neuro 03|2017

Herausgeber: Österreichische Gesellschaft für Neurologie, Prim. Univ.-Doz. Dr. Elisabeth Fertl, Präsidentin der ÖGN

Editorial

  • Editorial
    Sehr geehrte Kolleginnen und Kollegen!
    Die Herbstausgabe der ÖGN-Fachzeitschrift neurologisch befasst sich mit dem Thema Multiple Sklerose. Das Themenheft wurde umfassend von einer Mitarbeiterin der Neurologischen Universitätsklinik Wien, Prof. Barbara Bajer-Kornek, als federführende Autorin konzipiert. Sie finden in dieser Ausgabe ...Weiterlesen ...

Gesellschaftsnachrichten

Focus: Multiple Sklerose

  • Vorwort
    Liebe Kolleginnen und Kollegen!
    Genau 10 Jahre ist es her, dass das letzte Schwerpunktheft zum Thema „Multiple Sklerose“ in neurologisch erschienen ist. Bei der Auswahl der Themen für die neue Aufgabe ist aufgefallen, wie viel sich in diesen 10 Jahren ...Weiterlesen ...
  • Mechanismen der Gewebeschädigung in der frühen und späten Phase der MS

    Progrediente Phase der MS: Entzündungsreaktion im Gehirn und Rückenmark etabliert; bewirkt eine langsame Vergrößerung bereits bestehender Entmarkungsherde, eine ausgeprägte Zerstörung der Myelinscheiden in der Hirnrinde und eine diffuse Neurodegeneration im gesamten zentralen Nervensystem.

    Die Entmarkung und Neurodegeneration werden im progredienten Stadium durch altersbedingte Veränderungen und durch Erkrankungen der Blutgefäße verstärkt.

    Bei der progredienten MS sollten daher zukünftig antientzündliche mit neuroprotektiven Therapiestrategien kombiniert werden – klinische Studien bleiben abzuwarten.

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  • MRT-Diagnostik mit Schwerpunkt 7T und Eisen in MS

    MUW-Kooperationsprojekt seit 2009: Anhand jährlicher 7T-MRT-Untersuchungen werden Eisenablagerungen in Entzündungsherden von schubförmigen und sekundär progredienten MS-PatientInnen untersucht.

    Eisenringläsionen im MR-Scan sind ein signifikanter Hinweis auf chronisch aktive, langsam wachsende Läsionen.

    7T-MRT gewinnt durch die Erfassung von Eisenringen einen differenzialdiagnostischen Stellenwert, vor allem bei diagnostisch unklaren MS-Fällen.

    Durch hochauflösende Detaildarstellung der 7T-MRT könnten in Zukunft neue Biomarker für Krankheitsaktivität und -prognose implementiert werden.

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  • Brauchen wir neue MR-Techniken in der MS?

    Die an Forschungszentren einsetzbaren fortgeschrittenen, nicht-konventionellen MR-Techniken, die eine verbesserte pathologische Spezifität aufweisen, stehen für eine klinische Routine-Anwendung nicht zur Verfügung.

    Wir müssen zunehmend verfügbare technische Möglichkeiten kritisch auf deren klinische Anwendbarkeit prüfen und rezente Forschungsergebnisse mit Augenmaß in der Praxis implementieren.

    Es sollten vermehrt Forschungsanstrengungen unternommen werden, direkt und in vivo bislang „verborgene“ Inflammationen im zentralen Nervensystem bei MS detektierbar zu machen.

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  • Brauchen wir neue Biomarker in der MS?

    Derzeit stehen nur wenige Biomarker, die das Ansprechen auf eine MS-Therapie oder das Auftreten einer potenziell schweren Nebenwirkung voraussagen, zur Verfügung. Weitere Biomarker werden benötigt.

    NEDA stellt derzeit lediglich einen Biomarker-Kandidaten dar.u Molekulare Marker sind von unschätzbarem Wert, da sie die zugrunde liegenden biologischen bzw. pathologischen Krankheitsprozesse widerspiegeln.

    Jede Art von Biomarker muss die vorgesehenen Validierungsschritte durchlaufen, bevor er in der klinischen Routine als Entscheidungshilfe etabliert werden kann.

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  • Sind neue antiinflammatorische MS-Therapien erforderlich?

    Es braucht geistreiche Konzepte und Überlegungen bezüglich der klinischen Anwendung neuer DMT.

    Klinische Phänotypen hinsichtlich Prognose und Verläufen sind zu definieren, um die begründete Wahrscheinlichkeit bezüglich der Effektivität einer (neuen) Therapie bzw. eines Therapiewechsel im individuellen Fall zu determinieren.

    „Real-life“-Daten, der Nachweis der Nachhaltigkeit sowie objektive pharmakoökonomische Kosten-Nutzen/-Effektivitätsberechnungen werden die Notwendigkeit neuer Therapien bei einer chronischen Erkrankung wie MS zusätzlich belegen müssen.

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  • Risikomanagement immunmodulatorischer Therapien der Multiplen Sklerose

    Mittlerweile sind in Österreich 13 immunmodulatorische Therapien zur Behandlung der MS zugelassen.

    Mit dem zunehmenden Angebot wird auch die Entscheidungsfindung für den einzelnen Patienten/die einzelne Patientin und ihren Arzt/ihre Ärztin schwieriger.

    Neben der Wirksamkeit, der Art der Verabreichung, den Nebenwirkungen und individuellen Vorlieben spielen auch potenzielle Risiken einer Therapie und die damit einhergehende Notwendigkeit eines risikominimierenden Therapiemonitorings idealerweise eine Rolle bei der Therapieentscheidung.

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  • Studien richtig und kritisch interpretieren

    Bei der Bewertung klinischer Studien gilt es, alle Elemente (Planung, Design, Studientyp, Datenerhebung, Datenzusammenfassung sowie analytische statistische Daten) gleichermaßen zu betrachten.

    Wichtige Aspekte sind u. a.:

    • Bei ordinal oder schief verteilten Daten sollte eine Verteilungshäufigkeit angegeben werden.
    • Eine starke Assoziation oder Korrelation bedeutet nicht, dass es sich um einen kausalen ­Zusammenhang handelt.
    • Der P-Wert sagt nichts über die klinische Brauchbarkeit eines Effekts und auch wenig darüber, ob ein signifikantes Ergebnis tatsächlich wahr und nachhaltig ist, aus.
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  • MS in Jahren: Verlauf und Therapie bei unter 20-jährigen PatientInnen

    Die pädiatrische MS stellt in Hinblick auf die Diagnostik, die Therapie und die Berücksichtigung der alters- und entwicklungsbedingten Faktoren eine Herausforderung dar.

    (Bislang) keine Hinweise auf eine andere Immunpathogenese bei Kindern und Jugendlichen; jedoch unterscheiden sich Differenzialdiagnosen, Verlauf und Prognose bei unter-20-jährigen MS-PatientInnen von jenen mit MS-Beginn im Erwachsenenalter.

    Häufige Symptome bei Kindern und Jugendlichen: kognitive Defizite, Müdigkeit und depressive Symptome – müssen immer wieder aktiv erfragt werden!

    Therapie der pädiatrischen MS erfolgt weitgehend wie bei erwachsenen MS-Betroffenen.

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  • MS in Jahren: Schübe und Progression bei über 40-jährigen PatientInnen

    Die Entwicklung der sekundären Progression ist der dominante Faktor für die Langzeitprognose von Behinderungsakkumulation unabhängig von früher Schubfrequenz und Krankheitsdauer.

    Der prognostische Effekt von Schüben auf eine spätere Behinderungsprogression ist nicht klar erwiesen.

    Eine frühe Erfassung von schubunabhängiger Behinderungsprogression scheint ein zuverlässiger Parameter für die Diagnose einer SPMS zu sein.

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  • Ist die MS mehr eine kognitive als eine motorische Erkrankung?

    Kognitive Defizite werden im klinischen Alltag oftmals hinsichtlich ihrer Häufigkeit und ihrer Auswirkungen unterschätzt.

    Eine erhöhte Aufmerksamkeit gegenüber kognitiven Beeinträchtigungen und deren Berücksichtigung im Behandlungskonzept könnten dazu beitragen, die Lebensqualität der MS-PatientInnen zu verbessern.

    Screening Tests und ausführliche neuropsychologische Tests sollten daher vermehrt im klinischen Alltag eingesetzt werden.

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  • NMO: Abgrenzung zur MS

    Bei der NMO – Leitsymptome sind Myelitis und Optikusneuritis – können die Schübe aggressiver als bei der MS verlaufen.

    Die Abgrenzung zur MS ist bei Vorhandensein von Aqp-4-Ak leicht möglich.

    Es gibt jedoch auch seronegative NMO-PatientInnen.

    Therapie der Schubsymptomatik sollte wie bei der MS mit Glukokortikosteroiden (GKS) erfolgen, bei Nichtansprechen ist schnell die Möglichkeit einer Plasmaseparation in Erwägung zu ziehen.

    Als Dauertherapie haben sich Azathioprin und Rituximab bewährt.

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  • Soziale Konsequenzen der MS

    Es ist wichtig, Menschen mit MS so intensiv wie möglich in ein normales Leben zu integrieren, indem maximaler Erhalt ihrer beruflichen und privaten Wünsche und Aktivitäten angestrebt wird.

    Ziel der ärztlichen Behandlung und Beratung: MS-Betroffene nicht nur möglichst „körperlich“ gesund zu erhalten, sondern sie auch dazu zu motivieren, am gesellschaftlichen Leben beteiligt zu bleiben und sich mit Selbstsicherheit und Kraft den Anforderungen des Lebens zu stellen.

    Für Frauen ist das Erhalten der sozialen Position trotz der Erkrankung in speziellem Maße schwierig. Dies erfordert besondere Sensibilität im Umgang und in der ärztlichen Beratung.

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  • Management von MS-PatientInnen in niedergelassenen MS-Zentren

    Fülle neuer Substanzen: Die Frage, bei welchen Verläufen bzw. zu welchem Zeitpunkt der Erkrankung welches der Präparate besser geeignet ist, ist noch nicht eindeutig geklärt.

    Niedergelassene MS-Zentren bringen für die PatientInnen psychosoziale Vorteile, die sich positiv auf die Adhärenz auswirken können.

    Aufgabe einer individualisierten MS-Therapie: wahrscheinliche Krankheitsaktivität abschätzen und daraus unter Berücksichtigung von patientInnen- und therapieinhärenten Charakteristika gemeinsam mit dem/der PatientIn die optimale Therapie wählen.

    Zukunft liegt im Konzept „no evidence of disease activity“ (NEDA), das derzeit aber noch nicht ausreichend definiert und validiert ist.

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  • Multiple-Sklerose-Zentren in Österreich

    Zur Qualitätssicherung sowie der kontinuierlichen Verbesserung der integrativen Betreuung von MS-PatientInnen in Österreich dienen die Zertifizierung von intra- und extramuralen MSZ durch die ÖGN, die angebotenen regelmäßigen MS-Fortbildungen wie die „MS-Akademie“ und die MS-Zentren-Treffen.

    Das Multiple-Sklerose-Therapie-Register liefert Erfahrungsdaten mit krankheitsmodifizierenden Therapien, die bei der individuellen Therapieentscheidung hilfreich sein können.

    Trotz der bisherigen Erfolge ist ein weiteres Bemühen um eine Optimierung der Betreuung von MS-PatientInnen erforderlich.

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  • Bedürfnisse von MS-PatientInnen

    Bei der Diagnose einer chronischen Erkrankung wie MS benötigen die PatientInnen umfassende und ehrliche Informationen.

    Der Austausch mit anderen Betroffenen wird von vielen als sehr hilfreich empfunden.

    Eine gute Beziehungsarbeit des Betreuungsteams unterstützt die Adhärenz der PatientInnen.

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  • Menschen mit MS benötigen individuelle Begleitung

    In der Betreuung von Menschen mit MS gilt es stets, die individuellen Bedürfnisse des Patienten/der Patientin zu berücksichtigen.

    Eine Schilderung des Lebensalltags liefert wichtige Hinweise, in welchen Bereichen der oder die Betreffende Unterstützung benötigt.

    Wichtig ist eine ganzheitliche Begleitung, die den Menschen in den Mittelpunkt stellt.

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Neurologie in Österreich

Kongress-Highlights

  • Ein Blick über das Mittelmeer

    Internationale Beteiligung bei der ersten gemeinsamen Konferenz der neu gegründeten Afrikanischen Akademie für Neurologie (AFAN) und der Panarabischen Gesellschaft für Neurologie (Pan Arab Union of Neurological Societies, PAUNS)

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  • Highlights vom EAN 2017

    Der 3. Kongress der European Academy of Neurology (EAN) fand heuer von 24. bis 27. Juni in Amsterdam in den Niederlanden statt. Über 6.000 TeilnehmerInnen aus ganz Europa sowie zahlreichen nichteuropäischen Ländern kamen zu diesem wissenschaftlichen Großereignis. Wir haben einige Höhepunkte für Sie zusammen­gefasst.

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  • Highlights von der ESO-Conference 2017 in Prag

    Heuer fand der insgesamt dritte Kongress der Europäischen Schlaganfallorganisation (ESO) von 16. bis 18. Mai in Prag statt. Die Anzahl der TeilnehmerInnen und ReferentInnen hat weiter zugenommen und lag dieses Jahr bei nahezu 4.500. Damit ist der ESOC der weltweit größte Schlaganfallkongress. Der Kongress im Jahr 2018 wird in Göteborg abgehalten.

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Autonome Störungen

  • Spät beginnendes reines autonomes Versagen
    Das reine autonome Versagen (pure autonomic failure – PAF) ist eine seltene Erkrankung, charakterisiert durch das Vorkommen einer neurogenen orthostatischen Hypotonie in Zusammenhang mit anderen Zeichen einer autonomen Beteiligung (z. B. urogenitalen oder vasomotorischen Symptomen), ohne weitere periphere oder zentrale ...Weiterlesen ...

Demenz

  • 30. Jahrestagung der ÖAG: Salzburg 20. bis 21.Okt. 2017

    Die Österreichische Alzheimer-Gesellschaft (ÖAG) lädt Sie herzlich zur 30. Jahrestagung nach Salzburg ein. Die ÖAG freut sich auf interdisziplinäre Diskussionen mit Ärztinnen/Ärzten, Psychologinnen/Psychologen, Dipl.-Gesundheits- und -KrankenpflegerInnen, ErgotherapeutInnen, PhysiotherapeutInnen, Logopädinnen/Logopäden, VertreterInnen von Selbsthilfegruppen und Personen, die sich mit Demenz und Alzheimer auseinandersetzen.

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Neurogeriatrie

Neuromuskuläre Erkrankungen

Neuropalliation

Neurorehabilitation

  • Hippotherapie in der Neurorehabilitation – Neues aus der Wissenschaft

    Wer hat diese Art der Therapie noch nicht verordnet? Wer kennt nicht PatientInnen, die davon begeistert sind? Die Rede ist von der Hippotherapie. Gerade in der Neurorehabilitation werden positive Effekte auf physische, psychische bzw. emotionale Faktoren beschrieben. Aber welche Evidenz gibt es für diese Therapieform bei Erwachsenen? Für wen ist sie tatsächlich geeignet? Wie sieht die Studienlage aus?

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Schlafstörungen

  • Immer Frühphase einer Synuklein-Erkrankung, oder gibt es PatientInnen, die nicht konvertieren?

    PatientInnen, die an einer sogenannten idiopathischen REM-Schlaf-Verhaltensstörung (iRBD) leiden, befinden sich häufig in der Frühphase einer Alpha-Synuklein-Erkrankung. Eine aktuelle Studie der Sleep Innsbruck Barcelona (SINBAR) Group, soeben in Neurology publiziert1, untersuchte nun PatientInnen mit idiopathischer REM-Schlaf-Verhaltensstörung, die auch nach 10 und mehr Jahren noch nicht konvertiert waren.

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