DF 02|2018

Herausgeber: Österreichische Diabetes Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner

Editorial

  • Diabetestherapie – technische Innovationen und der Faktor Mensch
    Sehr geehrte Frau Kollegin, sehr geehrter Herr Kollege!
    Seit der Erfindung des Insulins im Jahr 1921 und dessen kommerzieller Produktion ab 1923 folgten ständig neue Entwicklungen und Meilensteine in der Diabetestherapie. Diese betreffen nicht nur die medikamentöse Behandlung, sondern auch ...Weiterlesen ...

ÖDG Aktuell

ÖDG Seite des Präsidenten

Diabetologie in Österreich

  • Die erste Prädiabetesambulanz Österreichs

    Das Gesundheits- und Vorsorgezentrum der KFA hat seit Ende 2015 – soweit bekannt – die erste Prädiabetes­ambulanz im deutschsprachigen Raum eingeführt. Ein multidisziplinäres Team schult die Betroffenen in Lebensstilmaßnahmen innerhalb eines speziell entworfenen Betreuungskonzepts. Bis dato konnte trotz des kurzen Beobachtungszeitraums eine statistisch signifikante Verbesserung der meisten gemessenen Werte wie z. B. HbA1c, Nüchternglukose, ­Bauchumfang und Fettleberindex erzielt werden.

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Focus: 45. Jahrestagung der ÖDG

  • Ersetzen Glukosesensoren die Blutzuckermessung?

    Glukosesensorsysteme bieten über die Point-of-Care-Blutzuckermessung hinaus Einblick in Muster und Trends von Glukoseverläufen und unterstützen damit Therapieentscheidungen.

    Der Einsatz des Flash Glucose Monitoring (FGM) befreit viele Patienten mit Basis-Bolus-Therapie oder Insulinpumpentherapie vom häufigen täglichen „Fingerstechen“, reduziert Hypoglykämien und verbessert bei vielen Patienten das HbA1c.

    Continuous-Glucose-Monitoring-(CGM-)Systeme können durch Alarmfunktionen vor Blutzuckerentgleisungen, insbesondere Hypoglykämien, warnen und erhöhen die Sicherheit der Insulintherapie insbesondere bei Patienten mit rezidivierend schweren Hypoglykämien oder einer Hypoglykämieerkennungsstörung. Durch Einsatz geeigneter Algorithmen kann ein Closed-Loop-System entstehen.

    Ein implantierbarer Sensor ist eine Weiterentwicklung des CGM.

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  • Closing the Loop − Auf dem Weg zur Alltagstauglichkeit

    Ein künstliches Pankreas besteht aus kontinuierlicher Glukosemessung, Insulinpumpe und ­Kontrollalgorithmus.

    Für das erste kommerziell verfügbare Closed-Loop-System wurden die Sicherheit im Hinblick auf schwere Hypoglykämien oder Ketoazidosen sowie eine Verbesserung der glykämischen Variabilität und der HbA1c-Werte gezeigt.

    Bihormon-Systeme (Insulin und Glukagon) waren während körperlicher Belastung hinsichtlich Hypoglykämien im Vergleich zum Single-Hormon-System zumindest ebenbürtig.

    Bei spezifischen Patientengruppen wie z. B. schwangeren Frauen oder Adoleszenten mit Typ-1-Diabetes ­verbesserte die Anwendung eines Closed-Loop-Systems im Vergleich zur sensorunterstützten Pumpentherapie die glykämische Kontrolle.

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  • Glycation Gap − Welche Glukosemessmethoden sind am zuverlässigsten?

    Die im Titel gestellte Frage kann sich auf die technische Messgenauigkeit oder aber auf Informationen zusätzlich zum HbA1c-Wert beziehen.

    Die verfügbaren Systeme weisen eine deutliche Variabilität auf, sind aber genau genug, um Therapieentscheidungen zu ermöglichen.

    Informationen wie Glukosevariabilität und Zeit im Zielbereich können zur Risikoabschätzung oder zur Beurteilung des Therapieerfolges beitragen.

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  • CONCEPTT-Studie bei Frauen mit Typ-1-Diabetes: CGM während der Schwangerschaft bringt Benefit für Neugeborene

    Die CONCEPTT-Studie war die erste prospektive, randomisierte Studie zum Einsatz von ­kontinuierlicher Glukosemessung (CGM) während der Schwangerschaft bei Frauen mit Typ-1-Diabetes.

    Neben der glykämischen Kontrolle der Mutter war auch das fetale Outcome (u. a. Notwendigkeit intensivmedizinischer Betreuung, Dauer des Krankenhausaufenthaltes, neonatale Hypoglykämien) in der CGM-Gruppe besser.

    Die Rate maternaler Hypoglykämien konnte durch CGM-Anwendung nicht gesenkt werden.

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  • Insulinpumpen optimal einsetzen

    Die Insulinpumpentherapie ist aus der pädiatrischen Diabetestherapie nicht wegzudenken und bietet zahlreiche Vorteile im Vergleich zur Basis-Bolus-Therapie.

    Neben einer Verbesserung der metabolischen Einstellung zeigen Kinder mit Insulinpumpentherapie ­weniger akute Hypoglykämien und weniger akute Ketoazidosen.

    Aufgrund der Vorteile gegenüber der Basis-Bolus-Therapie wird die Insulinpumpentherapie für Kinder unter 7 Jahren­ als bevorzugte Behandlungsmethode empfohlen; es besteht keine Altersuntergrenze.

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  • Können Devices beim Diabetes-Selbstmanagement unterstützen?

    Studien zeigen, dass die Insulin-Selbsttitration durch den Patienten der zentrumsgeführten Titration hinsichtlich glykämischer Kontrolle unter bestimmten Umständen überlegen ist.

    Als Erfolgsfaktor wurde die Kontaktfrequenz mit einem behandelnden Zentrum identifiziert.

    Eine webbasierte Unterstützung beim Selbstmanagement in Form einer Titrationssoftware spart personelle Ressourcen in den Zentren und führte im Vergleich zur intensivierten Patientenbetreuung durch ­Experten zu einer vergleichbaren HbA1c-Reduktion, einem vergleichbaren Hypoglykämieprofil und ­Nüchternglukose, bei einer signifikanten Verringerung der Furcht vor Hypoglykämien und der Belastung durch den Diabetes.

    Systeme dieser Art sollten klinisch getestet sein, bevor sie auf den Markt kommen.

    Derzeit offen ist der Aspekt der Real-World-Effektivität.

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  • Ultraschnelle und hochkonzentrierte Insuline: Was können sie im Vergleich zu ihren konventionellen Pendants besser?

    Ein rascherer Wirkeintritt in den ersten Minuten gibt ultraschnellen Insulinen das Potenzial, postprandiale Blutzuckerspitzen zu verbessern.

    Hochkonzentrierte Insuline sind durch das geringere Injektionsvolumen bei hohen Insulindosen eine sinnvolle Option. Die konzentrierten Darreichungsformen weisen teils auch stabilere Wirkprofile auf.

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  • ATTD 2018: Neue Technologien − Herausforderung für Schulende und Geschulte

    Die Anwendung neuer, innovativer Technologien korreliert mit einer Verbesserung der glykämischen Kontrolle und einer signifikanten Reduktion hypoglykämischer Episoden.

    Eine entscheidende Komponente für den Erfolg ist der Faktor Mensch, der diese Technologien adäquat anwendet bzw. die Anwender dafür schult.

    Der rasant steigende Anteil der Patienten, die die neuen Technologien anwenden, erfordert unter anderem Konzepte für die Ausbildung der Schulenden.

    Die Patientenschulung muss strukturiert und altersangepasst erfolgen.

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  • „Diabetes Distress“ und metabolische Outcomes

    Der Begriff „Diabetes Distress“ beinhaltet Sorgen, Bedenken und Ängste, die mit einer chronischen, fordernden und progredienten Erkrankung wie Diabetes mellitus assoziiert sind.

    Bei starker Ausprägung sind die Auswirkungen auf den Stoffwechsel eklatant und resultieren u. a. in schlechterem HbA1c und Gewichtszunahme aufgrund von Steigerung der Insulinresistenz.

    Ein Screening sollte bei allen Patienten mit unzureichender Stoffwechseleinstellung ohne offensichtliche Ursache erfolgen.

    Für die Diagnostik stehen gut validierte Instrumente zur Verfügung.

    Die therapeutischen Möglichkeiten sind vielfältig und reichen von Entlastungsgesprächen durch das betreuende Diabetesteam bis zu komplexen psychotherapeutischen Interventionen.

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  • Neue pharmakologische Optionen zur Behandlung von Adipositas und T2D

    Die Adipositasprävalenz nimmt weltweit stetig zu, damit auch die darauf beruhenden Komorbiditäten – allen voran Typ-2-Diabetes (T2D).

    Der Gewichtsneutralität bzw. den gewichtsreduzierenden Eigenschaften einer antidiabetischen ­Therapie zur Verbesserung des Glukosestoffwechsels kommt entscheidende Bedeutung zu.

    Als pharmakologische Therapieansätze zur Adipositasbehandlung an sich stehen in der EU Orlistat, Liraglutid in höherer Dosierung und die Kombination von Naltrexon und Bupropion zur Verfügung.

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A Patient’s Journey

  • Evidenzbasierte Therapieentscheidungen im Krankheitsverlauf
    Was bisher geschah: Vor 5 Jahren wurde bei unserem damals 57-jährigen Patienten ein Typ-2-Diabetes diagnostiziert. Er ist Raucher (42 Pack-Years) mit bestehender COPD, welche von lungenfachärztlicher Seite mit Foster® (Beclometason und Formoterol) sowie Berodual® (Fenoterolhydrobromid und Ipratropiumbromid) als Bedarfsmedikation behandelt wurde. Familienanamnestisch liegt eine KHK des Vaters (STEMI) und ein Typ-2-Diabetes der Mutter vor. Nach initialer Lebensstilberatung begann der Patient mit leichtem Ausdauer- (Nordic Walking) und moderatem Krafttraining. In der Folge wurde leitliniengemäß zusätzlich eine medikamentöse Therapie mit Metformin 2.000 mg, Acetylsalicylsäure 100 mg und Simvastatin 40 mg eingeleitet.1–3 Damit konnte ein HbA1c von 6,1 % erreicht und das LDL-Cholesterin auf 102 mg/dl gesenkt werden. Da das LDL-C-Ziel für diesen Patienten jedoch < 70 mg/dl liegt, wurde die Statintherapie auf Rosuvastatin 40 mg umgestellt.4
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