Warnung vor Medikamenten-Knappheit 

© Phago

Nun könnte der Krieg im Nahen Osten Medikamente und medizinische Schutzausrüstung in Österreich knapp werden lassen. Darauf deuten erste Warnungen hin.  

„Aktuell stellen wir keine Auswirkungen des Iran-Kriegs auf die Verfügbarkeit von Arzneimitteln oder Medizinprodukten fest“, sagt die Generalsekretärin des Verbands der Österreichischen Arzneimittel-Vollgroßhändler (PHAGO) Monika Vögele. Aufgrund der Auffälligkeiten der Lieferketten durch den Krieg im Nahen Osten und entsprechenden Warnungen aus Deutschland haben die PHAGO-Großhändler nun aber zumindest ein besonderes Augenmerk auf bestimmteMedikamentengruppen.

So werden blutstillende Arzneimittel, ein Viertel aller Augentropfen und mehr als 40 Prozent aller oralen Antidiabetika sowie Insulin als lieferkritisch eingestuft. Einzelne Schlaf- und Beruhigungsmittel stehen unter Beobachtung und Arzneimittel für Pankreatitis werden kontingentiert ausgeliefert. Da auch medizinische Schutzausrüstung, besonders Schutzhandschuhe, laut Warnungen aus Deutschland bald knapp werden könnten, monitoren die PHAGO-Großhändler auch diese.

94 Prozent aller Herz-Kreislauf-Medikamente sind laut PHAGO aber problemlos erhältlich, auch fast alle Antibiotika und Antirheumatika. Generalsekretärin Monika Vögele erklärt zur generellen Versorgungslage: „Unsere 23 Arzneimittellager in ganz Österreich sind aktuell mit zwölf Millionen Packungen sehr gut gerüstet.“ Als Teil der kritischen Infrastruktur habe außerdem jeder Betrieb Notfallpläne. „In der Corona-Pandemie haben wir gezeigt, dass wir die Arzneimittelversorgung stabil halten können.“ (sst/APA)