neuro 02|2016

Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Neurologie

Editorial

  • Editorial 2/16
    Liebe Leserinnen, liebe Leser!
    Mit der Klausurtagung der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie, die am 30. 6. begann, endete meine Periode als Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Neurologie.
    Ich möchte die Gelegenheit nutzen, um einen kurzen Rückblick über die letzten 2 ...Weiterlesen ...

Focus: Neurogastroenterologie

  • Darm und Gehirn im Fokus

    Das interdisziplinäre Fachgebiet der Neurogastroenterologie befasst sich mit gastrointestinalen Erkrankungen als Folge einer neuronalen Fehlsteuerung und sieht eine gestörte Kommunikation zwischen Darm und Gehirn als wichtigen pathogenetischen Faktor bei funktionellen gastrointestinalen Erkrankungen.

    Die Kommunikation zwischen Darm und Gehirn erfolgt über multiple Informationsträger, zu denen sensible Neurone, Darmhormone, Zytokine und mikrobielle Metaboliten zählen.

    Diese Darm-Gehirn-Achse ist nicht nur für Appetit, Stuhldrang, Übelkeit und Schmerz, sondern auch für emotionale und kognitive Prozesse relevant.

    Das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle gastrointestinale Erkrankung, bei dem genetische Faktoren, Umwelteinflüsse und insbesondere eine Störung der bidirektionalen Kommunikation zwischen Darm und Gehirn eine wichtige Rolle spielen.

    Weiterlesen ...
  • Genetik der Darm-Hirn-Achse am Beispiel des Reizdarmsyndroms

    Das Reizdarmsyndrom (RDS) ist eine multifaktorielle Erkrankung und eine der häufigsten funktionellen Magen-Darm-Erkrankungen der Darm-Hirn-Achse. Das Krankheitsbild ist mit abdominalen Schmerzen sowie Blähungen und Darmmotilitätsstörungen assoziiert.

    Bei RDS treten häufig komorbid psychische Erkrankungen, wie Angststörung und Depression, sowie Schmerzsyndrome und chronische Müdigkeit auf.

    Pathomechanistisch ist das RDS kaum verstanden, jedoch führten verschiedene genetische Ansätze (Kandidatengen- oder genomweite Assoziationsstudien) zur Identifizierung einer Reihe von Genvarianten bei RDS. Es erhärten sich zunehmend Assoziationsbefunde für Gene, die in der Darm-Hirn-Achse, der neuronalen Kommunikation, der Darmbarrierefunktion und im Immunsystem eine Rolle spielen.

    Weiterlesen ...
  • Stress und Darm

    CRF vermittelt als wichtigstes Neurohormon die Stressantwort: Im ZNS führt es zur Aktivierung der HHN-Achse, wirkt aber auch als Neurotransmitter und -modulator und koordiniert die autonome, viszerale und verhaltensbiologische efferente Antwort auf Stress; im Darm fungieren CRF-Rezeptoren als wichtige Mediatoren einer differenzierten Modulation viszeraler Funktionen nach akuter oder chronischer Stressexposition.

    Studien sprechen dafür, dass Alterationen der zentralen und peripheren CRF-Signaltransduktion, wie sie bei Stressexposition zu finden sind, vermittels autonomer, endokriner, enterischer und immunologischer Mechanismen zu den Veränderungen gastrointestinaler Funktionen sowie des Mikrobioms führen, die für die Entstehung und Aufrechterhaltung funktioneller Magendarmerkrankungen bedeutsam sind.

    Weiterlesen ...
  • Mikrobiota und Reizdarmsyndrom

    Die Darmmikrobiota bei PatientInnen mit Reizdarmsyndrom ist durch eine Verschiebung in Richtung Abnahme der „protektiven“ Bakterien (z. B. Bifidobakterien) und Erhöhung von gasproduzierenden Mikroorganismen gekennzeichnet.

    Es gibt einige Möglichkeiten für die therapeutische Modifizierung der Darmflora, wie Antibiotika, Ernährung und Probiotika, die noch unzureichend untersucht sind. Künftige Studien sollten sich auf die Identifizierung der Faktoren konzentrieren, die das Ansprechen auf diese Behandlungsarten erklären.

    Weiterlesen ...
  • Aktuelle Behandlung des Reizdarmsyndroms

    Allgemeinmaßnahmen beim Reizdarmsyndrom sind das Identifizieren von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und die Vermittlung des Zusammenhangs zwischen psychosozialer Belastung und dem RDS.

    Neben diätetischen Maßnahmen und medikamentöser Behandlung ist auch Psychotherapie indiziert.

    Weiterlesen ...
  • Die Rolle von Affekt bei viszeralem Schmerz

    Schmerz hat neben einer sensorischen auch eine wesentliche affektive Komponente, die sich bei chronischen Schmerzsyndromen, vor allem bei chronischem Viszeralschmerz, in Form von Depression oder Angststörung manifestieren kann.

    Die Forschung zu Viszeralschmerzen konnte einige zentrale Hirnstrukturen wie medialen Thalamus, präfrontalen Kortex oder Amygdala identifizieren, die für die affektive Dimension von Viszeralschmerz verantwortlich sind.

    Mechanistisch stellten sich der zerebrale Rezeptor TRPV1 oder das Neuropeptid CRH als essenzielle Faktoren der zerebralen Interaktion von Emotion und Nozizeption heraus, die aktuell auch vielversprechende Kandidaten für zukünftige, gezielte Ansätze zur Therapie der affektiven Komponente von Viszeralschmerzsyndromen darstellen.

    Weiterlesen ...
  • AAN Annual Meeting 2016 – Die vielen Ätiologien der Parkinson-Erkrankung

    „Parkinson, eine Erkrankung mit vielen Ätiologien“ titulierte Ron Postuma, Montreal, seinen Vortrag über die Parkinson-Erkrankung (MP) im Rahmen des AAN-Meetings im April 2016 in Vancouver, Kanada

    Weiterlesen ...

Kongress-Highlights

  • European Stroke Organisation Conference 2016 – die Highlights

    Die zweite European Stroke Organisation Conference (ESOC) fand heuer vom 10. bis 12. Mai in Barcelona statt. Mit 3.500 Teilnehmerinnen und Teilnehmern aus 95 Staaten war der Kongress um gut ein Drittel größer angelegt als der vorangegangene in Glasgow, wodurch das steigende Interesse am Forschungsthema Schlaganfall deutlich wird. Die österreichische Schlaganfallszene war in großer Zahl und hochkarätig vertreten.

    Weiterlesen ...

Autonome Störungen

  • Autoimmune autonome Ganglionopathie
    Die autoimmune autonome Ganglionopathie (AAG) ist eine seltene erworbene Erkrankung des peripheren Nervensystems, die sich mit einem isolierten autonomen Versagen präsentiert. In circa 50 % der Fälle sind Antikörper gegen den ganglionären nikotinergen Acetylcholinrezeptor (gAChR) nachweisbar, die vermutlich eine pathogenetische ...Weiterlesen ...

Bewegungsstörungen

Education and Training

Multiple Sklerose

  • Multiple Sklerose und Umgang mit den neuen Medien
    MS und Internet: Der Suchbegriff „multi­ple sclerosis“ ist über die letzten Jahre hinweg deutlich weniger verwendet worden, um Informationen über diese Erkrankung mittels der Suchmaschine „Google“ zu akquirieren. Deutliche Anstiege hat es jeweils zu dem Zeitpunkt gegeben, als berühmte Persönlichkeiten ...Weiterlesen ...

Neurogeriatrie

  • Aktuelles zur Epidemiologie der Demenz
    Weltweit wird die Bevölkerung immer älter, wobei in westlichen Industrienationen vor allem der Anteil der über 80-Jährigen deutlich zunimmt. Demenzerkrankungen sind typische Alterserkrankungen mit einer deutlichen Zunahme der Prävalenz bei über 60-Jährigen. Die Hochrechnungen zukünf­tiger Erkrankungszahlen basieren auf Be­völkerungsprognosen und ...Weiterlesen ...

Neurorehabilitation

Schlaganfall

  • Schlaganfallversorgungsmodelle: eine multiprofessionelle Herausforderung

    Weltweit ereignen sich 17 Millionen Schlaganfälle pro Jahr. Die hohe Prävalenz von 6 Millionen Betroffenen alleine in den USA und 8,3 Millionen in Europa sowie die von der WHO vorliegenden Daten zur steigenden Krankheitslast („The Global Burden of Disease“) von schlaganfallbedingten Behinderungen (disability-adjusted life years: 38 Millionen 1990, bis zu 61 Millionen im Jahr 2020) unterstreichen die medizinische und soziale Bedeutung des Schlaganfalls.1

    Weiterlesen ...

Artikel