SP 01|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

Focus: Aggression

  • Aggression im Alter aus psychoanalytischer Sicht

    Wut, als Primäraffekt und Kristallisationspunkt des Aggressionstriebes, dient dazu, Frustrationen auszuschalten und Autonomie zu erhalten.

    Das Alter ist die vorletzte und nicht auszugleichende narzisstische Kränkung. Die Bewältigung psychischer und somatischer Symptome/Erkrankungen sowie die Konfrontation mit der Endlichkeit stellen den alten und hochbetagten Menschen oft vor eine unlösbare Aufgabe.

    Eine psychosoziale Begleitung und eine psychotherapeutische Beziehung ermöglichen es, die destruktiven Kräfte zu besänftigen, und unterstützen die Erhaltung der Autonomie.

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  • Amok – kulturanthropologische und transkulturell-psychiatrische Perspektiven

    Amok wurde erstmals in Malaysia beschrieben und unterscheidet sich in mehreren Charakteristika vom westlichen „Schul-Amok“. Die Unterschiede beruhen auf den Unterschieden der Kulturen.

    Während beim klassischen Amok eine dissoziative Bewusstseinslage besteht, werden westliche „Amokläufer“ als bewusstseinsklar und zielgerichtet beschrieben.

    Beiden Formen gemeinsam ist der bewusste oder unbewusste Wunsch, möglichst viele Menschen zu töten.

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  • Deeskalation lernen?

    Aggression im Gesundheitswesen muss als bestehendes und nicht vollständig vermeidbares Phänomen anerkannt werden. Daraus folgernd ist es unabdingbar, systematisches und strukturiertes Deeskalationsmanagement in den Institutionen einzuführen und zu etablieren.

    Voraussetzung für ein gelingendes Deeskalationsmanagement ist eine deeskalierende Grundhaltung der Mitarbeiter, geprägt durch eine ethisch fundierte Geisteshaltung und die Bereitschaft, sein Bestes in der herausfordernden Situation zu geben.

    Diese ethische Orientierung muss durch Austausch im multiprofessionellen Team und unter Einbeziehung der Betroffenen ständig weiterentwickelt werden.

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  • Gewalt und Psychose − Sind Patienten mit Schizophrenie gefährlich?

    Psychotische Erkrankungen verdoppeln in etwa das Risiko für Gewalttaten im Vergleich zur Allgemeinbevölkerung.

    Besteht Komorbidität mit Störungen durch psychotrope Substanzen oder antisoziale Persönlichkeit (was deutlich häufiger ist als in der Allgemeinbevölkerung), so erhöht sich das Risiko beträchtlich.

    Die Einbindung dieser komorbiden Patienten mit erhöhtem Gewaltrisiko in das psychiatrische Versorgungssystem bedarf besonderer Anstrengung.

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  • Aggression – die psychoanalytische Perspektive

    Die Psychoanalyse unterscheidet reale Aggressionsakte von fantasierten Verhaltensweisen, die unter dem Begriff Aggressivität zusammengefasst werden.

    Sigmund Freud ging ursprünglich davon aus, dass der Bemächtigungstrieb innerhalb des Selbsterhaltungstriebes einer gegen einen anderen gerichteten Aggression zugrunde liegt; diese kann in einer masochistischen Umkehrung gegen die eigene Person gerichtet werden.

    Später ordnete Freud den Aggressionstrieb jenem Teil des Todestriebes zu, der ausschließlich mit Sexualität zu erfassen ist und dessen destruktive Handlungen nach außen oder gegen sich selbst gerichtet sein können.

    Kritik anderer Psychoanalytiker bezieht sich vor allem auf die unscharfe Trennung der Begriffe Trieb und Instinkt durch Freud.

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Kongress

  • API-KONGRESS 2018 | Goal-oriented Dialogue

    Die Ziele in der Suchtbehandlung beinhalten neben der Abstinenz auch die Option der moderaten Konsumation und können sich im Lauf einer Therapie verändern.

    Neben der Beziehungsgestaltung bzw. der therapeutischen Allianz ist die gemeinsame Zielfindung von zentraler Bedeutung und ist sowohl aus Patientenperspektive als auch aus ökonomischer Sicht zu befürworten.

    Der Goal-oriented Dialogue wurde am Anton-Proksch-Institut kreiert und etabliert und gibt der Freisetzung intrinsischer Veränderungsmotivation den Vorzug gegenüber der Kontrolle des Patienten.

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  • INTERDISZIPLINÄRE TAGUNG 2017 | Bewegungs- und trainingstherapeutische Prozesse und Wirkungen bei posttraumatischer Belastungsstörung

    Bewegungs- und trainingstherapeutische Interventionen

    weisen vielseitige positive Wirkungen für Menschen mit PTBS auf.

    können therapeutisch bedeutsame körperliche und psychosoziale Prozesse fördern, z. B. eine differenzierte Wahrnehmung und den Umgang mit Schmerzempfinden und eigenen Grenzen, eine Aufmerksamkeitslenkung auf das Hier und Jetzt und Ablenkung von negativen Gedanken, Erfahrungen von Bewältigung und Freude, das Erlernen von Bewältigungsstrategien sowie soziale Verbundenheit.

    sollten verstärkt in die Behandlung von PTBS integriert werden.

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