IMmotion151: Molekulare Korrelate in Zusammenhang mit unterschiedlichem Ansprechen auf Atezolizumab + Bevacizumab versus Sunitinib bei therapienaiven metastasierten Nierenzellkarzinom-Patienten

Rini B et al., Cleveland, USA, Abstract # LBA31;

In die Studie wurden therapienaive Patienten mit metastasiertem Nierenzellkarzinom (mRCC) mit klarzelliger und/oder sarkomatoider Differenzierung eingeschlossen. Die Stratifizierung erfolgte nach MSKCC risk-score, hepataler Metastasierung und PD-L1-Status (<1% vs. ≥1%). Primäre Endpunkte waren progressionsfreies Überleben (PFS) in der PD-L1-positiven Gruppe und Gesamtüberleben (OS), sowie explorative Endpunkte wie die Gensignatur von IMmotion150 und ihre Assoziation mit PFS und Biomarker-Charakterisierung in den MSKCC-Risikogruppen und sarkomatoid differenzierten Tumoren. Patienten erhielten entweder Atezolizumab (Atezo) + Bevacizumab (Bev) oder Suninitib (Sun).

Das Ergebnis: Sarkomatoide mRCC präsentierten sich mit einer Angiogenese-niedrigen und T-Effektor-hohen Gensignatur, sowie höherer PD-L1-Expression; Patienten hatten einen verbesserten klinischen Benefit unter Atezo+Bev. Sun wiederrum sollte die Therapie der Wahl bei Angiogenese-Gensignatur-hohen Tumoren (HR 0,59) sein. Atezo+Bev wirken besser in Angiogenese-niedrigen Tumoren (HR 0,68), sowie in T-Effektor-hohen und PD-L1+-Tumoren (HR 0,68).

Patienten aus der günstigen Risikogruppe zeigten häufiger Angiogenese-hohe Gensignaturen als intermediate und poor risk-Patienten (74% vs. 26%). Intermediate/poor risk-Patienten wiederrum zeigten häufiger T-Effektor hohe Signaturen, sowie PD-L1+ Tumoren als Patienten mit günstigem Risikoprofil (64% versus 36%).

Zusammenfassend sollten demnach Patienten mit günstigem Risikoprofil, Angiogenese-hoher und nicht-sarkomatoider Variante Sunitinib erhalten. Patienten der intermediate und poor risk-Gruppe, mit höherer Wahrscheinlichkeit für Angiogenese-Signatur-niedrige und T-Effektor-hohe oder PD-L1+-Tumoren sollten mit Checkpointinhibitoren therapiert werden, selbiges gilt für Patienten mit sarkomatoider Differenzierung. Diese Studie ist die erste validierte Identifikation von klinisch relevanten Biomarkern in der Therapie des mRCC.