GA 03|2021

Herausgeber: em. o. Univ.-Prof. Dr. Sepp Leodolter, Universitätsklinik für Frauenheilkunde, Wien

Zum Geleit

  • Big Pharma und die Shooting Stars

    Die weltweite COVID-19-Impfstoffentwicklung hat unsere Aufmerksamkeit auf mehrere Pharmafirmen gelegt, einige von ihnen kannten wir schon gut vor Beginn der Pandemie, die Namen anderer, derzeit medial im Fokus stehender Impfstoffhersteller waren uns hingegen nicht bekannt. Tatsächlich sind es aber gerade diese (innovativen) Unternehmen, die ­aktuell den COVID-19-Impfstoffmarkt dominieren.

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Editorial

  • Vermeidbares Leid

    Wir fürchten uns zwar vor Terroristen, nicht aber vor Pommes frites

    Es ist wohl Allgemeinwissen, dass Herz-Kreislauf-Erkrankungen mit verschiedenen Lebensstilfaktoren assoziiert sind, Krebserkrankungen werden hingegen oft als schicksalshaft betrachtet. Die Risikowahrnehmung ist in diesem Kontext also nicht selten eine emotionale Angelegenheit, sie beruht weniger auf Fakten.

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  • In memoriam: Heinz Salzer – ein Leben für die Frauenheilkunde
    Ich kenne Heinz seit den 1970er-Jahren, als wir, beide junge Ärzte am Allgemeinen Krankenhaus der Stadt Wien, zunächst unsere Ausbildung absolvierten und die Fundamente für unsere Karrieren legten.
    In weiterer Folge konnte ich sehr bald beobachten, dass sein fokussiertes Interesse ...Weiterlesen ...
  • In memoriam: Wilfried Feichtinger – Meilensteine für die Reproduktionsmedizin
    Wir trauern um Österreichs IVF-Pionier Univ.-Prof. Dr. Wilfried Feichtinger, der am 3. Juni 2021 nach langer schwerer Krankheit im 71. Lebensjahr im Kreise seiner Familie verstorben ist.
    Herausragende Leistungen auf dem Gebiet der Reproduktionsmedizin: Nach Absolvierung des Medizinstudiums (1969–1975) an der ...Weiterlesen ...

Seite des BÖG

  • Die Patientensicht als Maßstab

    „Wer viel (nicht Relevantes) misst, misst viel Mist“

    Patienten und Ärzte verfolgen identische Ziele, aber gut gemeint ist nicht immer gut für den Behandlungserfolg. Viele in der Praxis generierte Resultate (z. B. Blutdruck, HbA1c) enthalten keine Informationen zum Wohlbefinden der Patienten im häuslichen Alltag, weshalb es als unumgänglich notwendig erscheint, die Patientensicht einzubinden.

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Podium

  • 111 Jahre für die Interessen krebskranker Menschen

    Als die Österreichische Krebshilfe 1910 unter dem Protektorat Kaiser Franz Josephs I. gegründet wurde, war sie weltweit die erste Gesellschaft zur Bekämpfung von Krebskrankheiten. Eines der Hauptziele war die finanzielle ­Unterstützung krebskranker Menschen in einer Zeit, als es noch keine Krankenversicherung gab.

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Focus: Menstruation

  • Einleitungsinterview zum Heftschwerpunkt „Menstruation“: „Ernst nehmen, aber nicht krankreden“

    Die Menstruation kann beides sein: als naturgegebenes Phänomen eine strukturgebende Kraftquelle im Leben der fertilen Frau, aber auch die Ursache für oft massiven und zyklisch wiederkehrenden Leidensdruck. Menstruations­beschwerden und Zyklusstörungen gehören zu den häufigen Gründen für eine frauenärztliche Konsultation.

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  • Blutungsstörungen in den verschiedenen Lebensphasen der Frau

    Bei gründlicher standardisierter Diagnostik unter Verwendung der FIGO-PALM-COEIN-Einteilung können abnorme uterine Blutungen rasch zugeordnet und einer korrekten Behandlung zugeführt werden.

    Die Abklärung verlangt eine strukturierte Vorgehensweise.

    Bei akuter uteriner Blutung steht die Blutungskontrolle im Vordergrund, nicht die Diagnosefindung.

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  • Das prämenstruelle Syndrom

    Das Charakteristische am prämenstruellen Syndrom (PMS) ist die Verschlechterung des Beschwerdebildes in der zweiten Zyklushälfte.

    Empfohlen ist das Erfassen der körperlichen bzw. psychischen Veränderungen während ­eines Menstruationszyklus anhand eines Tagebuchs oder einer Zyklus-App über zumindest 4–6 Zyklen.

    An Therapieoptionen bei PMS und prämenstrueller Dysphorie (PMDS) kommen neben der Gabe von ­Progesteron oder Gestagen/Ethinylestradiol-Kombinationen bzw. Gestagenmonopräparaten und SSRI auch Phytotherapeutika in Frage.

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  • Therapie bei Menstruationsbeschwerden

    Die First-Line-Schmerztherapie bei Dysmenorrhö besteht aus einem nichtsteroidalen entzündungshemmenden Antirheumatikum (NSAR) und/oder einer hormonellen Empfängnisverhütung.

    Wenn trotz Kombinationstherapie aus NSAR (alternativ Paracetamol) und hormonellem Kontrazeptivum nach 6 Monaten immer noch Regelschmerzen vorliegen, wird eine diagnostische Laparoskopie zur ­Abklärung einer möglicherweise vorliegenden Grunderkrankung (z. B. Endometriose) empfohlen.

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  • Funktionelle hypothalamische Amenorrhö

    Hauptursachen für die funktionelle hypothalamische Amenorrhö (FHA): Untergewicht/­starker Gewichtsverlust, hoher körperlicher Stress wie ein Übermaß an sportlicher Aktivität und eine psychologische Stressbelastung.

    Bei Frauen ohne aktuellen Kinderwunsch kommt üblicherweise eine klassische Östrogen-Gestagen-­Ersatztherapie zur Anwendung, welche vor allem eine Knochenprotektion und eine Erleichterung der ­allgemeinen Symptomlast zum Ziel hat.

    Für Frauen mit aktuellem Kinderwunsch steht die Wiedererlangung von Ovulationen im Mittelpunkt – klassischerweise durch Low-Dose-FSH-Stimulation oder eine pulsatile GnRH-Therapie.

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Gynäkologische Onkologie

  • ESMO-Breast-Cancer-Kongress 2021: Antworten zu praxisnahen Fragen

    ShortHER: Bei Patientinnen mit frühem HER2-positivem Mammakarzinom kann bei kardialen ­Einschränkungen eine verkürzte Therapiedauer mit Trastuzumab auf individueller Basis erwogen werden.

    Lebensqualität unter Ribociclib: Eine gepoolte Auswertung der Lebensqualität in den MONALEESA-­Studien 2, 3 und 7 unterstrich den positiven Einfluss der Kombinationstherapie mit dem CDK-4/6-Hemmer für die Lebensqualität der Patienten.

    NeoPAL untersucht als Phase-II-Studie die Möglichkeit einer neoadjuvanten Therapie mit Letrozol und ­Palbociclib mit Verzicht auf Chemotherapie.

    Als klinisch relevante Nebenwirkung wurden bei Trastuzumab-Deruxtecan interstitielle Lungen­erkrankungen identifiziert. Sie treten v. a. innerhalb der ersten 12 Behandlungsmonate auf, verlaufen in der Regel mild und sollten zur Früherkennung engmaschig monitiert werden.

    Datopotamab-Deruxtecan, ein neues Antikörper-Zytostatikum-Konjugat, könnte in Zukunft in der ­Therapie des ­triple-negativen Mammakarzinoms eine Rolle spielen.

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  • Genetische Testung – wann und für wen?

    Werden die Selektionskriterien für eine prädiktive genetische Untersuchung erfüllt, sollten eine genetische Beratung und anschließende Blutabnahme mit ausdrücklichem und schriftlichem Einverständnis der Ratsuchenden erfolgen.

    Prädiktive Testung bei Gesunden: bei BRCA-Mutation intensivierte Früherkennung, Vorsorgemaßnahmen (u. a. vorsorgliche Entfernung von Brust und/oder Eierstöcken/Eileiter).

    Therapeutische Testung bei Brustkrebs- und Eierstockkrebspatientinnen: bei BRCA-Mutation Einsatz von PARP-Inhibitoren.

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Gynäkologie & Geburtshilfe

Junge Gyn

  • Zur WHO-Strategie zur Bekämpfung von Gebärmutterhalskrebs – Wo steht Österreich?

    Am 17. November 2020 hat die World Health Organisation (WHO) ihre globale Strategie zur ­Bekämpfung des Zervixkarzinoms veröffentlicht, welche das erste globale Abkommen zur ­Eliminierung von Krebs darstellt.

    Die 3 wichtigsten Schritte für den Erfolg des Programmes wurden wie folgt festgelegt: Impfung als ­Primarprävention, Screening-Programme zur Früherkennung im Sinne der Sekundärprävention sowie ­weltweiter, niederschwelliger Zugang zur Krebsbehandlung.

    Die Durchimpfungsraten in Europa sind jedoch bis heute oftmals noch weit vom Ziel, 90 % aller unter 15-jährigen Mädchen geimpft zu haben, entfernt.

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Frauengesundheit

  • Vaginale Mikrobiota aus dem Gleichgewicht

    Eine normale vaginale Mikrobiota ist durch Dominanz von Lactobacillus-Arten gekennzeichnet. Diese kann durch eine Dysbiose der Darmmikrobiota, Antibiotikaeinnahme, Lebensstilfaktoren und hormonelle Einflüsse ­gebrochen werden, der pH-Wert der Scheide sinkt. Damit geht der schützende Einfluss der Milchsäure verloren, und das ­Risiko für Infektionen steigt.

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  • Es müssen nicht gleich Antibiotika sein

    Eine nichtantibiotische Therapiestrategie bei akuter unkomplizierter Zystitis (AUZ) ist nicht nur hinsichtlich der wachsenden Resistenzproblematik von Vorteil, es werden auch spezifische Nebenwirkungen und Kollateral­schäden auf das Darmmikrobiom vermieden.

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MKÖ News

  • Editorial: Die neurogene Blase in der täglichen Praxis
    Das Management der neurogenen Blase stellt in der täglichen Praxis oft eine gewisse Herausforderung dar. Allein schon durch die verschiedenen möglichen ursächlichen neurologischen Erkrankungen handelt es sich um keine homogene Patientengruppe, und individuelle Aspekte müssen ebenso in Betracht gezogen werden ...Weiterlesen ...
  • Management der neurogenen Blase
    Neurogene Blasenfunktionsstörungen können je nach Ursache bzw. Lokalisation der neurologischen Läsion ein unterschiedliches Bild zeigen, wobei dabei die Ausprägung und Gefährlichkeit für den oberen Harntrakt sehr unterschiedlich ausgeprägt sein können. Da das Thema auf den ersten Blick recht komplex erscheint ...Weiterlesen ...