SP 03|2021

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Krisenzeiten brauchen Dialog
    Im Editorial des ersten SPECTRUM dieses Jahres schrieb ich die Sätze: „Wir alle sind von ihr betroffen – von der immer rascher und immer weiter um sich greifenden psychosozialen Pandemie als Folge der COVID-19-Pandemie. An keinem von uns gehen die ...Weiterlesen ...

Focus: Suizid und Suizidalität

  • Gefährliche Entwicklungen in Lebenskrisen und bei psychischen Erkrankungen

    Suizidgedanken und -absichten kommen als Zeichen psychischer Not in Lebenskrisen sowie bei psychischen Erkrankungen vor.

    Zentrales Element einer guten suizidpräventiven Versorgung ist das offene und aktive Ansprechen des Themas Suizidalität mit gefährdeten Personen.

    Rasch verfügbare niederschwellige Angebote für suizidgefährdete Personen und Bemühungen zur Enttabuisierung des Themas müssen ausgebaut werden.

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  • Lockdown und psychische Gesundheit

    Die Corona-Pandemie hatte bzw. hat direkte und indirekte Folgen auf die psychische Gesundheit. Zu letzteren gehören auch Lockdowns mit all ihren Konsequenzen.

    Psychische Folgeerkrankungen, die aus Belastungssituationen entstehen, treten oft mit einer zeitlichen Verzögerung von einigen bis etlichen Monaten in Erscheinung.

    Eine notwendige Konsequenz, die sich aus der gegenwärtigen Krisensituation ergibt, ist eine Vermehrung wirksamer Präventions- und Behandlungsangebote.

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  • Das österreichische nationale Suizidpräventionsprogramm

    Das Programm Suizidprävention Austria, SUPRA, wurde 2009 initiiert und 2012 ausgerollt; Hintergrund war die Tatsache, dass der Suizid zu den häufigsten Todesursachen bis zum 50. Lebensjahr zählt.

    Basis war eine Analyse erfolgreicher nationaler Suizidpräventionsprogramme, die u. a. Folgendes enthielten: Bereitstellung einer guten epidemiologischen Datenlage, eine breite Öffentlichkeitsarbeit und Aktivitäten zur Kompetenzsteigerung von Personen, die mit potenziell suizidalen Menschen in Kontakt kommen.

    Bereits kurz nach Etablierung zeigte das Programm Effekte. Die SUPRA-Expertenkommission legte 6 Säulen der Suizidprävention fest, zu der ein darauf basierendes Umsetzungs-konzept 2016 ausgearbeitet und 2017 bereitgestellt wurde.

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  • Behandlung und Prävention von Suizidalität: Medikamentöse Ansätze

    Psychopharmaka haben, eingebunden in ein umfassendes, individuell abgestimmtes Therapiekonzept, einen wichtigen Stellenwert in der Behandlung und Prävention von Suizidalität.

    Zu einzelnen Substanzen wie Lithium und Clozapin gibt es eine Reihe von Studien, die eine antisuizidale Wirkung nahelegen. Die potenzielle Letalität beider Substanzen bei Überdosierung muss dabei jedoch immer in die Behandlungsentscheidung einbezogen werden.

    Bezüglich Antidepressiva scheint ein antisuizidaler Effekt, wohl parallel zur stimmungs­aufhellenden Wirkung, vor allem bei älteren Patienten klar gegeben. Bei Patienten bis 25 Jahre ist eine Induktion von Suizidgedanken und -handlungen nicht auszuschließen.

    Der Stellenwert von Ketamin in der Behandlung akuter Suizidalität erscheint vielversprechend, weitere Erkenntnisse sind dringend erwünscht.

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  • Klinikum Klagenfurt: 10-Jahres-Statistik zu stationärem Suizid

    Der stationäre Suizid umfasst den Suizid während eines voll- oder teilstationären Aufenthalts. Dabei kann der Suizid in den Räumlichkeiten der Klinik selbst oder aber im Zuge von Ausgängen, oder außerhalb des Krankenhausgeländes stattfinden. Prim. Mag. Dr. Herwig Oberlerchner stellt in einer rezent erschienenen Arbeit1 die Situation der letzten 10 Jahre an seiner Abteilung dar und bettet sie in Daten für Kärnten und Österreich ein.

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  • Suizidales Verhalten im transkulturellen Kontext

    MigrantInnen weisen teilweise ein erhöhtes Suizidversuchsrisiko auf. Gleichzeitig entsprechen die Raten von vollendetem Suizid unter Migrantinnen jenen von Nichtmigrantinnen, während Migranten höhere Suizidraten aufweisen.

    Mögliche migrationsspezifische Risikofaktoren sind etwa die Erosion der protektiven sozialen Einflussfaktoren durch die Auswanderung sowie neue Belastungsfaktoren im Einwanderungsland, wie z. B. Statusverlust, Akkulturationsstress oder rassistische Diskriminierung.

    Aufgrund der großen Heterogenität der Migrantenpopulationen in Europa und der länder­spezifischen Rahmenbedingungen ist eine allgemeingültige Aussage über einen direkten Zusammenhang zwischen einem erhöhten Risiko suizidalen Verhaltens und Migrationshintergrund allerdings nicht möglich.

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Panorama

  • „Grundsätzlich bei jedem Menschen sinnvoll!“

    Der Arzneimittelmetabolismus ist auch genetisch determiniert. Vor allem Mutationen im Cytochrom-P450-System können einen großen Einfluss auf die Bioverfügbarkeit von Medikamenten nehmen. Bei Unverträglichkeit oder mangelnder Wirksamkeit eines Therapeutikums sollte daher auch an Genmutationen gedacht werden, die Einfluss auf die Aktivität der Leberenzyme nehmen und durcheine pharmakogenetische Analyse nachweisbar sind. SPECTRUM Psychiatrie sprach mit Univ.-Doz. Dr. Karl Dantendorfer über Indikation, praktischen Nutzen und Möglichkeiten der pharmakogenetischen Testung.

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  • Goldenes Ehrenzeichen für Michael Musalek

    Ende Juli 2021 erhielt Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek das Goldene Ehrenzeichen der Republik Österreich im Rahmen einer Festveranstaltung der Stiftung Anton-Proksch-Institut. Das Programm der Veranstaltung widmete sich dem Wirken Michal Musaleks, insbesondere am Anton-Proksch-Institut, dem er seit 2004 vorstand.

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  • Alltagsdoping in Österreich

    Zum Alltagsdoping zählt u. a. der Konsum unterschiedlicher Substanzen ohne medizinische Notwendigkeit, aber mit dem Ziel der Leistungssteigerung bzw. einer Steigerung des Wohlbefindens, und zwar im beruflichem, familiären oder in einem freizeitbezogenen Kontext.

    Mittels Repräsentativerhebung wurde der Substanzkonsum von 410 StudienteilnehmerInnen von insgesamt 1.000 Befragten über einen Zeitraum von 12 Monaten evaluiert.

    Am häufigsten gelangen dabei Beruhigungs- bzw. Schlafmittel zur Anwendung.

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