UIM 06|2017

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Günter J. Krejs, Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin

Brief des Herausgebers

  • Brief des Herausgebers 6/17
    Liebe Leserinnen und Leser! Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    Während ich das schreibe, stehen unsere Fußballerinnen vor dem Halbfinale der Fußball-Europameisterschaft. Man könnte sagen, „after all it is a game“, und bei jedem Spiel ist auch Glück ein Faktor. Dennoch, es ...Weiterlesen ...

Editorial

  • Häufiges und Seltenes
    Diese Ausgabe von UNIVERSUM INNERE MEDIZIN gibt dem Fach Gastroenterologie und Hepatologie Gelegenheit, zwei seiner Teilbereiche ins Rampenlicht zu rücken: Vorsorgeuntersuchungen und seltene Tumoren.
    Das kolorektale Karzinom ist das Paradebeispiel für eine Erkrankung, bei der Screening in der Allgemeinbevölkerung effizient ...Weiterlesen ...

Aktuell

Seite der Gesellschaft

  • Nachruf Prof. Bruno Watschinger sen.

    Nach Prof. Anton Neumayr († 18. 3. 2017; UIM 2/2017, S. 8–9) hat die Österreichische Gesellschaft für Innere Medizin (ÖGIM) im ersten Halbjahr 2017 ein zweites Ehrenmitglied verloren. Am 28. 6. 2017 verstarb Prof. Bruno Watschinger sen. Trost für uns ist, dass beide so erfolgreichen Mediziner 1920 geboren waren und ein langes und erfülltes Leben hatten.

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Seite des niedergelassenen Internisten

Alles was Recht ist!

Angiologie

  • Sailersymposium 2017

    Zur sicheren und kosteneffizienten Abklärung der venösen Thrombembolie eignet sich eine Kombination aus klinischer Vortestwahrscheinlichkeit und altersadaptiertem D-Dimer-Cutoff.

    Endovaskuläre Verfahren stellen eine Therapieoption für die rasche Thrombusentfernung bei iliofemoraler Beinvenenthrombose dar.

    Die venöse Stentimplantation bei chronischen Beckenvenenobstruktionen kann eine deutliche Verbesserung chronischer Schmerzen im Rahmen eines postthrombotischen Syndroms erwirken.

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  • Lipid-Update im Fokus der PAVK

    Die Hypercholesterinämie ist ein wichtiger Risikofaktor in der Pathogenese der peripheren arteriellen Verschlusskrankheit (PAVK). Deshalb gilt auch bei PAVK-Patienten: Je niedriger das LDL-Cholesterin, desto besser.

    Können die LDL-C-Zielwerte mit Lebensstilmodifikation und herkömmlichen Lipidsenkern (z. B. Statine) nicht erreicht werden, kommt die potente Substanzklasse der PCSK9-Inhibitoren ins Spiel.

    Interessant: Es ist nicht mehr notwendig, die Lipidanalytik in nüchternem Zustand durchzuführen.

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Endokrinologie & Stoffwechsel

  • Dogma Salzkonsum: „Je weniger, desto besser“ infrage gestellt

    Die Vorteile einer gezielten Reduktion der Kochsalzzufuhr sind evident.

    Gesetzte Empfehlungswerte sollten so gewählt werden, dass sie für alle Zielgruppen erreichbar sind und somit der Anreiz zur Umsetzung sichergestellt ist; dies muss auch für die Industrie im Hinblick auf verarbeitete Lebensmittel gelten.

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  • Einfluss der Fettzufuhr auf die kardiovaskuläre Gesundheit

    80 % aller Todesfälle infolge von Herz-Kreislauf-Erkrankungen könnten laut WHO alleine durch eine Lebensstiländerung verhindert werden.

    Der Ersatz von gesättigten Fettsäuren durch mehrfach ungesättigte Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren senkt nicht nur LDL-Cholesterin und damit das KHK-Risiko, sondern sogar die KHK- und die Gesamtmortalität.

    Neuesten Studien zufolge sind die marinen Omega-3-Fettsäuren der pflanzlichen Alpha-Linolensäure in Bezug auf die Kardioprotektion nicht überlegen.

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Focus

  • 2017: 10 Jahre Qualitätszertifikat Koloskopie

    Die ÖGGH empfiehlt eine Vorsorgekoloskopie für alle Menschen ab dem 50. Lebensjahr alle zehn Jahre (Ausnahmen!).

    Vorsorgekoloskopie reduziert die Inzidenz und Mortalität des kolorektalen Karzinoms um 70 %.

    Koloskopie ist besonders effektiv, wenn qualitativ hochwertig durchgeführt, bei hoher Adenomentdeckungsrate, wenn alle Polypen komplett abgetragen werden und ein korrektes Nachsorgeintervall gewählt wurde.

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  • Früherkennung des hepatozellulären Karzinoms

    Patienten mit hohem Risiko, einen Leberkrebs zu entwickeln, sollen – solange eine Therapiemöglichkeit besteht – in einem regelmäßigen Überwachungsprogramm kontrolliert werden.

    Die Überwachung sollte mittels Ultraschall und alle 6 Monate erfolgen.

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  • Fortschritte in der Diagnose und Therapie des Cholangiokarzinoms

    Das cholangiozelluläre Karzinom ist zwar ein seltener, aber in der Inzidenz steigender Tumor.

    Die endoskopische Gallengangdrainage mit eventuell zusätzlicher photodynamischer Therapie (PTD) oder Radiofrequenzablation (RFA) stellt einen festen Bestandteil des multimodalen Therapiekonzeptes dar.

    Die chirurgische R0-Resektion ist die einzige potenziell kurative Therapieoption.

    Zurzeit besteht keine Indikation der adjuvanten Chemotherapie; Gemcitabin und Cisplatin stellen heute den Standard zur palliativen Chemotherapie dar.

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  • Therapieoptionen bei neuroendokrinen Tumoren des Pankreas

    Die Therapieoptionen bei neuroendokrinen Tumoren des Pankreas (pNET) umfassen u. a.:

    Operation

    Somatostatin-Analoga

    Radioligandentherapie sowie

    weitere medikamentöse Optionen wie Everolimus und Sunitinib

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Gastroenterologie & Hepatologie

  • Akut-auf-chronisches Leberversagen: häufig und komplex

    Das akut-auf-chronische Leberversagen (ACLF) ist eine spezifische Krankheitsentität, die von der Dekompensation bei Leberzirrhose zu unterscheiden ist und mit einer hohen Kurzzeitmortalität assoziiert ist.

    Infektionen sind häufig Auslöser eines ACLF und müssen gezielt gesucht und adäquat therapiert werden.

    Die Definition des ACLF ist aktuell insbesondere zwischen westlichen Ländern und dem asiatischen Bereich uneinheitlich und sollte harmonisiert werden.

    Weiterführende Studien sind notwendig, um die Pathogenese des ACLF besser zu verstehen und konsequent kausale Therapien davon abzuleiten.

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Geriatrie

  • Geriatrisches Assessment bei älteren Tumorpatienten

    Auf der Grundlage des umfassenden geriatrischen Assessments ist eine individualisierte onkologische Therapieplanung für ältere Patienten möglich, welche die voraussichtlichen Behandlungsfolgen inkludiert und damit zur besseren Toleranz und Nachhaltigkeit der Behandlung beiträgt.

    Mit einem geriatrischen Screening mittels einfacher Assessmentinstru-mente können jene Patienten identifiziert werden, die unter funktionellen Problemen leiden und für die ein weitergehendes umfassendes geriatrisches Assessment empfohlen wird.

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Hämatologie und Onkologie

  • Große Fortschritte bei der akuten myeloischen Leukämie (AML)

    Die Aufklärung des AML-Genoms übersetzte sich klinisch in eine aktualisierte WHO-Klassifikation und ELN-Risikostratifizierung sowie eine zunehmende Bedeutung der Beurteilung minimaler Resterkrankung nach intensiven Therapien.

    Neben potenziell kurativen und rein palliativen Therapieansätzen haben sich nichtintensive Strategien etabliert, in erster Linie mit hypomethylierenden Substanzen, die das Überleben von AML-Patienten und deren Lebensqualität verbessern.

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Infektiologie

  • Herausforderung: HIV Late Presentation

    Late Presentation bleibt eine Herausforderung in der optimalen Versorgung von HIV-Infizierten und ein limitierender Faktor hinsichtlich Gesundheit und Lebenserwartung.

    Strategien, die auf eine frühere Diagnose hinzielen, müssen entwickelt, angewandt und weiter evaluiert werden.

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Kardiologie

  • Polypharmakologie – ist mehr immer besser?
  • Duale Antiplättchentherapie nach Koronarstentimplantation

    Die aktuellen Leitlinien erlauben eine Flexibilisierung der Verschreibungsdauer einer dualen Antiplättchentherapie nach Koronarstentimplantation.

    Eine Verlängerung oder Verkürzung kann im Einzelfall individuell in Abhängigkeit von Ischämie- und Blutungsrisiko erfolgen.

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  • Psychopharmaka bei kardial kranken Patienten

    Antidepressiva, Antipsychotika und Antidementiva sind nur nach ausführlicher Anamnese und Indikationsstellung zu verschreiben.

    Die Gefahr für Torsade de Pointes (TdP) und plötzlichen Herztod ist am ehesten bei der Einnahme von trizyklischen Antidepressiva und Antipsychotika der älteren Generation gegeben; bei den übrigen Medikamenten spielen die Dosis und zusätzliche Risikofaktoren eine Rolle.

    Empfohlen sind regelmäßige EKG-Kontrollen (QTc > 500 ms = Risikofaktor für TdP), Laborkontrollen von Elektrolyten und Stoffwechselparametern.

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  • Kardiologie – Hot Topics 2017

    Personalisierte Kardiologie: Biomarker leisten schon heute einen wichtigen Beitrag zur individualisierten Diagnostik und Therapie, Gentests gewinnen an Bedeutung.

    Vorhofflimmern ist die häufigste Schlaganfall-Ursache, ein gezieltes Screening-Programm würde Leben retten und Kosten sparen.

    Vor 40 Jahren wurde zum ersten Mal ein Herzkatheter-Eingriff durchgeführt.

    LDL-Cholesterin ist mehr als ein Biomarker und ist ursächlich an der Entstehung der Arteriosklerose beteiligt.

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Nephrologie

  • Highlights vom Europäischen Nephrologiekongress

    TRF-Budesonid bei IgA-Nephropathie hat das Potenzial, das Risiko für das Fortschreiten zur terminalen Nierenerkrankung zu reduzieren.

    Voclosporin bei Lupusnephritis: erzielt kombiniert mit MMF höhere Remissionsraten im Vergleich zur bisherigen Standardtherapie.

    IgG-Endopeptidase IdeS: Attraktives Therapieprinzip für zahlreiche Erkrankungen, bei denen IgG eine pathogenetische Rolle spielt.

    Neuer, nichtsteroidaler Mineralokortikoidrezeptorblocker Finerenon bei diabetischer Nephropathie als Zusatz zur RAS-Standardtherapie mit großem Potenzial zur Reduktion des kardiovaskulären und Progressionsrisikos.

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  • Heiß ersehnt: die neuen oralen Kaliumsenker

    Hyperkaliämie, ein häufiges klinisches Problem, korreliert mit der Mortalität und limitiert insbesondere in der Nephrologie und Kardiologie den Gebrauch von prognostisch wertvollen Medikamenten wie Hemmern des Renin-Angiotensin-Aldosteron-Systems.

    Zwei neue Kaliumbinder (Patiromer und ZS-9) werden in absehbarer Zeit das therapeutische Arsenal in der Behandlung des chronischen Kaliumüberschusses erweitern. Sie scheinen sicher, gut verträglich und effektiv und durchlaufen derzeit Prüfungen in verschiedenen Indikationen bzw. klinischen Szenarien.

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Onkologie

Palliativmedizin

  • COPD und Palliative Care

    Patienten mit chronisch obstruktiver Lungenkrankheit (COPD) haben eine hohe Symptombelastung und dementsprechend große palliativmedizinische Bedürfnisse.

    Die palliativmedizinische Betreuung dieser Patienten erfolgt zu selten und zu spät.

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Pneumologie

  • Inhalationstherapie bei zystischer Fibrose

    Individuelle inhalative Behandlungsschemata sind maßgeblich für den Erfolg der Therapie bei Patienten mit zystischer Fibrose.

    Die Auswahl geeigneter Inhalationsbehelfe beeinflusst die Therapieadhärenz.

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  • Das nichtkleinzellige Lungenkarzinom

    Diagnostik und Therapie des Lungenkarzinoms haben sich deutlich weiterentwickelt. Zusätzlich zur Chemotherapie stehen heute zielgerichtete Therapien (Targets: EGFR, ALK, ROS1 oder BRAF) und Immuntherapien (gegen PD-1 bzw. PD-L1) zur Verfügung.

    Das Lungenkarzinom ist durch Verzicht auf inhalatives Rauchen weitgehend vermeidbar; restriktivere Tabakgesetze sind daher unbedingt notwendig.

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Rheumatologie

  • Highlights am EULAR 2017

    Rheumatoide Arthritis (RA)
    – Nach Längerem wurden neue Medikamente zugelassen, u. a. zwei orale JAK-Inhibitoren.
    – Verschiedene Basistherapien: keine eindeutigen Unterschiede bei Effektivität und Sicherheit.
    – Die Zulassung von Biosimilars sollte geringere Behandlungskosten bringen.

    Sonografie in der Rheumatologie
    – Die Sonografie hat sich auch in der Diagnose der Riesenzellarteriitis (RZA) etabliert.

    Frühe systemische Sklerose (SSc)
    – Immunmodulierende Medikamente: geringe Auswirkungen auf die Krankheitsprogression.
    – Fehlendes Treat-to-Target-Konzept: Die Behandlung wird noch immer von klinischer Erfahrung dominiert. Eine internationale Datenbankverknüpfung ist notwendig.

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  • Vom Chondrosarkom zur Arthrose

    Fehlgesteuerte und entartete Knorpelzellen (Chondrozyten) sind Auslöser für Arthrose und Chondrosarkom.

    3D-Zellkulturen sind die Zukunft der zellulären Arthrose- und Tumorforschung.

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Schmerzmedizin

  • Innovative Analgetika bei Gelenkschmerzen

    Osteoarthrose:
    – Nach wie vor ist die NSAR-Therapie das Mittel der Wahl zur symptomatischen Therapie der Osteoarthrose.
    – Topisch applizierbare Medikamente (Lidocain, Salicylate, Diclofenac, Capsaicin), meist in Kombination mit systemischen Therapien, sind wirksam.

    Rheumatoide Arthritis: neue konventionelle und neue biologische DMARD erweitern bestehende Therapieoptionen.

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  • Orales Cannabidiol (CBD): Studien-Schlussfolgerungen richtiggestellt

    Hintergrund: In einer rezenten In-vitro-Studie wird die Schlussfolgerung gezogen, dass orales Cannabidiol (CBD) im Menschen zu Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) umgewandelt wird.

    Richtig ist:
    – Es gibt keinen Hinweis, dass orales CBD im Magensaft vom Menschen in THC umgewandelt wird.
    – Eine Therapie mit reinem CBD mutiert nicht zu einer Behandlung mit THC → Cannabidiol verursacht auch keine THC-typischen Wirkungen.

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