SP 03|2019

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Identität und Identifizierung
    Folgt man der Begriffsbeschreibung des Dudens, dann steht Identität zum einen für die Echtheit einer Person oder Sache, also für die völlige Übereinstimmung mit dem bzw. Zugehörigkeit zu dem, was sie ist oder als was sie bezeichnet wird, und zum ...Weiterlesen ...

Focus: Identität der Psychiatrie

  • Zur Dialektik der Identität – Das Eigene und das Fremde

    Die Bildung und Aufrechterhaltung von Identität auf der biologischen wie auf der psychosozialen Ebene beruht auf der Abgrenzung von der Umwelt ebenso wie auf dem Austausch mit ihr.

    Die persönliche Identität bildet sich in der Auseinandersetzung mit Haltungen, Erwartungen und Rollenentwürfen, die von anderen übernommen und inkorporiert werden.

    In der Adoleszenz erfährt die Problematik der Identität eine besondere Zuspitzung. Die Anorexie stellt einen missglückten Versuch dar, sich aus dem Identitätsdilemma zu befreien.

    Autonomie und Beziehung gehören untrennbar zusammen – eine reine Autarkie gibt es für Lebewesen ebenso wenig wie für seelische Wesen.

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  • Sind PsychiaterInnen auch Allgemein­medizinerInnen für die psychisch Kranken?

    Übersterblichkeit von Menschen mit – insbesondere schweren – psychischen Erkrankungen primär aufgrund von natürlichen Todesursachen bzw. beeinflussbaren körperlichen Ursachen.

    PsychiaterInnen sollten somatische Komorbiditäten nicht nur erkennen, sondern auch behandeln können bzw. in enger Zusammenarbeit mit den AllgemeinmedizinerInnen und den jeweiligen somatischen Fachärztinnen und Fachärzten integriert versorgen.

    Gesundheitsfördernde Maßnahmen wurden mit höchster Empfehlungsstärke in die revidierte Fassung der DGPPN-S3-Leitlinie „Psychosoziale Therapien bei schwerenpsychischen Erkrankungen“ (2019) aufgenommen.

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  • Die Identität der Psychotherapie

    Psychotherapie ist in ihrem Gegenstandsbereich der Subjektivität des Menschen verpflichtet. Mit jeder praktischen psychotherapeutischen Tätigkeit ist immer auch Forschung verbunden.

    Mögliche Entwicklungslinien: Bei Dominanz der empirischen Psychotherapieforschung besteht die Gefahr einer Entpersonalisierung und Enthumanisierung unseres Fachgebiets; eine einseitige geisteswissenschaftlich-philosophische Psychotherapieforschung spielt der Entwicklung in die Hände, die Psychotherapie außerhalb der Medizin zu platzieren.

    Unsere vielschichtige konsistente Identität und Handlungskompetenz gründet sich auf der ganzheitlichen Zusammenschau unterschiedlicher wissenschaftlicher Methodologien auf den Menschen als bio-psycho-soziales Subjekt.

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  • Die Identität der psychiatrischen Intensivmedizin

    Die Aufnahme in eine Psychiatric Intensive Care Unit (PICU) erfolgt zumeist über Zutransferierung von allgemeinpsychiatrischen Stationen oder von Stationen somatischer Fachrichtungen und selten aus dem ambulanten Bereich.

    Die Leistung der psychiatrischen Intensivmedizin für sehr schwer agitierte PatientInnen besteht aus der Bereitstellung eines effektiven Behandlungskonzeptes durch sichere Sedierung, spezifische psychiatrische Therapie, Ausgleich von Selbstfürsorgedefiziten durch die Pflege, passagäre physische Beschränkung bei Selbst- und Fremdgefährdung nach dem Unterbringungsgesetz und ein sehr hohes Maß an Fürsorge durch den guten Personalstand und Monitoring.

    Die verminderte Kritik- und Kooperationsfähigkeit psychiatrisch schwerkranker PatientInnen kompliziert die Behandlung somatischer Begleiterkrankungen. Das kann durch die Ressourcen der PICU ausgeglichen werden.

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  • Einsamkeit – ein weiterer Baustein im chronischen Stress unserer Zeit

    Einsamkeit stellt in der sich verändernden Gesellschaft einen eigenständigen Teil der zunehmenden chronischen Stressbelastung dar – sie trägt damit einen zunehmenden Anteil an den daraus resultierenden gravierenden psychischen und physischen Problemen.

    Möglichkeiten der Vorbeugung und Behandlung werden nicht genutzt, da unser Gesundheitssystem für übergreifende Problemstellungen (Psyche-Körper-Soziales-Gesellschaft) nicht vorbereitet ist – es besteht akuter Handlungsbedarf.

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