SU 04|2016

Herausgeber: Dr. Karl Dorfinger

Editorial

  • Editorial 4/16
    Liebe Leserinnen und Leser,
    die letzte Ausgabe von SPECTRUM Urologie 2016 hat sich den Schwerpunkt Uroonkologie vorgenommen. Dieses Spezialgebiet ist in den vergangenen Jahren durch enorme Entwicklungsschübe gekennzeichnet, weshalb es unerlässlich ist, sich intensiv damit auseinanderzusetzen. Diesem Anspruch wollen wir ...Weiterlesen ...

Aktuell für Sie

  • Wertschätzung ist wichtiger als Geld!

    Trotz laufender Diskussionen über sich verschlechternde Rahmenbedingungen: Mehr als 80 % der Ärzte mögen ihren Beruf. Und: Viel wichtiger als Geld und Prestige sind die Wertschätzung der Patienten und Kollegen. Eine Umfrage des MedMedia Verlags/Ärzte Krone Verlags (durchgeführt im Jahr 2016) zeigt aber leider auch, dass sich viele Ärzte von Politik und Kassen wenig oder gar nicht wertgeschätzt fühlen.

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Focus: Uroonkologie

  • Diagnostik- und Therapiealgorithmus bei Hodentumoren im Stadium I

    Hodentumore (Seminome und nichtseminomatöse Keimzelltumore) haben im klinischen Stadium I eine Heilungsrate von fast 100 %.

    Die Diagnostik der Hodentumore umfasst die Hodensonografie, Computertomografie von Thorax und Abdomen sowie die Beurteilung der Serummarker AFP, β-HCG und LDH.

    Die therapeutischen Möglichkeiten der Hodentumore umfassen die „active surveillance“ oder die einmalige Gabe eines Zyklus Chemotherapie.

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  • Metastasiertes, kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC) – Welche neuen Therapieformen sind in Sicht?

    Therapiestrategien beim metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom (mCRPC) umfassen den sequenziellen oder den kombinierten Einsatz von verfügbaren Medikamenten – für beide fehlt eine solide Evidenz.

    Grundsätzlich nimmt die Wirksamkeit der jeweiligen Medikamente mit steigender Therapielinie ab. Eine optimale Sequenz ist bislang aber nicht etabliert.

    Die Kombination zweier oder mehrerer Substanzen richtet sich zwar gegen unter-schiedliche Progressionsmechanismen, allerdings steigen Toxizität und Kosten.

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  • S3-Leitlinien der DGU zum nichtmuskelinvasiven Blasenkarzinom

    S3-Leitlinie zum Harnblasenkarzinom sollte von jedem Urologen gelesen werden.

    Evidenzbasierte Beurteilung aller diagnostischen und therapeutischen Maßnahmen.

    EORTC-Risikostratifizierung bestimmt Diagnostik, Therapie, Bildgebung und adjuvante Therapie.

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  • Das Nierenzellkarzinom: Was wir 2016 wissen sollten

    Sowohl beim lokal begrenzten als auch beim fortgeschrittenen/metastasierten Nierenzell­karzinom kam es in den vergangenen Jahren zu einem deutlichen Kenntniszugewinn.

    Hot Topic beim lokal begrenzten Nierenzellkarzinom ist die fokale Therapie.

    Im fortgeschrittenen Stadium wird die Rolle der Chirurgie (z. B. Metastasenchirurgie) diskutiert. Die systemische Therapie hat eine revolutionäre Entwicklung erlebt (neue Tyrosinkinase- und Checkpoint-Inhibitoren).

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  • Immuntherapie beim Blasenkarzinom

    Beim fortgeschrittenen Urothelkarzinom der Blase wurde für Checkpoint-Inhibitoren (z. B.: Atezolizumab, Pembrolizumab) sowohl in der Erstlinientherapie bei sogenannten „Cisplatin-unfitten“ Patienten als auch in der Zweitlinientherapie nach Platinversagen eine gute Wirksamkeit mit adäquater Verträglichkeit nachgewiesen.

    Trotz guter Verträglichkeit der Checkpoint-Inhibitoren sollten immunvermittelte Nebenwirkungen nicht verharmlost werden. Es ist daher wichtig, Zeichen beginnender immunvermittelter Ereignisse wie Colitis, Pneumonitis, Hepatitis, Nephritis und Endokrinopathien rechtzeitig zu erkennen und entsprechend zu behandeln.

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Kongress

  • DGU 2016 | Thromboembolische Ereignisse unter Cisplatinhaltiger Chemotherapie beim Hodentumor
    Prädiktive Faktoren
    Rolle der LMWH-Prophylaxe
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  • DGU 2016 | Paradigmenwechsel beim Prostata-Ca: Patientenstratifizierung anhand von Mutationen in DNA-Reparaturgenen

    Keimbahnmutationen in BRCA1/2 erhöhen das relative Risiko, am Prostatakarzinom zu erkranken, und sind gleichzeitig mit einem aggressiveren klinischen Verlauf vergesellschaftet.

    Die Häufigkeit von Mutationen in DNA-Reparaturgenen steigt mit dem Fortschreiten des Prostatakarzinoms deutlich an. Die zwei häufigsten deletären Mutationen beim Prostatakarzinom finden sich in BRCA2 und ATM, wobei die Mutationen in BRCA2 in ca. 40–50 % und in ATM in 20–60 % vererbt werden.

    PARP-Inhibitoren und platinbasierte Chemotherapien können erfolgreich beider Therapie des mCRPC mit DNA-Reparaturdefekt eingesetzt werden.

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  • DGU 2016 | S3-Leitlinien-Update unkomplizierter HWI

    Das Update 2016 der interdisziplinären S3-Leitlinie enthält erstmalig die Prophylaxe rezidivierender Harnwegsinfektionen.

    Neu: UroEvidence, das Wissenstransferzentrum der Deutschen Gesellschaft für Urologie, unterstützt die Aktualisierung der Leitlinie methodisch.

    Nach den aktuellen Empfehlungen soll bei ansonsten gesunden, nichtschwangeren Frauen in der Prämenopause weder ein Screening auf eine asymptomatische Bakteriurie noch eine antibiotische Therapie erfolgen.

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  • DGU | Blasen-Ca: Tumorinfiltrierende Immunzellen beeinflussen das therapeutische Ansprechen auf eine BCG-Therapie

    Die intravesikale BCG-Induktions- und Erhaltungstherapie ist bislang die effizienteste Therapie beim High-Risk nichtmuskelinvasiven Urothelkarzinom der Blase.

    Ungefähr 20–30 % der Patienten sind sogenannte „BCG-Versager“.u Biomarker wären klinisch von großer Bedeutung, um Patienten idealerweise bereits vor Beginn der BCG-Therapie zu selektionieren und somit zu ermitteln, wer am meisten von einer „blasenerhaltenden“ Strategie mittels BCG-Therapie oder von einer sofortigen radikalen Zystektomie profitiert.

    Aktuelle Studie aus Innsbruck: Verschiedene Immunzellsubpopulationen im Tumor-mikromilieu scheinen einen signifikanten Einfluss auf das Therapieansprechen von BCG beim Blasenkarzinom zu haben.

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  • Heiße Eisen am ESMO 2016

    Harnblasenkarzinom:

    • KEYNOTE-52: Pembrolizumab auch in der Erstlinientherapie bei Cisplatin-ungeeigneten Patienten aktiv.

    Nierenzellkarzinom:

    • CABOSUN: Cabozantinib mit signifikant längerem PFS und ORR als Sunitinib in der Erstlinie
    • S-TRAC: Sunitinib adjuvant verlängert bei High-Risk-Patienten nach Nephrektomie krankheitsfreies Überleben

    Prostatakarzinom:

    • AFFINITY: Custirsen in Kombination mit Cabazitaxel/Prednison zeigt secondline keinen Überlebensvorteil verglichen mit Cabazitaxel/Prednison allein.
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  • Perioperatives Management mit DOAK

    Das perioperative Management der Substanzen unterscheidet sich wesentlich von den VKA → Orientierung an der Nierenfunktion des Patienten und dem Blutungsrisiko des Eingriffs.

    Die Gabe eines Heparinpräparates ist zur Überbrückung der Antikoagulation bei DOAK nicht indiziert. Postoperativ ist zu beachten, dass DOAK schnell anfluten und bereits nach 2 bis 3 Stunden eine volle therapeutische Antikoagulationswirkung entfalten.

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Kontinenz-News

Journal Club

Panorama

  • Die Zukunft der minimalinvasiven Chirurgie in der urologischen Onkologie

    In der urologischen Forschung und Praxis kommt die minimalinvasive Chirurgie (MIC) immer häufiger zum Einsatz.

    Für die Zukunft ist es erforderlich, dass MIC-Chirurgen eine wissenschaftliche Denkweise entwickeln, die krankheitsbasiert und nicht nur technikorientiert ist.

    An der MedUni Wien werden übergreifende Chirurgenteams für minimalinvasive und offene Operationstechniken zusammengestellt, die sich stark für eine auf den individuellen Patienten zugeschnittene Behandlung einsetzen.

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  • Konservative und operative Therapie der Induratio penis plastica

    Die konservative Therapie der Induratio penis plastica (IPP) wird in der akuten Phase der Erkrankung mit dem Ziel einer Stabilisierung der IPP und einer Reduktion der Schmerzsymptomatik empfohlen.

    Operative Therapieverfahren werden in der chronisch stabilen Phase der Erkrankung eingesetzt, um eine Begradigung des Penis zu erreichen.

    Alle derzeit verfügbaren Therapieoptionen stellen aufgrund mangelnder pathophysiologischer Kenntnisse eine symptomatische Therapie der IPP dar.

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  • Mit Gammasonde kleinen Lymphknotenmetastasen beim Prostatakarzinomrezidiv auf der Spur

    Das prostataspezifische Membranantigen (PSMA) weist auf den meisten Prostatakrebszellen eine deutlich erhöhte Expression auf.

    Durch die Positronenemissionstomografie (PET) unter Zuhilfenahme von gegen PSMA ­gerichteten Tracern können Rezidivläsionen schon bei niedrigem PSA detektiert werden.

    Durch Markierung dieser Tracer mit Gammastrahlern können kleine Lymphknotenmetasen intraoperativ mittels Gammasonde aufgespürt werden.

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  • AS und Verschiebung der systemischen Therapie bei metastasiertem Nierenzellkarzinom

    Aktives Zuwarten („active surveillance“, AS) mit Verschiebung der systemischen Therapie stellt eine individuelle Strategie für ausgewählte Patienten mit einem metastasierten Nierenzell­karzinom dar.

    Risikoparameter zur Patientenauswahl für eine Beobachtungstrategie sind nicht validiert.

    Aktives Zuwarten und die Verschiebung der systemischen Therapie muss im Kontext der Möglichkeit von Lokaltherapien evaluiert werden.

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