SP 02|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Visionen und Psychiatrie
    Wer Visionen hat, der gehört in die Psychiatrie!“ Dieser Satz wird von Österreichern gerne dem Altkanzler Franz Vranitzky, von den Deutschen dem früheren Kanzler der Bundesrepublik Deutschland Helmut Schmidt zugerechnet. Beide haben diesen Satz zumindest in diesem Wortlaut nie gesagt ...Weiterlesen ...

Focus: Sozialpsychiatrie

  • Teilhabe schwer psychisch Kranker am gesellschaftlichen Leben

    Die Teilhabe an Lebensbereichen wie Arbeitswelt, eigenständiges Wohnen und Sozialkontakte von Menschen mit schweren psychischen Erkrankungen ist nach wie vor deutlich eingeschränkt.

    Neuzeitliche Entwürfe des Menschen könnten die Inklusion erschweren. Programme zur Reduktion von Exklusion existieren in verschiedenen Teilbereichen, kommen aber noch nicht flächendeckend zur Anwendung.

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  • Aktuelle Herausforderungen der Sozialpsychiatrie

    Die bedarfsgerechte psychosoziale Unterstützung von Angehörigen psychisch Kranker gehört ebenso wie die adäquate Behandlung von psychisch kranken Flüchtlingen zu den aktuellen klinischen Herausforderungen der Sozialpsychiatrie.

    Die Evaluation der Versorgung psychisch Kranker mit somatischer Komorbidität ist eine wichtige Aufgabe der wissenschaftlichen Sozialpsychiatrie.

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  • Die psychiatrische Versorgung von wohnungslosen Menschen mit psychischen Problemen

    Wohnungslose Personen mit psychischen Problemen sind weder bedarfsgerecht noch adäquat versorgt und fallen häufig durch das Raster der Zuständigkeiten, was wiederum nachhaltige Forschungsbemühungen erschwert.

    Ambulante Versorgungsmodelle können bei Wohnungslosen mit psychischen Störungen und gleichzeitiger Suchterkrankung die psychische Gesundheit verbessern oder die psychiatrische Symptomatik lindern.

    Eine bedarfsgerechte Versorgung sollte entweder niedrigschwellig und aufsuchend angeboten werden, oder es muss ein intensives oder multiprofessionelles Schnittstellenmanagement unter Nutzung regionaler Strukturen aufgebaut werden, um (ambulante) Versorgungspfade zu ebnen.

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  • Frühzeitige und aufsuchende Maßnahmen in der Behandlung psychotischer Erstmanifestationen

    Aufbauend auf Evidenz, Empirie und positive Erfahrungen aus dem Forschungsprojekt „GET UP“ wurde im Psychiatrischen Dienst Bozen ein neuer Arbeitsprozess in Form einer Studie implementiert, protokolliert und ausgewertet, um psychotische Erstmanifestationen frühzeitig zu erkennen und die spezifischen Interventionen in klar strukturierte Betreuungspfade zu lenken.

    Die qualitative und quantitative Umsetzung der Interventionen wird durch regelmäßige Supervisionen mit einer ausgewählten Steuerungsgruppe gewährleistet.

    Dank der neuen Vorgehensweise konnten die ambulanten multiprofessionellen Teams 87 % der Patienten und ihren Familienmitgliedern einen schnellen und intensiven Zugang zu den empfohlenen patientenorientierten Behandlungsinterventionen ermöglichen.

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  • ÖGPP-JAHRESTAGUNG 2018 | Von der Vision zur Realität

    Die Psychiatrie braucht Visionen und Visionäre.

    Damit aus aktuellen Visionen in Zukunft Realität wird, ist ein Miteinander notwendig.

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Kongress

  • ÖGPP-JAHRESTAGUNG 2018 | Transsexualität (ICD-10), Genderdysphorie (DSM-V) und Behandlungssituation in Österreich

    Als Transgender werden all jene Personen bezeichnet, die sich vorübergehend oder dauerhaft mit einem sozialen Geschlecht identifizieren („Gender“), das sich von ihrem biologischen Geschlecht = Zuweisungsgeschlecht („Sex“) unterscheidet.

    Als Transsexuell werden Personen bezeichnet, die eine Geschlechtsangleichung anstreben oder diese vollzogen haben. Dies schließt in vielen Fällen hormonelle und genitalchirurgische Maßnahmen zur körperlichen Geschlechtsangleichung mit ein.

    Intersex/Disorder of Sex Development (DSD) bezeichnet Menschen, die genetisch und/oder anatomisch und hormonell nicht eindeutig dem weiblichen oder dem männlichen Geschlecht zugeordnet werden können.

    Obwohl die Diagnose im Rahmen medizinischer Versorgung noch gegeben wird, gilt Transsexualität heute nicht mehr als psychische Erkrankung.

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  • ÖGPP-JAHRESTAGUNG 2018 | Die Krux mit der Binarität

    Das binäre Weltbild im Sinne der Polaritäten weiblich und männlich kann gestalttheoretisch als Bildung möglichst einfacher Gestalten mit dem Ziel einer ressourcenschonenden und raschen Orientierung konzeptualisiert werden.

    Nachteile sind jedoch teilweise unzulässige Assoziationen und stereotype Vereinfachungen, während Abweichungen kognitive Ressourcen erfordern und zu Verwirrung, Überforderung und Ablehnung führen können.

    Folgen sind unter Umständen dysfunktionale Versuche, die Binarität zu bewahren oder wiederherzustellen, jedoch auch Sexismus und sexuelles Stigma mit zum Teil gravierenden negativen Auswirkungen auf die Möglichkeiten und Spielräume, aber auch die physische und psychische Gesundheit aller Menschen.

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  • ÖGPP-JAHRESTAGUNG 2018 | Forschungsparadigmen in der Migrationspsychiatrie

    Erste Teilergebnisse einer populationsbezogenen Untersuchung an der MUW zur psychischen Belastung von Migranten zeigen, dass Migranten eine heterogene Population darstellen und psychische Gesundheit auch von Faktoren der Aufnahmegesellschaft abhängt, wobei Fremdenfeindlichkeit und Diskriminierungsbereitschaft als relevanteste Noxen anzusehen sind.

    Vor diesem Hintergrund hat die transkulturelle Psychiatrie auch eine aufklärerische und gesellschaftskritische Position einzunehmen.

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Panorama