SO 01|2020

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Matthias Preusser, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

Focus: 50 Jahre OEGHO

Kongress

  • Highlights beim multiplen Myelom

    Der Siegeszug von Daratumumab wird durch den Nachweis eines signifikanten Überlebensvorteils (ALCYONE, VMP ± Daratumumab) gefestigt. Antikörper-Kombinationen erweisen sich in allen Therapielinien, sowohl bei jüngeren als auch älteren Patienten, den konventionellen Behandlungsoptionen überlegen.

    Eine autologe Transplantation sollte Standard bei Patienten mit Hochrisiko-Zytogenetik sein, bringt aber bei „good risk“-Patienten keinen Überlebensvorteil.

    Die neuen Substanzen Selinexor, Venetoclax, Melflufen und Iberdomid zeigen beachtliche Wirkung; BiTEs, Antikörper-Konjugate und CAR-T-Zellen eröffnen neue Therapieoptionen.

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  • ASH 2019 | Akute myeloische Leukämie und myelodysplastische Syndrome

    Erstmals konnte ein Vorteil für eine Erhaltungstherapie bei AML gezeigt werden (orales Azacitidin).

    Update der MEDALIST-Studie spricht für den Einsatz von Luspatercept bei transfusionsbedürftigen Niedrigrisikopatienten mit Ringsideroblasten.

    Weiterentwicklung der zielgerichteten Substanzen sowie der Immuntherapie bei MDS und AML.

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  • ASH-Highlights zu aggressiven Lymphomen

    Ibrutinib im Kontext einer R-CHOP-basierten Erstlinienbehandlung kann sowohl für jüngere DLBCL-Patienten (< 60 Jahre) als auch für „Myc/Bcl2-Doppel-Expressor“-Lymphome einen effektiven Zusatz darstellen.

    Die parallelen Welten verschiedener genetischer Subtyp-Klassifikationen beim DLBCL lassen sich zusammenführen; in der molekularen Zuordnung und Risiko-Prädiktion kommt der Analyse zirkulierender Tumor-DNA (ctDNA) aus dem Blutplasma eine zentrale Bedeutung zu.

    CARs und BiTEs (chimäre Antigenrezeptoren und bispezifische T-Zell-Engager) können genetisch zunehmend effektiver konstruiert werden und tragen so zur steilen Erfolgsgeschichte der T-Zell-vermittelten Therapieprinzipien weiter bei.

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  • ASH 2019 | Highlights bei chronischer lymphatischer Leukämie

    Drei Säulen einer spezifischen CLL-Therapie sind etabliert:

    • Bruton-Tyrosin-Kinase-Inhibitoren: Ibrutinib, Acalabrutinib; Kandidaten: Zanubrutinib, Loxo-305
    • BCL-2-Inhibitoren: Venetoclax
    • Immuntherapie: Anti-CD20, Obinutuzumab; Kandidaten – Anti-CD19: Tafasitamab, CART

    IGHV-unmutierte CLL: BTK-Inhibitoren und BCL2-Inhibitoren sind bei IGHV-unmutierter CLL hocheffektiv und sicher.

    IGHV-mutierte CLL: Ein Chemotherapie-Backbone ist bei IGHV-mutierter CLL sehr wirksam und aus heutiger Sicht immer noch indiziert.

    Neue Player: CD19 ist ein vielversprechendes Target für neue Antikörper­therapien und CAR-T-Zell-Plattformen.

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  • ASH 2019 | Die Gerinnung im Überblick

    Immunthrombozytopenie: Es gibt eine Reihe an neuen und vielversprechenden Substanzen, von denen aber bisher noch keine Phase-II- bzw. Phase-III-Daten vorliegen. Die neuen ASH-Leitlinien wurden 2019 publiziert, lassen aber auch viele Fragen offen.

    Hämophilie: Neben der Gentherapie gibt es auch andere Ansätze, die eine gute klinische Wirksamkeit aufweisen.

    Tumorassoziierte venöse Thromboembolie: Die Thromboseprädiktion (Definition von Risikogruppen) bleibt ein Thema und wird weiterhin untersucht.

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  • Studienhighlights vom San Antonio Breast Cancer Symposium 2019

    Die Forschung am HER2-Rezeptor als Target für zielgerichtete Therapien geht weiter: neue small molecules sind HER2-spezifisch und ZNS-aktiv; neue Antikörper-Wirkstoff-Konjugate wirken auch nach Vortherapie mit TDM-1.

    In einem längeren Follow-up der APHINITY-Studie erweist sich die Wirkung der dualen HER2-Therapie mit Trastuzumab + Pertuzumab (plus Chemotherapie) unabhängig vom Hormonrezeptorstatus.

    Die Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren zeigt bislang in allen Tumorentitäten gewisse substanz- und indikationsspezifische Unterschiede, so auch beim Mammakarzinom: Es gibt Unterschiede zwischen PD-1- und PD-L1-Inhibitoren je nach Setting und PD-L1-Expression, die Ergebnisse sind mehrheitlich, aber nicht ausschließlich positiv.

    Die erweiterte adjuvante endokrine Therapie mit Letrozol zeigt Vorteile im krankheitsfreien Überleben postmenopausaler Patientinnen, ein besseres brustkrebsfreies Über-leben und weniger Fernmetastasen. Die Entscheidung bleibt weiterhin individuell.

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Panorama

Personalisierte Medizin

  • Präzisionsmedizin in der Onkologie

    Gensequenzierung und Immunhistochemie ermöglichen die Charakterisierung des molekularen Profils eines krebskranken Menschen.

    Auf Basis des individuellen molekularen Profils kann eine personalisierte, molekulargesteuerte Therapiestrategie entworfen werden, um diese PatientInnen anzubieten, für die es keine Standardtherapien mehr gibt.

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Translationelle Onkologie

  • Dimethylacrylshikonin als potentielle Ausgangssubstanz in der Melanomtherapie

    Unter verschiedenen Shikonin-Derivaten war Dimethylacrylshikonin (DMAS) das in Melanomzelllinien am stärksten wirksame.

    In Xenograft-Mäusen zeigte DMAS einen vorwiegend nekrotischen Effekt und führte zur Tumorregression.

    Derzeit werden synthetische Derivate untersucht, ob sie sich als Arzneistoff für Melanompatienten eignen könnten.

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Immunonkologie

  • Lernen von Gendefekten – Mechanismen der Autoimmunität und Immuntherapie

    Ein bisher unbekannter Gendefekt entschlüsselt ein Regulationsprotein des Immun-Checkpoints CTLA-4.

    Ist DEF6 in T-Zellen defekt, gelangt CTLA-4 nicht an die Zelloberfläche, was aufgrund der nun fehlenden Immunregulation zu Autoimmunität führt.

    Diese Erkenntnisse liefern auch neue Zusammenhänge für die Krebstherapie.

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