Kontaktlose Ordination – Sinn und Grenzen der Telemedizin

Entgeltliche Einschaltung

Gerade in den letzten beiden Jahren hat die Telemedizin einen Schub bekommen. Die Online-Konsultation (Inbegriff der Telemedizin) hat inzwischen sowohl in den Arztpraxen, als auch als Leistung bei den Krankenkassen Einzug gehalten. Hauptgrund war, die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten. Doch die Telemedizin erweist sich auch überall nützlich, wo Wege eingespart werden sollen: sowohl bei PatientInnen mit eingeschränkter Mobilität, als auch im ländlichen Raum mit langen Anfahrtswegen zum nächsten Arzt oder zur nächsten Ärztin.  

Die Frage ist: Wie weit kann und soll der direkte Kontakt vermieden werden?

1. Terminvereinbarung
Einen Termin vereinbaren die meisten am Telefon oder über ein Reservierungs-Tool. Folgetermine machen sich dennoch viele direkt in der Ordination aus. 

Die größten beiden Vorteile bei der Online-Reservierung liegen auf der Hand:  

  • PatientInnen können flexibel zu jeder Tageszeit ihren Termin reservieren. 
  • Das Telefon und damit auch der Empfang in der Ordination sind merklich zeitlich entlastet. 

Es ist daher absolut sinnvoll, die Online-Terminreservierung anzubieten. (z.B. Care01 RESERVATION)

3. Stammdaten, Anamnese, Erklärungen
Ob beim Erstkontakt oder vor einer Behandlung: es braucht Informationen von PatientInnen und das meist in schriftlicher Form. Digitale Alternativen sind noch selten, aber es gibt sie! Die Herausforderung ist eine sichere Verbindung bzw. digitale Kommunikation zwischen ÄrztIn und PatientIn. 

Care01 bietet mit der Erweiterung Care01 ADMISSION ein Tool, das einfach und gleichzeitig sicher ist. Direkt aus der PatientInnenakte kann ein Link versendet werden, der zum benötigten Formular führt. Wahlweise kann nun der Patient oder die Patientin die Angaben am Ordinationstablet machen, oder – richtig kontaktlos – am eigenen Smartphone auch zu Hause oder unterwegs. Mit Bestätigung der Angaben und auch mit einer digitalen Unterschrift wird das Formular zurück an die Software gesendet und die Daten gleich übernommen. 

Digitale PatientInnenerfassung hat viel Potential: 

  • Informationen und Unterschriften stehen ohne persönlichen Kontakt zur Verfügung. 
  • PatientInnen haben Zeit und oft die gewohnte persönliche Umgebung, um die Fragen in Ruhe durchzugehen. 
  • Übertragungsfehler von Papier in die Software fallen weg. 

Digitale Datenerfassung durch PatientInnen ist noch wenig verbreitet, aber bringt viele Vorteile für beide Seiten.

3. Konsultation
Online-Konsultation ist (wie weiter oben erwähnt) auf dem Vormarsch und entwickelt sich zu einem festen Bestandteil des Ordinations-Angebotes. Vieles kann sinnvoll über Videotelefonie besprochen werden, aber eben nicht alles. Symptome abklären, Fragen beantworten und visuelle Begutachtung eignen sich hervorragend für digitale Konsultationen. Doch es gibt viele Situationen, die ohne Kontakt oder Berührung nicht auskommen: Abtasten, Anhören oder Ultraschall etwa. Auch eine Impfung wird rein virtuell nicht funktionieren. 

Online-Konsultation hat Vorteile und Grenzen: 

  • Vermeidbare Kontakte und Wege können teilweise sinnvoll eingespart werden. 
  • Kontrollen bei bewegungseingeschränkten PatientInnen sind leichter möglich. 
  • ein Teil medizinischer Leistungen kann aber nicht ohne direkten Kontakt gemacht werden. 

Die Online-Konsultation (z.B.: Care01 VIDEOCALL) findet zurecht ihren Platz, doch kann sie niemals alle persönlichen Kontakte ersetzen.

4. Rezepte und Befunde
Es ist mittlerweile üblich, dass ÄrztInnen Rezepte digital an die Apotheke „schicken“, wo sie dann von PatientInnen “ abgeholt“ werden können. Bis das Modul „e-Rezept“ voll ausgerollt ist, ist die Überbrückung über die „e-Medikation“ möglich und absolut praktikabel. Auch Befunde wandern großteils digital zwischen Labor, ÄrztIn und PatientIn. 

Während die Rezepte als ELGA-Dienst in einer sicheren Umgebung sind, werden viele Befunde nicht ganz datenschutzkonform per Mail versendet. Dabei gibt es Lösungen, die mit Link und Verifizierungscode und dennoch einfach funktionieren (z.B.: BefundExpress). 

Digitales Rezept und Befundversand haben zurecht ihren festen Platz: 

  • PatientInnen müssen nicht nur dafür persönlich in die Ordination 
  • Rezepte können trotzdem in jeder Apotheke gegen die vorgeschriebenen Medikamente eingelöst werden. 
  • Befunde sind digital schneller verfügbar und müssen nicht eingescannt werden 

Digitales Austauschen von Rezepten und Befunden ist einfach und sinnvoll, wenn die nötigen Sicherheitsanforderungen erfüllt sind. 

Fazit
Genau wie bereits in vielen Bereichen unseres Lebens, ist auch eine kontaktlose Ordination durchaus möglich. Vom Termin über den „Besuch“ bis zum Rezept lässt sich alles digital erledigen. Die unterschiedlichen Tools dafür sind weitgehend ausgeklügelt und greifen auch wunderbar ineinander. Dennoch lässt sich der persönliche Kontakt nie ganz ersetzen. Gerade administrative Tätigkeiten machen aber online sehr viel Sinn und bringen Vorteile. 

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