Sonderheft COVID-19

Herausgeber: o. Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs

Editorial

  • COVID-19-Pandemie – eineinhalb Jahre nach Beginn
    Sehr geehrte Kolleginnen! Sehr geehrte Kollegen!
    Sie werden vermutlich diese Sonderausgabe von UNIVERSUM INNERE MEDIZIN zum Thema „COVID-19“ in Händen halten, wenn uns mit Sommerbeginn zunehmende Öffnungsschritte nach monatelangem Lockdown wieder ein weitgehend „normales“ soziales Zusammenleben ermöglichen. Unklar erscheint derzeit ...Weiterlesen ...

Focus

  • Behandlung von COVID: Immunsuppressiva als Therapie – Zukunft oder Vergangenheit?

    Zwei Phasen im schweren COVID-19-Verlauf: Wer kann wann von welcher Therapieoption profitieren?

    Die Wahl der Behandlung muss auf den Krankheitszeitpunkt abgestimmt sein. Entscheidend ist ein individuelles, der Erkrankungsphase entsprechendes Management.

    Antivirale Therapien sind nur in der ersten Phase, in der die Auseinandersetzung mit dem Virus im Vordergrund steht, angezeigt. In der Spätphase der schweren COVID-19-Erkrankung kommen eher immunsuppressive Therapien zur Behandlung der Hyperinflammation zum Einsatz.

    Auch bei inhalativen Kortikosteroiden stellt sich die Frage nach der Indikation und der Identifikation jener Patienten, die davon profitieren können.

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  • Neue Medikamente zur Therapie von Patienten mit schweren COVID-19-Verläufen

    Neben der bisherigen Empfehlung, Dexamethason zur Behandlung einzusetzen, gibt es zwei neue Medikamente, die in die Empfehlungen der Leitlinie aufgenommen wurden: Tocilizumab und spezifische monoklonale SARS-CoV-2-neutrali­sierende Antikörper.

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  • MIS-C: Neue mysteriöse Krankheit bei Kindern und Jugendlichen

    Obwohl bei Kindern und Jugendlichen eine SARS-CoV-2-Infektion meist asymptomatisch und stumm verläuft, soll bei persistierendem Fieber mit Zeichen einer Hyperinflammation die schwerwiegende Komplikation eines MIS-C nicht übersehen werden.

    Eckpfeiler der Therapie sind frühzeitig Immunglobuline gemeinsam mit Glukokortikoiden sowie Acetylsalicylsäure, Thromboseprophylaxe und Antibiotika.

    Ein frühzeitiger Transfer in ein Krankenhaus mit intensivmedizinischem Hintergrund ist wichtig und sinnvoll.

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  • Was wir bis jetzt wissen – Spätfolgen nach COVID-19

    Sowohl bei leichten als auch schweren COVID-19-Verläufen können vereinzelte Symptome wie Kurzatmigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten noch monatelang nach der Erkrankung bestehen.

    Langzeitbeschwerden nach klinischer Genesung werden ab 4 Wochen als Long-COVID und ab 3 Monaten als Post-COVID-Syndrom klassifiziert.

    COVID-19 ist als Multiorganerkrankung anerkannt. Daher ist die Nachsorge eine multidisziplinäre Herausforderung.

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  • Impfen: entscheidender Schritt zu Erleichterung, aber keine komplette Entspannung

    UNIVERSUM INNERE MEDIZIN sprach mit Univ.-Prof. Dr. Ursula Wiedermann-Schmidt über die aktuellen, soeben publizierten Empfehlungen des nationalen Impfgremiums, über neue wissenschaftliche Erkenntnisse und über offene Fragen.

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  • Fallberichte zur COVID-19-Impfung

    Der COVID-19-Impfstoff von BioNTech/Pfizer hat in allen beobachteten Fällen zu einem Impferfolg geführt.

    Bei den Geimpften lagen die gemessenen Titer am Tag der zweiten Impfung (Tag 21) zwischen 0 und maximal 651,0 AU/ml S-IgG. Daraus lässt sich schließen, dass ein Impfschutz zum Zeitpunkt der zweiten Impfung nicht gesichert vorhanden ist.

    Es scheint demnach unerlässlich, die Antikörpertiter in Abständen von 4 bis 6 Wochen zu kontrollieren, bis ein stabiles Plateau erreicht ist.

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  • Lungenembolie und Bauchvenenthrombose nach COVID-Impfung mit AstraZeneca

    Das rezent in The Lancet publizierte Behandlungskonzept einer Patientin, die nach einer COVID-19-Schutzimpfung mit dem Vakzin von AstraZeneca an einer ausgeprägten Bauchvenenthrombose sowie einer massiven Lungenembolie litt, zeigt, dass eine Kombination aus Antikoagulation mit Immunmodulation eine mögliche Therapiestrategie für dieses Erkrankungsbild zu sein scheint.

    Nachfolgende Patienten wurden mit parenteralen Immunglobulinen (Dosis 1 g/kg KG über 24 h an 2 Tagen hintereinander) sowie einer Antikoagulation mit Argatroban (Faktor-II-Hemmer mit sehr kurzer Halbwertszeit) erfolgreich therapiert. Nach überstandener Akutphase wurden auch diese Patienten mit Dabigatran therapiert.

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  • COVID-19: Auswirkungen auf das kardiovaskuläre System

    COVID-19-Erkrankungen weisen eine hohe Rate an kardialer Beteiligung auf, die mit einer erhöhten Mortalität einhergeht.

    Die pathophysiologische Genese einer COVID-19-assoziierten kardialen Beteiligung ist nicht völlig geklärt.

    Zu den das kardiovaskuläre System betreffenden Komplikationen gehören der akute Herzschaden, Arrhythmien, Herzversagen, Schock sowie Koagulopathie, Myokarditis und Stresskardiomyopathie.

    Kardiale Ereignisse und Komplikationen werden auch durch pandemieassoziierte Maßnahmen und soziale Faktoren beeinflusst.

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  • COVID-19-Verläufe bei Patient*innen mit rheumatischen Erkrankungen

    Eine unzureichende Krankheitskontrolle der rheumatischen Erkrankung erhöht das Risiko für schwere Verläufe und Tod durch COVID-19.

    Eine Glukokortikoidtherapie erhöht sowohl das Risiko für eine SARS-CoV-2-Infektion als auch für schwere ­Verläufe und Tod durch COVID-19.

    Rheumapatient*innen haben ein erhöhtes Risiko für schwere COVID-19-Verläufe, das sowohl von krankheitsbezogenen Faktoren als auch von etablierten COVID-19-Risikofaktoren, die bei Rheumapatient*innen gehäuft vorkommen, bestimmt wird.

     

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  • COVID-19 und Screening-Koloskopie

    Wie sich die lockdownbedingte Reduktion der Vorsorgekoloskopien langfristig auf die Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms auswirken wird, ist derzeit noch nicht abschätzbar.

    Was wir jedoch wissen ist, dass Koloskopie Leben rettet und mit adäquater Schutz-ausrüstung auch in COVID-19-Pandemiezeiten sowohl für das Personal als auch für Patienten sicher ist.

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  • Hepatologische Versorgung während der COVID-19-Pandemie

    Die COVID-19-Pandemie verlangte eine rasche und einschneidende Modifikation der Versorgung von Patienten mit Lebererkrankung.

    Internationale Lebergesellschaften empfehlen die Reduktion von persönlichen Visiten sowie den Ausbau der telemedizinischen Versorgung.

    Die Reduktion der hospitalisierten Versorgung ist mit einer verminderten Patientenzufriedenheit, Hospitalisierung von kränkeren Patienten und einer höheren leberbezogenen Sterblichkeit assoziiert.

    Patienten mit fortgeschrittener Lebererkrankung stellen eine Hochrisikogruppe für schwere Verläufe von COVID-19 dar und sollten bevorzugt geimpft werden.

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  • Typ-2-Diabetes: HbA1c und COVID-19-Verlauf

    Patienten mit Diabetes mellitus weisen gegenüber stoffwechselgesunden Menschen ein etwa zweifach höheres Risiko für einen schweren COVID-19-Verlauf auf.

    Eine retrospektive Kohortenstudie zeigte erstmals eine signifikante Assoziation zwischen der glykämischen Kontrolle vor einer SARS-CoV-2-Infektion und dem Krankheitsverlauf bei Patienten mit Typ-2-Diabetes.

    Eine gute Stoffwechselkontrolle kann dazu beitragen, COVID-19-assoziierte Morbidität in einer vulnerablen Patientengruppe zu reduzieren.

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  • Das Österreichische Diabetes-COVID-19-Register

    Die Registerstudie erfasst seit 15. April letzten Jahres klinische, Labor- und Vitalparameter von ­Personen mit Diabetes, die aufgrund eines SARS-CoV-2-Nachweises stationär aufgenommen werden.

    Anhand dieser Daten konnten mittlerweile prädiktive Marker für eine erhöhte Krankenhausmortalität identifiziert und, auf deren Basis, ein entsprechender Risikoscore entwickelt werden.

    Das Register ist ein immer noch aktives Forschungsprojekt, weitere Analysen auf Basis der wachsenden ­Patientenkohorte sind geplant.

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  • COVID-19 in der Hämatologie

    COVID-19 kann bei schwerer Grunderkrankung (AML, DLBCL) zu erheblichen Änderungen in der Standardbehandlung führen.

    Die Mortalität hämatologischer Patienten mit COVID-19 ist mit etwa 30 % hoch.

    AB0-Blutgruppe und Rhesusfaktor (D-Antigen) haben keinen Einfluss auf den COVID-Verlauf.

    Rekonvaleszentenplasma kann im Einzelfall wirksam sein und die Viruslast senken, aber nicht dauerhaft, und hat keinen positiven Effekt auf die Mortalität.

    Thrombosen treten bei hospitalisierten COVID-19-Patienten häufiger auf und gehen mit einer höheren Mortalität einher. Antikoagulation in prophylaktischer und therapeutischer Dosis senkt das Mortalitätsrisiko.

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  • Melatonin, Schlaf und Immunsystem

    Melatonin reguliert den Tag-Nacht-Rhythmus des Körpers, dies gilt auch für exogen zugeführtes Melatonin. Bekannte Anwendungsgebiete einer Melatoninsupplementation sind Schlafstörungen oder Jetlag.

    Auch zahlreiche andere Effekte, darunter die positive Beeinflussung des Immunsystems, werden dem körpereigenen Hormon zugeschrieben.

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  • Folgen der COVID-19-Pandemie: Kollateralschäden an Schmerzpatienten verhindern

    Zur Infektionsprävention werden Patientenkontakte in Schmerzordinationen reduziert bzw. gut koordiniert.

    Aufgrund fehlender Ressourcen vernachlässigte Patientengruppen müssen vermieden werden.

    Nicht verschieben sollte man eine Behandlung von Patienten mit akuten, starken Schmerzen, in einer instabilen Phase der Schmerzbehandlung oder mit implantierten Opioidpumpensystemen bzw. Stimulationssonden.

    Fehlende Behandlung kann zu einer Chronifizierung des Schmerzes und Schwächung des Immunsystems führen.

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  • Modell zur Vorhersage des COVID-19-Krankheitsverlaufs

    COVID-19-Patienten werden erst nach längerer Beobachtung aus dem Krankenhaus entlassen, da sich das Krankheitsbild oft erst nach sieben bis zehn Tagen verschlechtert.

    Eine Entlastung des Gesundheitssystems könnte durch eine frühere Krankenhausentlassung von Patienten mit einem günstigen Verlauf erreicht werden.

    Das ACCP-Tool kann anhand der Routineparameter CRP, Kreatinin und Thrombozytenzahl sowie Alter und Fieber dafür geeignete Patienten zuverlässig erkennen.

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