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Die Phase-III-Studie IMbrave150 verglich die Therapie einer Kombination aus dem PD-L1-Inhibitor Atezolizumab und dem VEGF-Inhibitor Bevacizumab mit der Standardtherapie Sorafenib beim nicht-resektablen hepatozellulären Karzinom (HCC).

Erste Ergebnisse wurden auf dem ESMO Asia Kongress 2019 in Singapur vorgestellt. Für die untersuchte Kombination zeigte sich sowohl ein signifikant längeres progressionsfreies Überleben (PFS) als auch ein signifikant längeres Gesamtüberleben (OS). Die Rationale der untersuchten Kombination: Atezolizumab reaktiviert die Immunantwort auf Tumorzellen und Bevacizumab hindert den Tumor an der Vaskularisation und steigert daneben die Immunität.

In 11 Jahren Forschung war es bislang nicht möglich, eine besser wirksame Therapie als Sorafenib zu finden ‒ der Proteinkinaseinhibitor weist eine Ansprechrate von etwa 10 % auf; für Studien-Erstautor Ann-Lii Cheng eine frustrierende Situation. Die nun untersuchte Kombination ist „die erste Erstlinien-Therapieoption, die einen Überlebensvorteil gegenüber Sorafenib aufweist“, zeigt sich der Forscher aus Taiwan erfreut.

Die Onkologin Dr. Angela Lamarca (Christie NHS Foundation Trust, Manchester, UK) bezeichnet die Ergebnisse als Durchbruch und Atezolizumab + Bevacizumab als möglichen neuen Therapiestandard. Sie fügt hinzu, dass insbesondere die im Vergleich zur Standardtherapie verbesserte Lebensqualität ein wichtiger Aspekt sei.

IMbrave150

Die Studie schloss 501 Patienten mit nicht-resektablem HCC ein. Es erfolgte eine 2:1 Randomisierung zu Atezolizumab + Bevacizumab und zu Sorafenib. Die Kombination aus Atezolizumab (1.200 mg) und Bevacizumab (15 mg/kg KG) wurde alle 3 Wochen i. v. verabreicht; Sorafenib (400 mg) zweimal täglich. Ko-primäre Endpunkte waren OS und PFS. Abbruchkriterien waren eine inakzeptable Toxizität und der Verlust des klinischen Benefits.

Resultate

Die Hazard Ratio (HR) für das OS war 0,58 bei einem medianen Follow-up von 8,6 Monaten (Tab.). Für die Kombination wurde das mediane Gesamtüberleben noch nicht erreicht; bei der Sorafenib-Gruppe lag es bei 13,2 Monaten. Das mediane PFS war gegenüber dem Vergleichsarm mit 6,8 vs. 4,3 Monaten ebenfalls signifikant erhöht.

Unter der untersuchten Kombination war die Gesamtansprechrate mehr als doppelt so hoch wie unter Sorafenib ‒ sowohl bei Heranziehung von RECIST (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors; 27 % vs. 12 %; p < 0,0001) als auch bei HCC-modifiziertem RECIST (33 % vs. 13 %; p < 0,0001). Atezolizumab + Bevacizumab hielten zudem die Lebensqualität der Patienten gegenüber Sorafenib länger aufrecht. Das Sicherheitsprofil der untersuchten Kombination war konsistent mit demjenigen der einzelnen Substanzen.

Ko-primäre Endpunkte Atezolizumab + Bevacizumab (n = 336) Sorafenib (n = 165)
OS
Median (Monate) 95 % KI       NB 13,2 (10,4‒NB)
HRa 95 % KI       0,58 (0,42‒0,79)
p-Werta, b       0,0006
PFS
Median (Monate) 95 % KI       6,8 (5,7‒8,3) 4,3 (4,0‒5,6)
HRa 95 % KI       0,59 (0,47‒0,76)
p-Werta, b       < 0,0001
NB, nicht bestimmbar; a stratifizierte Analyse; b Log-Rank

 

Tab. Vorläufige Ergebnisse der IMbrave150-Studie1

Quelle:

1 Abstract LBA3: IMbrave150: Efficacy and safety results from a phase III study evaluating atezolizumab (atezo) + bevacizumab (bev) vs sorafenib (Sor) as first treatment (tx) for patients (pts) with unresectable hepatocellular carcinoma (HCC), Annals of Oncology 2019; 30 (Suppl 9)

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