nach 6 Monaten und 34% (95% CI 22 bis 47) nach 12 Monaten. Anhand dieser relativ einfachen Risikostratifizierung (Ausmaß der Erkrankung und %PSA-Response) lassen diese Ergebnisse gemäß Atuoren darauf schließen lassen, dass der Zeitplan für die Bildgebung bei mCRPC personalisiert werden kann. Diese Ergebnisse müssen jedoch extern validiert und mit anderen Behandlungen untersucht werden. Letztendlich könnten die Ergebenisse zu einem effizienteren Einsatz der Bildgebung bei Männern mit mCRPC führen.
Innovation: ★★☆     Datenqualität: ★★☆     Praxisrelevanz: ★★☆