t-med, kostenpflichtiger Onlinekurs

Schon bei der Vorbereitung für den TMS in Deutschland hatte ich sehr positive Erfahrungen mit dem t-med-Programm gemacht und so beschloss ich, es auch für die Vorbereitung auf den MedAt zu nutzen. Da es hier jedoch nicht um den TMS geht, will ich mich auf das Programm für Österreich beschränken. Einige Teile der Vorbereitungseinheiten für beide Tests überschneiden sich ohnehin.

t-med ist ein kostenpflichtiger Onlinekurs, der eine umfassende Vorbereitung auf alle Teilbereiche des MedAt ermöglicht. Der Studienanwärter, der das gesamte Vorbereitungspaket für Österreich bucht, erhält Zugang zu einer umfangreichen Trainingswebsite und per Post vier Skripten, welche die Fächer Mathe & Physik (beide Fächer in einem Skript), Biologie, Chemie sowie den Block Textverständnis umfassen.

Hauptverantwortlicher für das Programm ist Georg Schweizer, Lehrer für Physik und Chemie. Unterstützt wird er von seiner Frau, von Studenten, Kollegen und ehemaligen Schülern.

Seit 2008 werden Präsenskurse für den Aufnahmetest Graz, seit 2009 nur noch Fernkurse für denselben vertrieben. 2011 wurde erstmals ein Programm für die Veterinärmedizin in Wien angeboten und seit 2012 gibt es Vorbereitungskurse für den deutschen TMS und den damaligen EMS. Die Umstellung auf den MedAt erfolgte jedoch reibungslos, wobei die längere Erfahrung der Verantwortlichen mit Testvorbereitungen auf den Grazer Test sicherlich von Vorteil war. Mittlerweile werden auch Zuschriften von Testteilnehmern berücksichtigt.

Die drei Skripten unter dem Titel „Ein roter Faden durch [Thema]“, die der Vorbereitung auf den naturwissenschaftlichen Teil des MedAt dienen, ähneln einer Sammlung ordentlicher, aufeinander aufbauender, umfangreicher Hefteinträge. Da kommt wohl der Lehrer durch. Aber ich spreche aus eigener Erfahrung, wenn ich behaupte, dass bei weitem nicht jeder Lehrer in der Lage ist, solche Hefteinträge zu entwerfen. Die Skripten enthalten den gesamten Stoff in prägnanter Form, basierend auf der Stichwortliste der MedUni Graz (VMC Moodle) und den Erfahrungen aus den bisherigen Grazer Tests. Der „Rote Faden“ steckt nicht nur im Titel, die Skripten sind tatsächlich logisch aufgebaut, was das Lernen erleichtert.

Die Skripten haben DinA4-Format, wurden schwarz-weiß gedruckt und besitzen eine einfache Klebebindung. Jede Doppelseite ist nur einseitig bedruckt, damit Platz für eigene Notizen bleibt. Jedes Skript beginnt mit einem kurzen Vorwort, in dem kurz auf die behandelten Teilbereiche und deren Testrelevanz eingegangen wird. Das Inhaltsverzeichnis steht am Ende und ist so ausführlich, dass ein Stichwortverzeichnis nicht nötig ist. Die Skripten eignen sich daher auch zum Nachschlagen und müssen nicht chronologisch durchgearbeitet werden, auch wenn ich das nur empfehlen kann. Der Text ist übersichtlich und klar gegliedert und von Abbildungen, Tabellen und Merkkästchen durchsetzt.

Da meine Schwächen hauptsächlich in Mathe und Physik lagen, habe ich dieses Skriptum am gründlichsten bearbeitet. Es ließ keine Wünsche oder Fragen offen. Zwar habe ich noch keine detaillierte Aufschlüsselung meiner Einzelergebnisse erhalten, aber intuitiv würde ich sagen, dass Mathe und Physik zu meinen Stärken im Test gehört haben, womit ich bis dahin nie gerechnet hätte. Meine große Liebe galt zu Schulzeiten immer der Biologie. Da ich mich mit dem Fach aufgrund persönlicher Neigung also bereits intensiv auseinander gesetzt habe, erlaube ich mir anzumerken, dass man merkt, dass der Autor dieses Fach nie unterrichtet hat. Der Inhalt ist zwar vollständig und korrekt (er wurde von einer Fr. Prof. Dr. R. Rovan redigiert, die wohl Professorin oder Lehrerin der Biologie ist und ebenfalls Erfahrung mit Studienvorbereitungskursen hat) jedoch fehlt mir etwas der rote Faden, die sichere, auf Erfahrung basierende Stringenz, mit der die anderen Skripten aufwarten. Das Biologieskriptum wirkt stellenweise wie eine Zusammenstückelung von Wikipediaartikeln. Lernen kann man damit trotzdem sehr gut und das ist doch schließlich das Wichtigste.

Auf der Lernplattform finden sich umfangreiche Fragenkataloge zum naturwissenschaftlichen Teil des MedAt und Übungsaufgaben für die anderen Teile. Die Gestaltung der Aufgabenstellungen richtet sich streng nach den Beispielaufgaben auf der Moodle-Seite der MedUni Graz, nur der Schwierigkeitsgrad wurde angepasst und kam dem tatsächlichen MedAt erfreulicherweise erstaunlich nahe. Das einzige Manko dieser Übungsplattform war, dass sie mir verhältnismäßig häufig abstürzte, gerade wenn ich länger damit gearbeitet hatte. Zwar kann ich nicht mit Sicherheit ausschließen, dass das nicht meinem alternden PC oder meiner Internetverbindung anzulasten ist, aber mit anderen Websites habe ich dieses Problem eigentlich nicht. Da jedoch alle Resultate stets zwischengespeichert waren, habe ich lediglich für die Neuanmeldung etwas Zeit verloren. Außerdem gestaltete sich die Navigation auf der sehr einfach gehaltenen Website bisweilen etwas umständlich. Aber sie war leicht zu verstehen und intuitiv zu bedienen und somit waren mir zwei Mausclicks mehr oder weniger auch egal.

Der naturwissenschaftliche Teil des umfangreichen Fragenkatalogs auf der Lernplattform umfasst Multiple-Choice-Aufgaben zu allen relevanten Themen, die Gliederung richtet sich nach den Skripten. Die Fragen sind in Lerneinheiten von durchschnittlich 10 Aufgaben aufgeteilt. Das kann bei mehrmaligem Bearbeiten des jeweiligen Blockes dazu führen, dass man die Reihenfolge bereits kennt. Allerdings gibt es pro Themenblock die Möglichkeit, sich die zugehörigen Fragen nach dem Zufallsprinzip stellen zu lassen. Die Antworten sind größtenteils kommentiert und/oder mit Querverweisen auf die entsprechende Stelle im Skriptum oder weiterführende Websites versehen, was ich als dickes Plus verzeichnen möchte. Zu manchen Themen gab es deutlich mehr Fragen als zu anderen; und wenn auch sicherlich an einigen Stellen noch nachgepolstert werden könnte, so gab es dennoch kein Thema, bei dem ich mich unzureichend vorbereitet gefühlt hätte. Die Fragen selbst würde ich in zwei Kategorien einteilen – in Testfragen und in Lernfragen, die kunterbunt durchmischt den Lernenden erwarten. Testfragen sind solche, wie sie einen im MedAt auch erwarten – und sie kommen der Realität erstaunlich nahe; Lernfragen dienen dem systematischen Pauken von Formeln und Fakten, wobei manche der vorgestellten Formeln über das erforderliche Maß hinaus gingen. Ohnehin bin ich bei der Lösung des Tests fast ohne Formeln ausgekommen.

Für den Testteil Textverständnis gibt es ein eigenes kleines Skriptum, das die 33 Texte in ausgedruckter Form enthält. Das empfinde ich als sehr positiv, da manche Leute keinen eigenen Drucker besitzen oder nur ungern am PC lesen. Außerdem entfällt so das Hin- und Herspringen zwischen Frage und Text, da man beides einfach nebeneinander legen kann. Die Fragen finden sich auf der Lernplattform. Anfangs hat es mich gestört, dass es pro Text nur 1 bis 5 Fragen gab. Das erschien mir etwas billig, allerdings gibt es im Test tatsächlich auch nicht mehr Fragen pro Text. Auch die Länge der Texte und ihr Schwierigkeitsgrad entsprechen dem Testniveau. Die Fragen im Test fand ich jedoch einfacher, vor allem da die laut Lernplattform richtigen Antworten meiner Meinung nach teilweise Interpretationssache sind. Im Test gab es dagegen keine interpretatorischen Unklarheiten.

Bleibt noch der kognitive Teil, der ja im Test immerhin 50% ausmacht. Er hat jedoch den entscheidenden Vorteil, dass man ihn, denke ich, sehr gut trainieren kann. Hier könnte t-med punkten, wenn es zu den einzelnen Untertests noch mehr Übungsmöglichkeiten anbieten würde. Allerdings wurde noch während der Zeit, in der ich die Lernplattform nutzte, laufend nachgeliefert. Insofern fühlte ich mich insgesamt nicht unzureichend vorbereitet. Der MedAt wurde zum ersten Mal durchgeführt; deshalb muss ich berücksichtigen, dass sich auch die Lernplattform noch im Aufbau befindet. Alle Aufgabenstellungen kamen dem Test jedoch sehr nahe.

Der Teil zum mathematischen Grundverständnis ist umfangreich[1]. Ich konnte weder auf der Plattform noch im Test einen großen Unterschied zwischen diesem und dem Matheabschnitt im naturwissenschaftlichen Teil ausmachen, somit ergänzen sich beide Teile. Wer trotzdem glaubt, noch nicht genug getan zu haben, der kann sich zusätzlich nach Vorbereitungsbüchern für den TMS (Aufgabengruppe mathematische und formale Probleme) umsehen. Die Aufgaben sind übertragbar. Auch bei t-med sind hier die Vorbereitungen für beide Tests identisch. Man braucht also nicht zusätzlich den Kursteil für den TMS zu buchen. Sollte man dies unnötigerweise dennoch tun, so wird einen t-med umgehend auf den Fehler hinweisen und fairerweise auch das zu viel bezahlte Geld zurück überweisen. Man braucht also keine Angst zu haben, übers Ohr gehauen zu werden.

In Gesprächen mit anderen Testteilnehmern waren sich alle einig, dass der Gedächtnisteil mit den Allergieausweisen am schwierigsten ist. T-med bietet bereits einige Allergieausweise, könnte allerdings punkten, wenn es noch möglichst viele nachliefern würde. Der Gedächtnistest aus dem TMS (Formen und Fakten lernen) kann vielleicht bis zu einem gewissen Grad als Lernhilfe herangezogen werden, ist jedoch nur bedingt übertragbar. Das gewissenhafte Üben der Aufgabenstellung ist dann natürlich dem Lernenden überlassen. Je näher an der Testwirklichkeit, desto besser: 1 Minute pro Ausweis (insgesamt 8 Ausweise) und vor der Abfrage eine halbe Stunde etwas anderes machen.

Ich habe auch von einigen gehört, die sich mit dem Zusammensetzen der Figuren schwer taten. T-med bietet auch hier einige Übungsmöglichkeiten, die dem Test sehr nahe kommen, wobei es im Test teilweise mehr Einzelteile gab.

Mich hat im Test gestört, dass es im Voraus keine ganz eindeutigen Angaben darüber gab, wie viel Zeit für die einzelnen Aufgabenstellungen im Endeffekt zur Verfügung stehen würde. Im Allgemeinen hat aber jeder die Möglichkeit, bequem rechtzeitig fertig zu werden. Bei den t-med-Übungen für die Zahlenfolgen hatte ich nie ein Zeitproblem, im Test war das die einzige Aufgabengruppe, bei der mir die Zeit knapp wurde. Aber jeder Mensch ist anders. Insgesamt ist die Schwierigkeit der t-med-Zahlenfolgen auf den Test übertragbar. Die Zahlen im Test waren teilweise höher und manchmal musste man den Bezug zur jeweils übernächsten Zahl (statt zur nächsten wie bei t-med) herstellen um die Regelmäßigkeit zu erkennen. Darauf habe ich t-med jedoch bereits hingewiesen und ich vermute, dass sie das in den nächsten Jahren berücksichtigen werden.

Zusammenfassend kann ich sagen, dass ich das t-med-Programm uneingeschränkt jedem ans Herz legen kann, der sich gewissenhaft auf den MedAt vorbereiten möchte. Gerade gegen Ende meiner Vorbereitungung habe ich praktisch ausschließlich mit diesem Programm gelernt und konnte tatsächlich einen Studienplatz ergattern. Somit habe ich mein Ziel erreicht und denke, dass ich das in nicht unwesentlichem Maße der Prüfungsvorbereitung durch t-med verdanke. Allerdings würde ich dazu raten, das Programm nicht erst in letzter Minute zu buchen, wenn man merkt, dass einem das Wasser bis zum Hals steht. Es ist ein umfangreiches Lernpaket und es braucht seine Zeit, es durchzuarbeiten.

Der Gesamtkurs mit Testsimulation kostet 250€ – immer noch wenig im Vergleich zu dem, was man in manchen betreuten Kursen zahlt. Die 20€ für die Testsimulation (30€, wenn man sie einzeln bucht) würde ich schon investieren. Manche machen sie einige Zeit vor dem Test, um Lücken aufzudecken, ich habe sie am Tag vor dem Test unter prüfungsnahen Bedingungen absolviert, um mich auf den Test einzustimmen. Das sei jedem selbst überlassen.

Es ist auch möglich, einzelne Teile zu buchen, die dann zwischen 40€ (Textverständnis) und 75€ (Biologie, Mathe/Physik) kosten. Für den, der sich noch nicht sicher ist, gibt es auf der Website (http://www.t-med.at) kostenlose Schnupperkurse zu den naturwissenschaftlichen Teilen und dem Textverständnisteil. Wie man Zugang zu den Aufgaben des kognitiven Testteils bekommt, wenn man nicht den Gesamtkurs bucht, weiß ich leider nicht. Für Personen, die bereits zuvor mit t-med gelernt haben, gleich auf welchen Test, gibt es großzügige Rabatte, ebenso für diejenigen, die nach dem Test direkt einen Erfahrungsbericht, am besten mit Beispielaufgaben, an t-med schicken. Zum endgültigen Preis kommen dann noch Versandkosten von 5€ (Österreich), 14€ (Europa) und 24€ (andere Länder).

Zuletzt möchte ich noch die hervorragend funktionierende Kommunikation zwischen dem Anbieter des Programmes und den Kunden hervorheben, die leider auch in unserer heutigen Dienstleistungsgesellschaft nach wie vor nicht selbstverständlich ist.

Insgesamt glaube ich, dass das t-med-Programm sein Geld auf jeden Fall wert ist. Ich habe in jeder Hinsicht sehr positive Erfahrungen damit gemacht.

[1] Im MedAT 2014 wird im kognitiven Teil kein mathematisches Grundverständis mehr geprüft. Evtl. werden in die Fragen daher in der neuen t-med-Fassung entweder dem BMS-Teil zugeschlagen oder ganz weggelassen.