Eine multizentrische randomisierte Studie zeigt, dass bei älteren Patientinnen und Patienten mit Hüftfrakturen der ultraschallgestützte Fascia-iliaca-Block mit einer signifikanten Reduktion der Delirrate innerhalb der ersten sieben Tage nach Aufnahme verbunden ist.
Regionale Anästhesie lohnt sich
In die Studie wurden Patientinnen und Patienten aus sieben universitären Notaufnahmen in Kanada eingeschlossen. Das Studiendesign folgte einer sogenannten Stepped-Wedge-Cluster-Randomisierung:
Notfallmedizinerinnen und -mediziner mit wenig oder keiner Vorerfahrung in Nervenblockaden erhielten zu unterschiedlichen Zeitpunkten eine strukturierte Schulung zum Fascia-iliaca-Block. Insgesamt wurden 208 von 213 geeigneten Ärztinnen und Ärzten trainiert.
Der primäre Endpunkt war das Auftreten eines Delirs innerhalb von sieben Tagen nach Aufnahme.
Ergebnisse
Insgesamt wurden 732 Patientinnen und Patienten randomisiert:
Die Resultate zeigen einen klaren Vorteil für die Interventionsgruppe:
Bemerkenswert ist der Unterschied in der Anwendung regionaler Anästhesie:
Bedeutung für die klinische Praxis
Das Delir ist ein patientenzentrierter Endpunkt, den Notfallmedizinerinnen und -mediziner direkt beeinflussen können. Hüftfrakturen im höheren Lebensalter sind mit erheblicher Morbidität verbunden. Der Fascia-iliaca-Block ist ein rasch einsetzbares, sicheres Verfahren, das gleichzeitig Schmerzen lindert, den Opioidbedarf senkt und die Delirhäufigkeit reduziert.
Trotz hoher Arbeitsbelastung und zunehmender administrativer Anforderungen zeigt diese Studie eindrucksvoll: Ein kurzer Schritt weg vom Computer hin zum Patientenbett kann einen messbaren klinischen Nutzen bringen.
POCUS-Praxis-Tipps
Der Fascia-iliaca-Block gilt als anwenderfreundlich und sicher zur Analgesie bei Hüftfrakturen. Besonders der infrainguinale Zugang hat sich als gut erlernbar erwiesen, da die Anatomie meist klar erkennbar ist.
Praktisches Vorgehen:
Fazit
Der ultraschallgestützte Fascia-iliaca-Block ist eine effektive, sichere und praxisnahe Intervention, mit der Notaufnahmen die Versorgungsqualität älterer Patientinnen und Patienten mit Hüftfrakturen nachhaltig verbessern können.