SO 02|2018

Herausgeber: Univ.-Prof. Dr. Christoph Zielinski, Univ.-Prof. Dr. Markus Raderer

Editorial

  • „No stone unturned …“
    Das vorliegende Themenheft von SPECTRUM Onkologie ist das dritte seit Bestehen unserer Zeitschrift, das sich dem Schwerpunkt gastrointestina­le Tumoren inklusive Kolokarzinom, Pankreas-, Cholangio- und Magenkar­zinom widmet.
    Auch wenn der Fortschritt bei manchen Tumortypen langsamer vorangeht als bei anderen, so bleibt ...Weiterlesen ...

Focus: Gastrointestinale Tumoren

  • Vorwort
    Liebe Kolleginnen und Kollegen, Liebe Leserinnen und Leser!
    Die rasanten Fortschritte der Onkologie haben auch die Behandlung der gastrointestinalen Tumoren in den letzten Monaten revolutioniert. So hat ein neues perioperatives Behandlungskonzept bei Karzinomen des Magens und des gastroösophagealen Übergangs zur ...Weiterlesen ...
  • Spielt das Mikrobiom eine Rolle in der Pathogenese des Kolonkarzinoms?

    Die Mikrobiomforschung hat in den letzten Jahren klar gezeigt, dass beim Kolonkarzinom eine eindeutige „mikrobielle Signatur“ vorliegt.

    Die wichtigsten aktuell diskutierten Keime umfassen Fusobacterium nucleatum, Escherichia coli und Bacteroides fragilis.

    Erste Studien zeigen, dass auch bei Fernmetastasen verschiedene Bakterien detektiert werden können.

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  • Adjuvante Chemotherapie des Kolonkarzinoms

    UICC-Stadium III

    Conclusio der IDEA-Initiative: Bei niedrigem Rezidivrisiko (T1-3 und N1-Stadium) ist eine 3-monatige oxaliplatinhältige Therapie in Kombination mit Capecitabin (CAPOX) dem bisherigen Standard einer 6-monatigen, oxaliplatinhältigen Therapie mit Fluoropyrimidinen in Bezug auf das krankheitsfreie Überleben nicht unterlegen.

    Conclusio der IDEA-Initiative: Bei hohem Rezidivrisiko (T4- oder N2-Stadium) führt eine oxaliplatinhältige Therapie über 6 Monate zu den höchsten krankheitsfreien Überlebensraten. Die Nichtunterlegenheit einer dreimonatigen Therapie konnte in der IDEA-Analyse nicht gezeigt werden.

    UICC Stadium II

    Patienten mit High-Risk-Tumoren sollten adjuvant behandelt werden, Patienten mit Low-Risk-Tumoren können adjuvant behandelt werden (im Allgemeinen mit Capecitabin).

    Die Heterogenität der Prognose im Stadium II hat zur Untersuchung neuerer Risikofaktoren geführt, wie z. B. Mikrosatelliteninstabilität oder Gensignaturen (z. B. ONCOtype DX® oder ColoPrint®).

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  • Perioperative Therapie bei Lebermetastasen des Kolorektalkarzinoms

    Lebermetastasen sollen primär von einem in der chirurgischen Therapie Erfahrenen in resektabel, initial nicht resektabel oder mit großer Wahrscheinlichkeit nie resektabel kategorisiert werden.

    Die perioperative Therapiezusammensetzung ist abhängig von der oben erwähnten Kategori­sierung und der Molekularbiologie der Erkrankung.

    Die Therapie sollte in einem Tumorboard unter Inklusion des Case Managers festgelegt werden und alle 2 Monate hinsichtlich des Ansprechens und der ­Möglichkeit der Resektion reevaluiert werden.

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  • Checkpointinhibitoren beim metastasierten Kolorektalkarzinom

    Checkpointinhibitoren haben mittlerweile auch ihre Effektivität beim metastasierten Kolorektalkarzinom unter Beweis gestellt, vorausgesetzt, diese weisen eine Mismatch-Repair-Defizienz/Mikrosatelliteninstabilität (MMR-d/MSI-h) auf.

    Bereits von der FDA in den USA zugelassen, überzeugen Immunonkologika in dieser Subgruppe mit hervorragenden Effektivitätsdaten.

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  • Supportive Ernährungsempfehlung beim Kolonkarzinom

    Ernährungsstatus und Ernährungsberatung ist bei allen Patienten notwendig.

    Das richtige Essen fördert das Selbstvertrauen, verbessert die Therapie­compliance und steigert die Lebensqualität.

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  • Immuntherapie beim Analkarzinom

    Mehr als 80 % der Analkarzinome sind HPV-assoziiert.

    Bis dato gibt es keine Standardtherapie für das fortgeschrittene bzw. metastasierte Analkarzinom.

    Kombinationstherapien mit einem EGFR-Antikörper zeigten erste gute Ergebnisse.

    Eine neue vielversprechende Therapie scheint ersten Daten nach die Behandlung mit Checkpoint-Inhibitoren zu sein.

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  • FLOT-4-Studie – neuer Standard of Care

    FLOT ist der neue Behandlungsstandard in der perioperativen Therapie des Adenokarzinoms des Magen und gastroösophagealen Übergangs.

    FLOT führt zu einer signifikanten Steigerung des Gesamtüberlebens.

    FLOT zeigte die höchste Rate an pathologischen Komplettremissionen (pCR) beim Magen­karzinom – kurative behandelbare Patienten mit Magen- und gastroösophagealen Übergangskarzinom in den Stadien I–III profitieren signifikant von FLOT und sollten ab einem Stadium cT2 einer perioperativen Therapie unterzogen werden.

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  • Aktuelle Trends in der Behandlung des Pankreaskarzinoms

    Das Bestreben zur Verbesserung der Prognose beim Pankreaskarzinom hat verschiedene Ansätze: Früherkennung, rasche und korrekte Einschätzung des Erkrankungsstadiums, ­multimodale Behandlung im fortgeschrittenen Stadium, Vorbeugung von ­Rezidiven, komplette chirurgische Tumorentfernung, Verbesserung des ­Ernährungszustandes, der körperlichen Leistung und der Psyche.

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  • Medikamentöse Therapie des hepatozellulären Karzinoms

    Patienten mit fortgeschrittenem hepatozellulären Karzinom (symptomatische Erkrankung, extrahepatische Metastase, Makrogefäßinvasion) sind klassische Kandidaten für eine ­systemische Therapie.

    Mit Sorafenib in der Erstlinie und Regorafenib in der Zweitlinie gibt es derzeit zwei zugelassene Substanzen in Österreich.

    Weitere Tyrosinkinaseinhibitoren konnten bereits in Phase-III-Studien überzeugen.

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  • Chirurgische Therapieoptionen beim cholangiozellulären Karzinom

    Die vollständige Tumorresektion ist die einzige kurative Therapieoption bei cholangiozellulären Karzinomen (CCC) jeder Lokalisation.

    Die Resektabilität reicht von 10–30 % beim perihilären bis zu 90 % beim distalen CCC.

    Nach R0-Resektion erreichen die 5-Jahres-Überlebensraten maximal 26–67 %, während ­bei nichtresektabler Erkrankung lediglich ein medianes Überleben von weniger als 12 Monaten erreicht werden kann1. Eine Verbesserung wird durch die Anwendung multimodaler Therapiestrategien erhofft.

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Kongress

  • Neues vom Genitourinary Cancers Symposium 2018, ASCO-GU

    Phase-III-Studien PROSPER und SPARTAN zeigen für Enzalutamid und Apalutamid eine deutliche Verlängerung des metastasenfreien Überlebens bei Patienten mit nichtmetastasiertem, kastrationsresistentem Prostatakarzinom.

    Pilotstudie zur Kombination von Immuntherapie mit zielgerichteter Therapie (Durvalumab + PARP-Inhibitor Olaparib) beim Prostatakarzinom unabhängig von der targetspezifischen BRCA-Mutation.

    IMmotion151-Studie beim Nierenzellkarzinom: Kombination aus Immuntherapie und Anti­angiogenese (Atezolizumab + Bevacizumab) verbessert das progressionsfreie Überleben gegenüber Sunitinib.

    KEYNOTE-045, CheckMate 032: Beim Urothelkarzinom wurden Langzeitdaten von Phase-III-Studien mit den Immun-Checkpoint-Inhibitoren Pembrolizumab und Nivolumab präsentiert.

    Zielgerichtete Therapie hält Einzug in die Behandlung des Urothelkarzinoms: Evaluiert wird der Pan-FGF-Inhibitor Erdafitinib.

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  • Highlights vom Gastrointestinal Cancers Symposium 2018, ASCO-GI

    Metastasiertes Magenkarzinom: Trastuzumab bleibt der einzige Antiköper in der Erstlinien­behandlung.

    Hepatozelluläres Karzinom: Cabozantinib, Lenvatinib und Immuntherapie sind neue, vielversprechende Behandlungsoptionen.

    Pankreatobiliäre Tumoren: Zukünftig wird die zielgerichtete Therapie anhand einer molekularen und immunhistochemischen Selektion eine wesentliche Rolle spielen.

    Lokal fortgeschrittenes Pankreaskarzinom: Induktionstherapie mit Gemcitabin und Nab-­Paclitaxel zeigt gute Erfolge in einer Phase-II-Studie.

    Metastasiertes Kolorektalkarzinom: Beim MSI-high mCRC ist die Immuntherapie vielversprechend – Selektionskriterien für die kombinierte Immuntherapie werden benötigt.

    Dosiseskalation von Regorafenib ist beim mCRC ist unter Erhalt der Effizienz besser verträglich.

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  • ASCO-GU | 2-Jahres-Daten der KEYNOTE-045 bestätigen Überlebensvorteil unter Pembrolizumab

    Die 2-Jahres-Follow-up-Daten der KEYNOTE-045 bestätigen die Zulassungsdaten von Pembrolizumab als Zweitlinientherapie bei fortgeschrittenem, platinresistentem/refraktärem Urothelkarzinom.

    Pembrolizumab ist die erste Immuntherapie, die nach Versagen einer platinbasierten Therapie zu einem signifikant längeren Gesamtüberleben und einer höheren objektiven Ansprechrate im Vergleich zu Chemotherapie führt.

    Der PD-L1-Expressionsstatus des Tumors hat keinen Einfluss auf den durch Pembrolizumab erzielten Gesamtüberlebensvorteil.

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Molekulares Tumorboard

Translationelle Onkologie

  • Mitochondrial gesteuerte Apoptose

    Mitochondrial gesteuerte Apoptose ist lebenswichtig.

    Mitochondrien sind die intrazellulären Signalknotenpunkte zwischen Leben und Tod.

    Maligne Mitochondrien fördern das Tumorwachstum durch umprogrammierten ­Stoffwechsel und Apoptose-Resistenz.

    Wiederherstellung der mitochondrial gesteuerten Apoptose im Visier der ­Krebstherapie.

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Immunonkologie

  • Immunonkologische Ansätze beim Zervixkarzinom

    In ersten Studien zeigen sich beim Zervixkarzinom vielversprechende Ansprechraten bei Immunonkologika.

    Am weitesten ist derzeit die Entwicklung der PD-1/PD-L1-Immun-Checkpoint-Inhibitoren bzw. von Peptidimpfstoffen.

    Daten von Phase-III-Studien zu klinisch relevanter Einschätzung der Wirksamkeit liegen derzeit noch nicht vor. Auch im Bereich der immunonkologischen Therapien fehlen derzeit präzise prädiktive Biomarker.

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  • Erforschung des Mutanoms zur T- Zell-spezifischen Tumorimpfung

    Mutationen, die treibende Kraft von Krebs, sind immunogen.

    Das Konzept der mutationsspezifischen Immuntherapie (Präzisions-T-Zell-­Therapie) ist relativ neu. Pionierarbeiten auf diesem Gebiet stammen von Professor Christoph Huber und haben zur Entwicklung einer neoepitopspezi­fischen Vakzinierungsstrategie geführt.

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