Neue Richtlinie gegen Fake-Medikamente  

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Seit Montag läuft die Arzneimittel-Fälschungsrichtlinie im Vollbetrieb: Verschreibungspflichtige Medikamente müssen vor der Abgabe an Patient:innen auf Echtheit überprüft werden.  

Die Richtlinie ist laut dem Arzneimittel-Vollgroßhandelsverband PHAGO ein wichtiger Schritt, denn Österreich gehört zu den EU-Spitzenländern bei Aufgriffen illegaler Medikamente und Plagiate über Internetbestellungen. Der Verband überwacht rund 82 % aller lagernden Arzneimittel seiner Mitglieder. Das entspricht fast 10 Millionen Packungen, aufgeteilt auf 23 Lager in ganz Österreich.

Konkret durchlaufen die Arzneimittel bei den Großhändlern fünf Sicherheitsstufen: Bereits beim Wareneingang wird überprüft, ob die Arzneimittelpackungen unversehrt sind und Manipulation ausgeschlossen werden kann. Bei Medikamenten, die der Großhandel aus dem Ausland bezieht, wird die Echtheit durch Scannen des Codes überprüft. Werden bei den Kontrollen Qualitätsmängel oder ein Fälschungsverdacht entdeckt, schalten die Phago-Großhändler die zuständige Behörde ein. Bezüge erfolgen generell ausschließlich von autorisierten Herstellern und Anbietern mit behördlicher Bewilligung. Zudem wird die Charge jeder einzelnen ausgelieferten Packung erfasst, sodass im Fall eines Rückrufes rasch reagiert werden kann. Im Jänner betraf dies über 30 Chargen von Arzneimitteln und Gesundheitsprodukten.

„Arzneimittelfälschungen können die Gesundheit massiv gefährden. Der Arzneimittel-Vollgroßhandel trägt mit konsequenten Maßnahmen entscheidend zur Sicherheit der Patientinnen und Patienten bei“, erklärt PHAGO-Generalsekretärin Monika Vögele. PHAGO ist darüber hinaus auch Mitglied der Austrian Medicines Verification Organisation(AMVO), die für die Umsetzung der Arzneimittel-Fälschungsrichtlinie in Österreich verantwortlich ist. (APA/tab)