SO 08|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

AKTUELL für Sie!

  • ASH: Praxisrelevante Studien bei vielen hämatologischen Erkrankungen

    Bei der 60. Jahrestagung der American Society of Hematology (ASH) 2018 in San Diego mit über 25.000 Teilnehmern wurden die neuesten und spannendsten Erkenntnisse aus dem Bereich der Hämatologie präsentiert. Im Rahmen der Plenary-Scientific- und der Late-Breaking-Abstract-Sessions wurden die Ergebnisse klinischer Studien mit neuen Therapieoptionen präsentiert, die das Potential haben, den Praxisalltag in nächster Zukunft zu verändern.

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  • Innovative Therapieansätze und Teamarbeit für eine moderne onkologische Versorgung

    Medizinische Universitätsklinik Innsbruck:

    Univ.-Prof. Dr. Dominik Wolf ist neuer Leiter an der Univ.-Klinik für Innere Medizin V, Hämatologie und Onkologie und setzt in seiner Position auf Interdisziplinarität in Forschung, Behandlung und bei supportiven Angeboten.

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Focus: Bronchialkarzinom

  • Vorwort
    Es gibt derzeit wohl keine andere Tumorerkrankung im Bereich der soliden Tumoren, bei der die Entwicklung so dynamisch und auch erfolgreich stattfindet wie beim Bronchialkarzinom. In den 90er Jahren des 20. Jahrhunderts waren bei den Kongressen die Sitzungen zum Bronchialkarzinom ...Weiterlesen ...
  • TYROL-study, Twenty Years Retrospective of Lung Cancer

    Register mit detaillierter Parametererhebung erlauben die Analyse spezieller Fragestellungen und die Evaluierung von Subgruppen, die für gewöhnlich nicht in klinischen Studien abgebildet werden.

    Die Prognose der NSCLC-Patienten in Westösterreich hat sich im letzten Jahrzehnt verbessert. Beim SCLC konnte im Gesamtkollektiv bis dato keine Prognoseverbesserung im zeitlichen Verlauf detektiert werden.

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  • Immuntherapie beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom

    In der Zweitlinientherapie: PD-L1-Inhibitoren sind eine etablierte Therapie; effektiver und mit weniger Toxizität als Chemotherapie.

    In der Erstlinientherapie: PD-1-Inhibitoren sind bei PD-L1-hoch-exprimierenden Tumoren etabliert; die Kombinationstherapie (Chemotherapie und PD-1-Inhibitoren) ist ein neuer Standard.

    Im Stadium III nach Chemoradiotherapie: PD-L1-Inhibitor verlängert Gesamtüberleben.

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  • Antiangiogenese beim nichtkleinzelligen Bronchialkarzinom

    Die Angiogeneseinhibition mittels VEGF/R-Antikörper und TKIs zählt zu den Standardtherapien in der Erst- wie auch in der Zweitlinientherapie des fortgeschrittenen NSCLC.

    Dennoch bestehen viele offene Fragen zum besten Einsatz von antiangiogenen Substanzen und deren exakten Wirkmechanismen. Bisher konnten noch keine prädiktiven Biomarker entwickelt und validiert werden.

    Das neuartige Konzept der Tumorgefäß-Normalisierung (engl. TVN) ist präklinisch sehr gut untersucht und beschreibt eine sogenannte „Heilung“ des pathologischen Tumorgefäßsystems, um den Tumor für neue Medikamente angreifbarer zu machen. Jedoch ist die TVN im klinischen Setting bis dato wenig untersucht.

    Antiangiogene Substanzen entwickeln sich aufgrund der pleiotropen Beeinflussung des Tumor-Microenvironments zu optimalen Kombinationspartnern sowohl für Immuntherapie als auch für Chemotherapie und deren Kombination. Dies entspricht dem onkologischen Trend: „Combination therapy is key“.

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  • Die EGFR-Resistenz, was dann?

    Als Resistenzmechanismen unter TKI-Therapie kommen Resistenzmutationen, Bypass-Signalwege oder eine Transformation in ein kleinzelliges Lungenkarzinom in Frage.

    ZNS-Progress und Oligo-Progression sollten lokal, systemischer Progress mit Therapie­umstellung behandelt werden.

    Eine therapeutische Option nach TKI-Therapie stellt die Kombination aus Checkpoint-Hemmer, Chemotherapie und Antiangiogenese dar.

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  • Fortschritte in der Therapie des ALK-positiven Bronchialkarzinoms

    Für Patienten mit ALK-positivem Bronchialkarzinom ist heute eine Vielzahl an spezifischen zielgerichteten Therapien verfügbar, die in sequenzieller Verabreichung ein langes Überleben der Patienten ermöglichen.

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Kongress

  • ESMO 2018 | Kopf−Hals−Tumore: Praxisverändernde Studien, neue Substanzen und Substanzkombinationen

    Pembrolizumab-Monotherapie ist der neue Goldstandard in der Therapie von Patienten mit r/m HNSCC mit CPS ≥ 20.

    Je nach Ermessen, z. B. bei der Notwendigkeit eines raschen Therapieansprechens, kann die Checkpointinhibitor-Therapie mit einer Chemotherapie kombiniert werden.

    Die Therapie der Wahl bei fitten Patienten (ECOG 0–1) mit lokal fortgeschrittenen Niedrigrisiko-HPV+-OPSCC ist eine konkomitante Radiochemotherapie mit Hochdosis-Cisplatin.

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  • ESMO 2018 | Highlights Mammakarzinom

    IMPassion130: Sowohl PFS- als auch OS-Vorteil durch Erstlinientherapiekombination von Atezolizumab mit nab-Paclitaxel beim metastasierten PD-L1-positiven triple negativen Mammakarzinom.

    PALOMA-3: Erste Überlebensdaten einer Phase-III-Studie zeigen einen numerischen, nicht statistisch signifikanten Überlebensvorteil für die CDK4/6-Hemmung.

    SOLAR-1: Alpelisib ist der erste PI3K-Inhibitor, welcher in Kombination mit Fulvestrant einen klinisch relevanten PFS-Vorteil beim endokrin vorbehandelten Hormonrezeptor-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom zeigt.

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  • ESMO 2018 | Ovarialkarzinom: Neue Daten zu PARP-Inhibitoren und Immuntherapie

    In der Primärtherapie profitieren Patientinnen mit BRCA-Mutation eindrucksvoll von Olaparib, verabreicht als 2-jährige Erhaltungstherapie nach abgeschlossener Chemotherapie.

    In der PRIMA-Studie zeigte sich unter einer adaptierten Niraparib-Dosierung (200 statt 300 mg täglich) eine deutliche Reduktion der Nebenwirkungen in einem definierten ­Risikokollektiv (entweder Körpergewicht < 77 kg KG oder Thrombozyten < 150.000/µl).

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  • ESMO 2018 | Neuheiten in der Therapie von Blasen-, Nieren- und Prostatakarzinom

    Urothelkarzinom der Blase/KEYNOTE-057: 38 % Komplettremission nach 3 Monaten Pembrolizumab-Therapie bei BCG-Versagern mit High-Grade-Urothelkarzinom.

    Nierenzellkarzinom/JAVELIN Renal 101: 55 % Ansprechrate auf Avelumab + Axitinib vs. 26 % auf Sunitinib bei PDL1-positiven Patienten in der Erstlinientherapie des metastasierten Nierenzellkarzinoms.

    Prostatakarzinom/neue Ergebnisse vom STAMPEDE Trial: verlängertes Gesamt-überleben durch frühe Abirateron-Therapie und lokale Radiotherapie der Prostata bei Patienten mit de novo metastasiertem Low-Risk-Prostatakarzinom.

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  • ESMO 2018 | Kontinuierlicher Fortschritt bei Lungenkrebs

    IMpower130: Carboplatin/nab-Paclitaxel/Atezolizumab bei NSCLC (non squamous)

    B-F1RST: Blood Tumor Mutational Burden, Relevanz für Atezolizumab bei NSCLC

    NEOSTAR: Neoadjuvanter Einsatz von Nivolumab/Ipilimumab

    PACIFIC: OS-Update mit Durvalumab bei PD-L1-negativen Patienten

    GioTag: Sequenztherapie bei EGFR-M+ NSCLC

    (FL)AURA: Resistenzmechanismen unter Osimertinib

    ALTA-1L-Update: Brigatinib und Hirnsekundaria

    Geometry: Capmatinib bei MET-ex14-Mutation

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  • ESMO 2018 | Kleinzelliges Lungenkarzinom: Biomarker der Zukunft

    Eine Reihe potenzieller prognostischer und prädiktiver Biomarker befindet sich beim kleinzelligen Lungenkarzinom seit 2014 in Erforschung. Bisher konnte noch kein Marker in der klinischen Routine etabliert werden.

    Die Tumormutationslast zeigt prädiktive Potenz im Zusammenhang mit der Immuntherapie.

    Der Notch-Ligand DLL3 kommt als therapeutisches Target sowie als Biomarker in Frage.

    Daten weisen auf eine prädiktive Wertigkeit der SLFN11-Expression und der c-MYC-Expression hin.

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  • Promotion ESMO 2018 | Fortgeschrittenes Ovarialkarzinom: PARPi-Erhaltungstherapie verlängert progressionsfreies Intervall

    Mit der Einführung der PARP-Inhibitor-Erhaltungstherapie gab es einen Paradigmenwechsel in der Therapie des fortgeschrittenen Ovarialkarzinoms. Mit Niraparib wurde eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (PFS) bei Patientinnen sowohl mit als auch ohne BRCA-Mutation erreicht.

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  • Promotion ESMO 2018 | Olaratumab (Lartruvo®) beim fortgeschrittenen Weichteilsarkom: Doxorubicin-Kombinationspartner mit Survival-Benefit

    Häufig können Patienten mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Weichteilsarkom nur mehr palliativ behandelt werden. Die Therapie mit dem PDGFRα-Antikörper Olaratumab kann in dieser Patientengruppe nach langer Zeit nun einen Überlebensvorteil ermöglichen.

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  • Promotion ESMO ASIA 2018 | Sequentielle chemotherapiefreie Behandlung von Lungenkrebs

    Kontext: Mit der genetischen Charakterisierung von Treibermutationen und der Entwicklung von wirksamen Tyrosinkinaseinhibitoren hat sich beim EGFR-mutierten Bronchialkarzinom eine zielgerichtete Therapie als Standard etabliert. Es wurden zunehmend EGFR-TKIs mit unterschiedlichen Wirkspektren entwickelt und die belastendere Chemotherapie hinausgezögert. Daher richtet sich der Fokus heute auf den rationalen Einsatz jener Substanzen, die sich in vorausschauender Therapieplanung als die besten erweisen, die in der Lage sind, Resistenzmechanismen zu überwinden, und in der sequentiellen Anwendung eine lange Überlebenszeit ermöglichen – möglichst unter Hinauszögerung der Chemotherapie. Das Konzept ist in der Praxis etabliert und findet jetzt Unterstützung durch die globale Real-World-Studie GioTag, die den Einfluss einer sequentiellen TKI-Therapie auf den Behandlungsverlauf von NSCLC-Patienten mit der häufigsten akquirierten Resistenzmutation (T790M) untersuchte. Die Ergebnisse, die bereits als Vollpublikation verfügbar sind, wurden im November beim ACLC und beim ESMO Asia präsentiert.

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Panorama

Molekulares Tumorboard

  • Fallpräsentation: Patient mit Urothelkarzinom

    Fall: 72 J, männlich, ehemaliger Raucher (25 py), ECOG 0, Vorerkrankungen: KHK mit Z. n. Myokardinfarkt (2014), 1-fach Stent, arterielle Hypertonie, Hypothyreose, Diabetes mellitus, Medis: ASS, Bisoprolol, Simvastatin, L-Thyroxin

    Spezifische Vorgeschichte:  04/2018: Erstmalige Makrohämaturie  05/2018: Sonographie: Nierenbeckenkelchektasie III° rechts
    Cystoskopie: unauffällig
    Cytologie: suspekt für high grade Urothelkarzinom  06/2018: Ureterorenoskopie mit Bestätigung eines Urothelkarzinoms des distalen Harnleiters. Biopsie: high grade Urothelkarzinom.
    CT-Thorax/Abdomen: Harnstauungsniere III° rechts bei V. a. distalen Harnleitertumor rechts mit iliacalen LK-Metastasen; kein Hinweis auf Organfiliae. Ansonsten unauffälliger thorako-/abdomi­neller Untersuchungsbefund.  07/2018: Nephroureterektomie mit ipsilateraler pelviner Lymphadenektomie rechts
    Histologie: „Ein 5,5:3,5:2,5 cm messendes Fettgewebsstück, dasselbe aufgebaut aus einem Konglomerat von mehreren, bis zu 1,5 cm im größten Durchmesser haltenden Lymphknoten, diese auf der Schnittfläche grauweißlich, teilweise körnig, teilweise auch fokal nekrotisch“
    Abschließende Beurteilung: Urothelkarzinom des distalen Harnleiters rechts
    TNM: pT1 pN2(3/3) pMx L1 V1 R0 G3  08/2018: Postoperativ eingeschränkte Nierenfunktion (Krea 1,9 mg/dl, GFR 37 ml/min), daher erfolgte keine adjuvante Chemotherapie
    11/2018, CT-Thorax/Abdomen: rechts parailiakale Tumorbildung (DD: Lokalrezidiv, LK Metastase) 80 x 59 mm messend, ansonsten keine weiteren metastasenverdächtigen Läsione

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Translationelle Onkologie

Immunonkologie

  • Die Immunogenität des Zelltodes

    Zytostatische Therapien können verschiedene Formen von Zelltod induzieren.

    Je nach Art des Zelltodes kann dadurch das Immunsystem aktiviert oder gehemmt werden.

    Durch gezieltes Induzieren eines immunogenen Zelltodes ist es möglich, die Anti-Tumor-Immunantwort zu fördern.

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