SO 04|2017

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

AKTUELL für Sie!

  • Neuigkeiten vom EHA-Kongress 2017

    Zum 22. Mal lud die European Hematology Association Hämatologen aus aller Welt zum EHA-Kongress ein, in diesem Jahr erstmalig in Madrid. Die hohe Qualität der präsentierten Studien ist ein Spiegel für die großen Fortschritte, die derzeit bei vielen hämatologischen Entitäten verzeichnet werden. Im Folgenden vier der vielen interessanten Studien, die für unseren Praxisalltag relevant sind.

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  • Vienna Cancer Center (VCC): Kooperation zwischen KAV und AKH/MedUni Wien

    u Das neue Vienna Cancer Center (unter der wissenschaftlichen Leitung von Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski) ist eine Kooperation der Wiener KAV-Spitäler und der Universitätsklinik/AKH. u Diese Kooperation ist in Österreich einzigartig. Davon profitiert nicht nur der Wissenschaftsstandort Wien, sondern in hohem Ausmaß auch die Versorgung von onkologischen Patienten in den Wiener Spitälern. u Der Zugang zu innovativen Therapien wird beschleunigt. u Mehr und größere Studien werden möglich sein. bereits in klinik 3/17 erschienen

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Focus: Klinische Studien – Neuerungen und Herausforderungen

Kongress

  • ASCO-Spotlight − Die wichtigsten Beiträge der ASCO Plenary Session

    Die vier wichtigsten Studien der ASCO Plenary Session:

    Adjuvante Therapie des Kolorektalkarzinoms, 3 vs. 6 Monate: Bei NiedrigrisikopatientInnen (T1–3/N1; 58,7 %) scheinen 3 Monate adjuvante Therapie ausreichend; bei HochrisikopatientInnen (T4 oder N2; 41,3 %) bleiben 6 Monate Standard.

    Symptom-Monitoring, Abfrage mittels Tablet: 6-Monate-Lebensqualität in der Interventions­gruppe deutlich besser als in der Kontrollgruppe mit Standard-Symptom-Monitoring.

    Abirateronacetat bei neu diagnostizierten PatientInnen mit Hochrisikoprostatakarzinom: Überlebensvorteil durch Androgenentzugstherapie mit Abirateron-Prednisolon gegenüber Androgendeprivationstherapie.

    Olaparib beim BRCA-mutierten Mammakarzinom: signifikante Verbesserung des progressionsfreien Überlebens und der Ansprechraten gegenüber Chemotherapie.

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  • ASCO 2017 | Praxisverändernde Studien − Highlights bei gastrointestinalen Tumoren

    Am ASCO präsentierte Studien ändern den klinischen Standard in der Behandlung von Patienten mit Magen-, biliären und kolorektalen Tumoren:

    3 versus 6 Monate adjuvante Therapie bei Niedrigrisiko-Stadium-III-Kolorektalkarzinom: IDEA-Empfehlung für ein risikoadaptiertes Vorgehen.

    FLOT ist neuer Standard in der perioperativen Therapie bei resektablen Tumoren des Magens und gastroösophagealen Überganges.

    Capecitabin ist neuer Standard in der adjuvanten Behandlung von Gallengangskarzinomen.

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  • ASCO 2017 | Kolorektales Karzinom − Neuigkeiten zu CMS-Klassifikation und Sidedness

    Bei Patienten mit kolorektalem Karzinom ist die prognostische Wertigkeit der CMS-Klassifikation unbestritten, während ihre prädiktive Bedeutung derzeit ausgelotet wird.

    Analysen der großen Phase-III-Studien CALGB/SWOG 80405 und FIRE-3 weisen auf unterschiedliche Effektivität der Anti-EGFR- und Anti-VEGF-Therapie bei verschiedenen CMS-Subtypen hin.

    Rechtsseitig lokalisierte Kolorektalkarzinome gehen bekanntermaßen mit einer ungünstigeren Prognose einher als linksseitige. Dieses Phänomen bestätigt sich im Setting unterschiedlicher Metastasenlokalisationen.

    Etablierte Empfehlungen legen eine Auswahl der Therapiesequenz je nach Tumorlokalisation nahe.

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  • ASCO 2017 | Gehirnmetastasen bei kolorektalem Karzinom: Lokalisation des Primärtumors hat prognostische Relevanz

    Aus einer Untersuchung der MedUni Wien bei Kolorektalkarzinompatienten, die Gehirn­metastasen entwickeln, geht hervor, dass nach der Diagnose der Gehirnmetastasen Patienten mit rechtsseitigem Kolorektalkarzinom eine deutlich schlechtere Überlebensprognose hatten ­als Patienten mit linksseitigem Kolorektalkarzinom.

    Die Daten unterstreichen, dass rechts- und linksseitige Kolorektalkarzinome biologisch differente Entitäten mit unterschiedlichen klinischen Verläufen darstellen.

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  • ASCO 2017 | Ausgewählte Highlights aus uroonkologischer Sicht − Schwerpunkt: Prostata- und Nierenzellkarzinom

    Prostatakarzinom

    STAMPEDE: signifikante Gesamtüberlebensverlängerung durch die Zugabe von Abirateron zur Androgenentzugstherapie beim hormonnaiven High-risk-Prostatakarzinom.

    LATITUDE: signifikante Gesamtüberlebensverlängerung durch die Zugabe von Abirateron zum Androgenentzug bei neu diagnostizierten, metastasierten Patienten mit hohem Risiko.

    Klarzelliges Nierenzellkarzinom

    PROTECT: kein signifikanter Vorteil des krankheitsfreien Überlebens durch Zugabe von Pazopanib (600 mg/d) adjuvant bei chirurgisch resezierten Patienten.

    vielversprechende Ansprechrate der Kombination Epacadostat + Pembrolizumab bei antiangiogenetisch vortherapierten Patienten.

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  • ASCO-Highlights zu gynäkologischen Tumoren

    Gyn-ASCO 2017 europäisch dominiert.

    Operative Therapie des Ovarialkarzinoms: „game-changing“ Studien zu Lymphonodektomie und Rezidivoperation.

    Ovarialkarzinom: neue Daten zu Angiogeneseinhibitoren, PARP-Inhibitoren, Checkpoint-Inhibitoren.

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  • ASCO 2017: KEYNOTE-052 und -045 −Pembrolizumab überzeugt beim Urothelkarzinom

    KEYNOTE-052: Pembrolizumab in der Erstlinientherapie: Gesamtansprechrate 29 %; höhere PD-L1-Expression (CPS ≥ 10 %) kann als prädiktiver Marker für das Ansprechen genutzt werden.

    KEYNOTE-045: Pembrolizumab ist die erste Immuntherapie, die bei Patienten nach Versagen einer platinbasierten Therapie versus Chemotherapie ein verlängertes Gesamtüberleben zeigt.

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  • ASCO 2017 | Highlights beim Mammakarzinom

    Monarch-2-Studie mit Abemaciclib + Fulvestrant: Phase-III-Studie mit eindeutiger Verbesserung des progressionsfreien Überlebens (PFS) durch Abemaciclib, dem dritten CDK4/6-Inhibitor nach Palbociclib und Ribociclib.

    OlympiAD wurde in der Plenary Lecture vorgestellt: Die Studie ebnet den Weg für Olaparib als wirksame und verträgliche Therapieoption bei BRCA-mutierten Brustkrebspatientinnen.

    APHINITY-Studie (ABCSG-39): Die HER2-Doppelmodulation mit Pertuzumab und Trastuzumab ist ein wertvoller Baustein in der adjuvanten Therapie des lymphknotenpositiven Hochrisiko-Mammakarzinoms.

    Short-HER: Die Verkürzung der adjuvanten Therapie mit Trastuzumab (von 1 Jahr auf 9 Wochen) ist kein Standardvorgehen, aber bei Patientinnen mit kardialer Problematik denkbar.

    PLANB: Daten der Westdeutschen Studiengruppe belegen ein anthrazyklinfreies Chemotherapieregime bei HER2-negativen Patientinnen als valides Konzept.

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  • ASCO 2017 | Fortgeschrittenes hormonrezeptorpositives Mammakarzinom: Mit dualer Hemmung der endokrinen Resistenz entgegenwirken

    In der MONALEESA-2-Studie bestätigt sich ein über die Zeit hinweg anhaltender klinischer Effekt der Zugabe von Ribociclib zu Letrozol beim hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen fortgeschrittenen Mammakarzinom der postmenopausalen Frau.

    Auch Everolimus bewährt sich der BOLERO-4-Studie zufolge in Kombination mit Letrozol.

    Beide Studien erbrachten nach Erreichen des medianen PFS eindrucksvolle Resultate der Kombinationstherapien.

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  • ASCO 2017 | Melanom und Non-Melanoma Skin Cancer

    Die Highlights des diesjährigen ASCO-Meetings waren beim Melanom Langzeitdaten aus randomisierten Studien mit BRAF- und MEK-Inhibitoren als auch mit PD-1-Antikörpern, Daten zur adjuvanten Therapie mit Ipilimumab und zu neuen Kombinationstherapien.

    Ganz besonders dürften sich 3 Studien bei Patienten mit zerebralen Melanommetastasen am ehesten unmittelbar auf die tägliche Praxis auswirken.

    Sowohl beim metastasierten Merkelzellkarzinom als auch beim metastasierten Plattenepithelkarzinom wurden wichtige Studien mit PD-1- bzw. PD-L1-Antikörpern in der Erstlinientherapie vorgestellt.

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  • ASCO 2017 | Neue Daten zur Immuntherapie und zielgerichteten Therapie − Highlights beim Bronchialkarzinom

    Immuntherapie mit Checkpointinhibitoren:

    Praxisverändernd: Update Keynote-021-Studie mit Pembrolizumab: FDA-Zulassung für kombinierte Immunchemotherapie.

    Zielgerichtete Therapie bei Vorliegen von Mutationen:

    Praxisverändernd: ALK-Translokation: Alectinib vs. Crizotinib als Erstlinientherapie.

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  • ASCO 2017 | Interessante Studien bei Kopf-Hals-Tumoren

    Bei Nasopharynxkarzinomen kann die Induktionschemotherapie zunehmend als valide Therapieoption gesehen werden.

    Als neue Form der Kombinationstherapie wurde Pembrolizumab in der KEYNOTE-037-Studie mit Epacadostat untersucht, einem IDO1-Inhibitor.

    Erstmals wurde gezeigt, dass eine HPV-Impfung die Prävalenz von oraler HPV-Infektion senken kann.

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Panorama

  • Die wachsende Bedeutung der aktiven Überwachung bei kleinen Nierentumoren

    Active Surveillance hat sich als therapeutische Strategie für kleine Nierentumoren bei Patienten etabliert, bei welchen die Risiken einer chirurgischen Behandlung den onkologischen Benefit einer Resektion überwiegen.

    Ein signifikanter Anteil der Nierentumoren unter aktiver Überwachung zeigt im Laufe der Zeit kein Nettowachstum. Von den in der Literatur beschriebenen Tumoren ohne Nettozuwachs sind keine metastasiert.

    Bislang sind die Erkenntnisse über die Wirksamkeit von aktiver Überwachung verglichen mit chirurgischer Exzision und Ablation begrenzt.

    Während die Rolle von perkutanen Nierenbiopsien bei der Behandlung von kleinen Nierentumoren umstritten ist, gibt es einen klaren Stellenwert für ausgewählte Patienten, welche eine aktive Überwachung in Betracht ziehen oder mit aktiver Überwachung behandelt werden.

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  • HNO-Tumor-Awareness

    Kontext: Das Plattenepithelkarzinom des Kopf-Hals-Bereichs ist der siebenthäufigste Tumor weltweit, mit schätzungsweise 510 Sterbefällen und 1.225 Neuerkrankungen pro Jahr in Österreich (Statistik Austria, 2014). Es widmen sich exponierte Vertreter der onkologischen Szene dieser Tumorentität, sei es in Form von Appellen zu einer flächendeckend besseren strahlentherapeutischen Versorgung, mit der Durchführung akademischer Studien oder mit der Etablierung zielgerichteter Therapien und aktuell Immuntherapien. Mit den heutigen Kenntnissen zu HPV-positiven Kopf-Hals-Tumoren wurde zuletzt das TNM-Staging bei dieser Subgruppe geändert, und es gibt Überlegungen zur Therapie-Deeskalation. Um den neuen Aspekten einer nicht immer im Vordergrund stehenden Tumorentität Rechnung zu tragen, haben wir mit Univ.-Prof. Dr. Dietmar Thurnher, Vorstand der Hals-Nasen-Ohren-Universitätsklinik in Graz, ein Interview im Sinne einer HNO-Tumor-Awareness geführt. Interessant in dem Zusammenhang sind nicht zuletzt auch Überlegungen zur HPV-Impfung als HNO-Tumor-Prophylaxe.

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  • Medizin trifft Informatik: Wie Big Data die Pathologie verändert

    Univ.-Prof. Dr. Renate Kain, PhD, wurde kürzlich zur Leiterin des Klinischen Instituts für Pathologie an der Medizinischen Universität Wien berufen.

    Sie beschreibt neue Entwicklung in der Pathologie, wie beispielsweise die Digitalisierung oder Data Governance.

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Personalisierte Medizin

Translationelle Onkologie

  • Tumorimmunologie

    Tumorimmunologie basiert auf mehr als 100 Jahren Forschung.

    Es begann mit William Coley, der in den 1890er-Jahren Sarkom-Patienten mit Streptokokken impfte (Coley’s Toxin) und bis heute als Begründer der Tumorimmunologie/Immuntherapie gilt.

    Heute stellen CAR-T-Zellen und Immun-Checkpoint-Inhibitoren eine Revolution in der Tumorimmuntherapie dar.

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  • Regulation von Genexpression bei malignen Erkrankungen

    Maligne entartete Zellen weisen stets veränderte Genexpression auf, wodurch promitotische, antiapoptotische und prometastatische Programme aktiviert werden.

    Diese genetische Neuprogrammierung erfolgt auf transkriptioneller und posttranskriptioneller (z. B. epigenetischer) Ebene sowie auf der Ebene der nichtkodierenden RNA.

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  • Akute myeloische Leukämie − Molekulare Mechanismen der Chemotherapieresistenz

    Kennzeichen der AML ist eine im Vergleich zu soliden Tumoren relativ geringe Zahl von Mutationen mit vorhersagbarem Effekt auf die Proteinfunktion; genetisch besteht eine substanzielle intratumorale Heterogenität; die Reihenfolge der Akquisition von Mutationen folgt bestimmten Mustern.

    Nach initialer Remission verstirbt der größte Teil der AML-PatientInnen an der Entwicklung eines therapierefraktären Rezidivs. Verschiedene Szenarien können erklären, warum die Masse der leukämischen Zellen zunächst eradiziert werden kann, im Rezidiv jedoch refraktär ist. Die Hypothesen reichen von der Persistenz leukämischer Stammzellen über das Auftreten neuer, resistenzvermittelnder Mutationen bis hin zu Änderungen der Genexpression.

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Immunonkologie