DF 03|2017

Herausgeber: Österreichische Diabetes Gesellschaft, Univ.-Prof. Dr. Guntram Schernthaner

Editorial

  • Renale Sicherheit bis hin zur Nephroprotektion
    Etwa 35 % aller Patienten mit Typ-2-Diabetes entwickeln eine diabetische Nierenerkrankung (de Boer et al., JAMA 305:2532, 2011), die mit einer hohen Mortalität assoziiert ist (Afkarian et al., J Am Soc Nephrol 24:302, 2013). Daraus ergibt sich einerseits die Frage ...Weiterlesen ...

ÖDG Seite des Präsidenten

  • Nierenversagen 28 Jahre nach St. Vincent
    Im Jahre 1989 sorgte die St.-Vincent-Deklaration für ungläubige Kommentare zahlreicher Experten. Sie erklärte den Diabetes mellitus zu einem großen und zunehmenden Gesundheitsproblem in allen Ländern, verbunden mit langer Krankheit und oft frühem Tod. Man machte sich zum Ziel, die Morbidität ...Weiterlesen ...

ÖDG Aktuell

  • Low-Carb versus Low-Fat versus mediterrane Ernährung

    Die Datenlage zur am besten geeigneten Ernährungsform wird laufend aktualisiert.

    Die mediterrane Ernährung ist gut untersucht und zeigt (vor allem in Kombination mit Olivenöl oder Nüssen) im Vergleich zu anderen Diätformen

    • eine stärkere Reduktion von Risikofaktoren wie Bauchumfang, Insulinresistenz und BMI,
    • eine stärkere HbA1c-Senkung,
    • eine Verzögerung des Bedarfes für eine medikamentöse Diabetestherapie.

    Anzustreben sind darüber hinaus die Berücksichtigung von Biodiversität und Saisonalität der Lebensmittel sowie ausreichende Bewegung im Alltag.

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  • Milchprodukte als heimliche Zuckerfallen

    Die ÖDG und das vorsorgemedizinische Institut SIPCAN fordern die Industrie auf, den Zuckergehalt in Milch­produkten weiter zu senken. Eine „Milchliste“ bietet Konsumenten Orientierungshilfe bei der Produktauswahl.

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  • Die ÖDG-Ernährungsbox ist da

    Nach dem großen Erfolg der ÖDG-Bewegungsbox gibt die Österreichische Diabetes Gesellschaft nun eine Ernährungsbox heraus, um auch diesen essenziellen Teil der Diabetesprävention und -therapie auf sympathische und leicht erfassbare Weise schmackhaft zu machen.

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  • Das Diabetesregister Tirol

    Seit Implementierung des Registers 2006 wurden die Daten von fast 18.000 Diabetespatienten, ­betreut in Diabetesambulanzen der Tiroler Spitäler, im stationären Bereich und durch niedergelassene Internisten, gesammelt.

    Alle Aktivitäten zum Diabetesregister Tirol erfolgen unentgeltlich und freiwillig, ohne politische oder gesundheitspolitische Grundlage.

    Die erhobenen Daten umfassen ein Basis-Datenblatt zum Erstkontakt sowie eine standardisierte Auswahl an Parametern bei jedem weiteren Kontakt.

    Eine Kerngruppe des Fachbeirates trifft sich mehrmals jährlich, um die Daten zu interpretieren und der ­wissenschaftlichen Verarbeitung zuzuführen.

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News Update

Focus: Diabetische Nierenerkrankung

  • Aktuell vom ADA: Was lernen wir aus CANVAS für die Niere?

    CANVAS ist eine Outcome-Studie zur Untersuchung der kardiovaskulären Sicherheit des SGLT-2-Hemmers Canagliflozin; in einem weiteren Schritt wurde das Studienprogramm um die renale Outcome-Studie CANVAS-R erweitert.

    Studienpopulation waren Patienten mit Typ-2-Diabetes und hohem kardiovaskulärem Risiko; ­Studienmedikation war Canagliflozin zusätzlich zur bestehenden Behandlung im Vergleich zur Zugabe von Placebo.

    Canagliflozin war gegenüber Placebo im Hinblick auf alle renalen Parameter und die renale Sicherheit überlegen.

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  • Albuminurie vs. Nierenfunktionsverlust ohne Albuminurie − Perspektivenwechsel bei der diabetischen Nierenerkrankung

    Die traditionelle monokausale Krankheitshypothese der diabetischen Nephropathie wird durch neue Erkenntnisse zugunsten eines neuen Verständnisses als heterogene Gruppe von Krankheits­entitäten verlassen.

    Als klinischer Marker der diabetischen Nierenerkrankung ist die Albuminurie nur im Zusammenhang mit der glomerulären Filtrationsrate aussagekräftig.

    Im Lauf der vergangenen Jahre kam es – u. a. aufgrund exogener Einflüsse – zu einem Wandel der renalen Schädigungen.

    Therapeutisch sind einerseits Blocker des Renin-Angiotensin-Systems, andererseits Antidiabetika mit ­renoprotektiven Effekten von Bedeutung.

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  • Albuminurie bei Diabetes: Therapeutische Konsequenzen

    Eine Albuminurie zeigt das kardiovaskuläre und renale Risiko (i. e. diabetische Nephropathie) an.

    Eine frühzeitige RAAS-Blockade wirkt protektiv und reduziert die Albuminurie sowie die Morbidität und Mortalität.

    Eine routinemäßige duale RAAS-Blockade ist nach neuesten Erkenntnissen kontraindiziert.

    Die Blutzuckereinstellung richtet sich vor allem nach dem Patientenalter und dem Auftreten von Hypoglykämien.

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  • Antidiabetika zwischen Nephrotoxizität und Nephroprotektion

    Substanzspezifische renale Effekte von Antidiabetika gelangen unabhängig von der Glukosekontrolle ­zusehends in den Fokus und sollten bei der Therapieauswahl berücksichtigt werden.

    • Metformin kann bei stabiler, chronischer Niereninsuffizienz unter regelmäßiger Kontrolle der ­Nierenfunktion angewandt werden.
    • Für Glitazone ist die Datenlage nicht konsistent.
    • Inkretinbasierte Therapien können auf zahlreiche Daten zu positiven Effekten auf renale Endpunkte verweisen.
    • SGLT-2-Hemmer reduzieren die glomeruläre Hyperfiltration; in Outcomestudien konnte eine signifikante ­Reduktion des kombinierten renalen Endpunktes gezeigt werden.
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  • Renales und ­kardiovaskuläres Risiko bei Diabetes – Stellenwert der antihypertensiven Therapie

    Die Datenlage zeigt bei Patienten mit hohem kardiovaskulären Risiko Vorteile für eine gute Blutdruckeinstellung, spricht jedoch vor allem bei Patienten mit Diabetes für eine J-förmige Beziehung zum kardiovaskulären Outcome, bei der zu niedrige Werte beinahe ebenso nachteilig sind wie zu hohe.

    Im Hinblick auf Nierenversagen konnte kein Benefit gezeigt werden.

    Die Patienten für eine strenge Blutdruckkontrolle sind – abhängig von ihren Risiken bzw. Komorbiditäten – sorgfältig zu selektieren.

    Betablocker sind hinsichtlich kardio- und zerebrovaskulärer Prävention allen anderen antihypertensiven Medikamentenklassen unterlegen, Kalziumkanalblocker und Diuretika zeigen diesbezüglich differenzierte Ergebnisse.

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  • Glykämische Kontrolle bei diabetischer Nephropathie – Welche Zielwerte, welche Antidiabetika, welche Dosierung?

    Strikte glykämische Kontrolle mit HbA1c < 7 % ist aus nephroprotektiver Sicht zur längerfristigen Vermeidung eines renalen Funktionsverlustes sinnvoll.
    CAVE: Hypoglykämierisiko und kardiovaskuläre Sicherheit!

    Auswahl der antidiabetischen Therapie nach Sicherheitsprofil und Hypoglykämierisiko sowie nach potenziell kardio- und nephroprotektiver Wirkung.
    CAVE: Dosisanpassung je nach GFR und Kontraindikationen!

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Artikel

  • Epidemiologie der diabetischen ­Nierenerkrankung in Österreich

    Angaben zur Häufigkeit der diabetischen Nierenerkrankung in Österreich beruhen auf Schätzungen; ­genaue Zahlen liegen lediglich für das dialysepflichtige chronische Nierenversagen aus dem ­Österreichischen Dialyse- und Transplantationsregister vor.

    Seit 2006 sind in Österreich bei Patienten mit Typ-2-Diabetes eine Abnahme der Inzidenz der ­Nierenersatztherapie und eine ­Verbesserung des Überlebens zu verzeichnen.

    Die Prävalenz der terminalen Niereninsuffizienz ist allerdings – unter anderem aufgrund des verbesserten ­Überlebens – ­steigend.

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