SP 03|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Michael Musalek

Editorial

  • Depression ist nicht gleich Depression
    Depression gehört wohl zu den am meisten Verwirrung stiftenden Begriffen unserer Zeit. Im Duden lesen wir, dass er in der Medizin und in der Psychologie für eine sich in tiefer Niedergeschlagenheit ausdrückende seelische Erkrankung steht, in der Umgangssprache einfach mit ...Weiterlesen ...

Focus: Depression

  • Neuentwicklungen bei Depression und antidepressiver Psychopharmakotherapie

    Zur Pathophysiologie der Depression gibt es verschiedene neurobiologische Modelle, die nicht als unabhängige Mechanismen, sondern als unterschiedliche Sichtweisen auf komplexe, miteinander verbundene Prozesse verstanden werden sollten.

    Die antidepressive Psychopharmakotherapie ist ein aktives Forschungsfeld, bei dem ausreichende Fachkenntnisse über Pathophysiologie, Verlauf, Diagnostik und sonstige Therapie der Depression notwendig sind, um sowohl gut etablierte als auch neuere antidepressive Off-Label-Therapieansätze sicher und effektiv anzuwenden.

    Weiterlesen ...
  • Bipolare Depression − was gibt es Neues?

    Bipolare Erkrankungen erfordern auch aufgrund der Rezidivhäufigkeit eine präzise Diagnostik und eine klare therapeutische Strategie. Die bewährten Stimmungsstabilisierer sind die Grundlage der Therapie.

    Neue medikamentöse Ansätze sind notwendig, da gerade bei bipolarer Depression die klassischen Antidepressiva nicht ausreichend wirksam sind.

    Zudem sollte die Bearbeitung der Diagnose bipolare Depression auch auf der Gesprächs- und Beziehungsebene laufend durchgeführt werden.

    Weiterlesen ...
  • Suizidgefahr durch neue Medien? Werther− und Papageno−Effekt durch Suiziddarstellungen im Internet

    Sensationsträchtige Medienberichterstattung über Suizid löst Imitationssuizide aus (Werther-Effekt), wohingegen Medienberichte, die eine erfolgreiche Bewältigung einer suizidalen Krise thematisieren, einen Rückgang an Suizidalität bzw. der Suizidrate bewirken können (Papageno-Effekt).

    Online-Medien, die aufgrund ihrer steigenden Popularität eine bedeutsame Rolle für die Suizidprävention spielen, stellen diese vor neue Herausforderungen, bieten aber gleichzeitig auch neue Möglichkeiten der Hilfe für suizidale Menschen.

    Sowohl in traditionellen als auch in Online-Medien können Berichte, die Möglichkeiten des Umgangs mit Suizidalität und Suizid aufzeigen, helfen, Suizid zu verhüten.

    Weiterlesen ...
  • Repetitive transkranielle Magnetstimulation bei Patienten mit Altersdepression

    Die nichtinvasive repetitive transkranielle Magnetstimulation (rTMS) ist eine gut tolerierte Behandlungsmöglichkeit bei unterschiedlichen neuropsychiatrischen Erkrankungen, insbesondere bei therapieresistenten depressiven Syndromen inklusive der Altersdepression.

    Die vorläufigen Ergebnisse dieser Studie weisen auf eine Regulierung der Phenylalaninhydroxy­lase (PAH) durch die rTMS-Behandlung hin. Dia PAH-Aktivität ist entscheidend für die Biosynthese von Adrenalin und Noradrenalin.

    Durch Änderung der Reizparameter, insbesondere durch Verkürzung der Stimulationsdauer, wird diese Methode kostengünstiger und dadurch für den klinischen Alltag brauchbar.

    Weiterlesen ...
  • Darm-Hirn-Achse: Affektive Erkrankungen und Mikrobiom−ein Review

    Der Darm verfügt über ein ausgedehntes neuronales Netzwerk („viszerales Gehirn“). Aktuelle Forschungsaktivitäten beinhalten die bidirektionale Kommunikation zwischen Mikrobiota und neuronaler Aktivität im Gehirn.

    Studien im Tiermodell unterstützen die Hypothese, dass der Einfluss des Magen-Darm-Mikrobioms auf das Gehirn über mehrere unterschiedliche Mechanismen erfolgt. Humanstudien zeigten zudem, dass etwa die extraintestinale Disseminierung darmstämmiger Bakterien („bakterielle Translokation“) bei Personen mit affektiven Erkrankungen häufiger waren als bei psychisch gesunden Menschen und dass Menschen mit Depressionen und bipolaren Störungen ein verändertes Mikrobiom aufweisen.

    Placebokontrollierte randomisierte Studien mit probiotischen Nahrungsergänzungsmitteln weisen auf eine Verbesserung von psychischen Symptomen sowohl bei psychisch Gesunden als auch bei depressiven Menschen hin. Eine in Graz durchgeführte offene Studie ergab bei PatientInnen mit bipolarer Erkrankung eine signifikante Steigerung von Verarbeitungsschnelligkeit und kognitiver Flexibilität.

    Weiterlesen ...

Für die Praxis

Panorama