Bei der WHO-Regionalkonferenz für Europa diskutierten die Mitgliedsländer Wege, ihre Gesundheitssysteme zu stärken. Im Fokus standen dabei auch die Kosten von Medikamenten.
Die 53 Mitgliedstaaten in der Europäischen Region der WHO haben diese Woche einen neuen Handlungsrahmen zur Schaffung widerstandsfähiger und nachhaltiger Gesundheitssysteme angenommen. Formuliert wurde die Vision, bei der alle Menschen „die richtige Versorgung zur richtigen Zeit, am richtigen Ort und von der richtigen Person erhalten, ohne in finanzielle Not zu geraten“. Hervorgehoben wurden die Versorgung durch motiviertes und hinreichend unterstütztes Gesundheitspersonal sowie einer Anpassung der Gesundheitssysteme an künftige Herausforderungen wie die Zunahme von Multimorbiditäten, eine höhere Prävalenz psychischer Gesundheitsprobleme und die anhaltenden Folgen des Klimawandels.
Die Zusammenarbeit zwischen Staaten müsse nicht nur in Krisensituationen verbessert werden, zeigte sich Österreichs Gesundheitsminister Johannes Rauch (Grüne) überzeugt: „Viele Länder stehen derzeit vor ähnlichen Problemen: explodierende Kosten für Medikamente, Fachkräftemangel in Gesundheit und Pflege, wachsende Gefahr übertragbarer Krankheiten durch die Klimakrise. Solche Herausforderungen können nur gemeinsam gelöst werden.“ Ein Schwerpunkt war auch die Diskussion über neue Pharma-Regeln in der EU. Sie sollen die Erforschung von Arzneimitteln für seltene Erkrankungen attraktiver machen, sogenannte „unmet medical needs“. Zudem soll die Pharmabranche Anreize erhalten, Arzneimittel in allen europäischen Staaten gleichzeitig auf den Markt zu bringen. (rüm)