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Der AKE-Podcast „Übern Tellerrand g’schaut“ bringt in Zusammenarbeit mit dem renommierten MedMedia Verlag spannende Einblicke in die Welt der klinischen Ernährung direkt zu Ihnen.
„Lassen Sie einfach alle Lebensmittel weg, die Sie nicht vertragen.“
Diese Empfehlung hören Patient:innen häufig – sei es im persönlichen Umfeld oder über soziale Medien. Aus ernährungsmedizinischer Sicht ist dieser Ansatz jedoch problematisch und wird von der Diätologie klar abgelehnt.
Ein zentrales Ziel der diätologischen Betreuung ist es, das Nahrungsmittelspektrum so breit wie möglich zu halten. Eine vielfältige Ernährung sichert nicht nur die ausreichende Versorgung mit Makro- und Mikronährstoffen, sondern trägt auch wesentlich zur Lebensqualität bei.
Eliminationsdiäten ohne fachliche Begleitung und ohne klare Diagnose werden daher nicht empfohlen. Sie bergen das Risiko, unnötige Einschränkungen vorzunehmen und langfristig eine Mangelernährung zu entwickeln.
Bei Verdacht auf eine Lebensmittelunverträglichkeit oder -allergie sollte strukturiert vorgegangen werden. Ein evidenzbasierter Ablauf umfasst:
Dieser Ansatz ermöglicht eine differenzierte Diagnose und verhindert unnötige Restriktionen.
Dem gegenüber steht ein häufig beobachtetes Vorgehen im Alltag:
Patient:innen lassen ohne klare Abklärung ganze Lebensmittelgruppen weg – etwa Gluten, Laktose oder bestimmte Obst- und Gemüsesorten.
Das Problem: Dieses unstrukturierte Vorgehen führt nicht selten zu:
Langfristig kann dies in eine Mangelernährung münden.
Diätolog:innen verfügen über die fachliche Kompetenz, eine strukturierte Ernährungsdiagnostik durchzuführen und gemeinsam mit Ärzt:innen die Ursache von Beschwerden zu klären.
Eine evidenzbasierte Betreuung stellt sicher, dass:
Ein willkürliches Weglassen von Lebensmitteln wird in diesem Kontext klar vermieden.
Nicht jede vermutete Unverträglichkeit erfordert eine Eliminationsdiät – und schon gar nicht ohne Diagnose. Eine strukturierte Abklärung und interprofessionelle Zusammenarbeit sind entscheidend, um unnötige Einschränkungen und Mangelernährung zu vermeiden.
Für Jungärzt:innen bedeutet das: Patient:innen gezielt begleiten, statt vorschnell Verbote auszusprechen – und den Fokus auf eine individuell verträgliche, möglichst vielfältige Ernährung legen.