5 vermeidbare Fehler, die dir beim MedAT wertvolle Punkte kosten

Beim bisherigen Anmelderekord von 17.823 Anmeldungen zum Medizin-Aufnahmetest (MedAT) ist durchaus ein Druck auf die Bewerber:innen wahrzunehmen. Die Aufnahmeprüfung, um Medizin an einer öffentlichen Universität in Österreich zu studieren, gilt als eines der anspruchsvollsten Auswahlverfahren. Dies liegt zum einen am Umfang des prüfungsrelevanten Stoffs und zum anderen an der begrenzten Bearbeitungszeit. Für die insgesamt 201 Aufgaben im MedAT-H sowie 189 Aufgaben im MedAT-Z stehen 228 beziehungsweise 273 Minuten zur Verfügung.

Viele Fehler am Tag der Medizin-Aufnahmeprüfung sind vermeidbar und führen dennoch jedes Jahr zu einem nicht notwendigen Punkteverlust. MEDBREAKER hat nach dem MedAT 2025, 538 MedAT-Teilnehmer:innen befragt, welche Fehler sie rückblickend in ihrer Vorbereitung gemacht haben und wie sie diese heute vermeiden würden.

In diesem Artikel präsentieren wir fünf besonders verbreitete Fehler in der MedAT-Vorbereitung und dazu passend jeweils einen Lösungsweg.

Fehler Nr. 1: Oft wird die Stoffaufbereitung mit dem tatsächlichen Lernen verwechselt

Viele erkennen sich hier bestimmt wieder: Gerne wird die wertvolle Vorbereitungszeit in die ästhetische Aufbereitung des Stoffes und in die Erstellung eigener Anki-Decks oder handgeschriebener Zusammenfassungen investiert. Solche Tätigkeiten sind zwar unterstützend beim Lernen, führen aber nicht zwangsläufig zu einem nachhaltigen Lernfortschritt.

Unter den Befragten gaben einige an, dass sie trotz des mehrfachen Durchlesens der Stoff-Zusammenfassung Schwierigkeiten beim Beantworten von Fragen während des MedAT hatten. Das Phänomen liegt vor allem daran, dass diese Kandidat:innen durch das passive Lernen ein falsches Gefühl von Sicherheit erhalten haben. Um das erlernte Wissen auch in einer stressigen Situation wiedergeben zu können, muss ebenso aktiv gelernt werden. Hierfür ist die Active-Recall-Methode ein gutes Beispiel. Bei dieser Methode wird das Erlernte aktiv abgerufen, indem Inhalte eigenständig erklärt werden.

Lösung Nr. 1: Teste das Gelernte regelmäßig unter testnahen Bedingungen

Um langfristig den Lernstoff im Gedächtnis zu behalten, müssen die Bereiche BMS, KFF, SEK, TV und MF regelmäßig trainiert werden. Vor allem MedAT-Simulationen sind hierfür sehr wertvoll, da man durch diese ein gutes Gefühl für Zeitdruck, Konzentration und die eigene Belastbarkeit unter testnahen Bedingungen bekommt. Dieses Gefühl, oder besser gesagt, die realistische Selbsteinschätzung, zeichnet erfolgreiche MedATler:innen aus.

Deshalb ist es empfehlenswert, im Laufe der Vorbereitung etwa 15 vollständige Simulationen unter den echten Bearbeitungszeiten der einzelnen Untertests einzuplanen.

Fehler Nr. 2: BMS und die Gefahr, sich im Detail zu verlieren

Die zunehmenden Anmeldezahlen für den MedAT erhöhen nicht nur den Mitbewerb, sondern auch die Sorge, nicht ausreichend vorbereitet zu sein. Diese Sorge trieb viele der Befragten dazu an, sich vor allem im Biologie-Teil von BMS zu sehr mit Details beim Lernen auseinanderzusetzen.

So wurde beispielsweise geschildert, dass der Citratzyklus sehr detailliert gelernt wurde, obwohl dieser im MedAT letztlich nur oberflächlich abgefragt wurde.

Diese Detailverliebtheit beim Erlernen des BMS-Teils kann aus zweierlei Gründen am MedAT-Tag zum Verhängnis werden. Zum einen geht die kostbare Vorbereitungszeit dadurch verloren. Zum anderen gilt es beim MedAT, sich einen soliden Überblick über die prüfungsrelevanten Inhalte zu verschaffen, um die unterschiedlichen Fragen korrekt beantworten zu können.

Lösung Nr. 2: Breite und ausgewogene Vorbereitung der Untertests

Die Auswertung der Umfragedaten ergab, dass eine parallele Vorbereitung auf die unterschiedlichen Untertests sinnvoll ist. Viele der Befragten empfehlen, früh mit der Vorbereitung auf die einzelnen KFF-Untertests zu beginnen und diese abwechselnd zum BMS-Teil zu üben. Zudem führt eine routinierte Tagesstruktur beim Lernen dazu, die Belastung der Vorbereitung durch die Stoffverteilung gezielter zu steuern. Am besten wird der Vormittag für den BMS- und TV- bzw. MF-Inhalte genutzt und am Nachmittag setzt man sich dann mit KFF und SEK auseinander. Dadurch entsteht eine Routine, welche bereits den selben Ablauf des Testtages simuliert.

Fehler Nr. 3: Überforderung durch zu viele Lernmaterialien

Viele Befragte berichten, dass zu viele unterschiedliche Materialien bei ihnen dazu geführt haben, dass sie den Überblick verloren haben. Dieser Überblicksverlust führt zu Überforderung und zu Motivationsverlust beim Lernen.

Wird mit Unterlagen gearbeitet, die nicht zum eigenen Lerntyp oder zur eigenen Lernstrategie passen, kann dies die Vorbereitung erschweren und zugleich mit zusätzlicher finanzieller Belastung verbunden sein. Zudem wurde darauf hingewiesen, dass kurz vor dem MedAT kein grundlegender Strategiewechsel bei einzelnen Untertests mehr erfolgen sollte, da dies bereits eintrainierte Routinen und Automatisierungen beeinträchtigen kann.

Lösung Nr. 3: Anpassung der Materialien an das individuelle Lernverhalten

Die meisten Umfrage-Teilnehmenden würden sich, wenn sie sich erneut auf den MedAT vorbereiten müssten, vor Beginn der Vorbereitung genau mit dem eigenen Lernverhalten und den persönlichen Präferenzen in Bezug auf Lernmaterialien auseinandersetzen. Dies erleichtert nicht nur die Auswahl geeigneter Unterlagen, sondern kann auch dabei helfen, finanzielle Ressourcen gezielter einzusetzen.

Für eine erfolgreiche MedAT-Vorbereitung scheint nicht die Anzahl der verwendeten Materialien ausschlaggebend zu sein, sondern vielmehr die aktive Auseinandersetzung mit dem Stoff. Techniken wie Spaced Repetition oder regelmäßiges Kreuzen bzw. Beantworten von Fragen fördern die langfristige Festigung des Erlernten. Diese langfristige Verfügbarkeit des Wissens ist entscheidend, um am Testtag unter hoher kognitiver Belastung die erforderliche Leistung abrufen zu können.

Ein sinnvolles Lernsystem besteht darin, Lerninhalte zunächst mit möglichst testnahen Materialien zu erarbeiten, diese anschließend durch kompakte Wiederholungsformate zu festigen und das Wissen schließlich konsequent durch tägliche Quizzes, Mini-MedATs oder kontinuierliches Üben anzuwenden.

Fehler Nr. 4: Das Erlernte muss nicht perfekt sitzen, um mit dem Üben beginnen zu können

Viele der befragten Teilnehmer:innen meinten, sich zu lange damit beschäftigt zu haben, den den MedAT-Lernstoff zu perfektionieren, bevor sie angefangen haben zu üben. Fehler beim Üben wurden zudem häufig als unangenehm erlebt und führten zu Aufschiebeverhalten.

Aus lernpsychologischer Perspektive sind Fehler jedoch ein zentraler Bestandteil eines erfolgreichen Lernprozesses. Gerade die aktive Überprüfung des eigenen Wissens und das Sichtbarwerden von Schwächen ermöglichen gezielte Verbesserungen. Daher ist es sinnvoll, Fehler nicht als Scheitern, sondern als diagnostisches Instrument zu betrachten.

Die systematische Fehleranalyse nach Übungen und Simulationen stellt eine wertvolle Ausgangsbasis dar. Wird jeder Fehler dokumentiert und mit der korrekten Lösung beziehungsweise Ursache versehen, kann dies bei konsequenter Anwendung dazu beitragen, wiederkehrende Fehlermuster zu reduzieren. Werkzeuge wie ein MedAT-Rechner unterstützen, Simulationsergebnisse zu erfassen, zu vergleichen und den eigenen Fortschritt über einen längeren Zeitraum sichtbar zu machen.

Lösung Nr. 4: Ein strukturierter Lernplan und eine systematische Fehleranalyse: die Erfolgskombination

Ein strukturierter Lernplan in Kombination mit einer fehlertoleranten Lernstrategie stellt einen zentralen Ansatz zur Optimierung der Vorbereitung dar. Dabei sollte der Lernplan an die individuellen Verpflichtungen angepasst und mit ausreichend Pausen ergänzt werden.

Pausen sind notwendig, um das Erlernte kognitiv zu verarbeiten und langfristig zu festigen.

Besonders wirksam ist es, nach jeder Simulation gezielt die größten Schwächen zu identifizieren und diese an den darauffolgenden Tagen aktiv zu trainieren. Auf diese Weise entsteht ein kontinuierlicher Verbesserungsprozess, der schrittweise zu einer Leistungssteigerung führen kann.

Fehler Nr. 5: Die mentale Einstellung: eine unterschätzte Erfolgskomponente

Neben den inhaltlichen und strategischen Aspekten wurde auch die mentale Einstellung als ein wesentlicher Einflussfaktor genannt. Limitierende Glaubenssätze, der Vergleich des eigenen Lernfortschritts mit anderen sowie unrealistische Erwartungen an die eigene Vorbereitung wurden von vielen Befragten als sehr belastend erlebt.

Eine effiziente Vorbereitung besteht daher aus der Auswahl geeigneter Materialien und Methoden sowie aus einem konstruktiven Umgang mit Druck, Unsicherheit und Selbstzweifeln. Am Prüfungstag selbst ist es besonders wichtig, sich weder durch schwierige Fragen noch durch äußere Reize wie Geräuschkulisse oder Zeitdruck verunsichern zu lassen.

Lösung Nr. 5: Förderung von Selbstregulation und mentaler Stabilität

Rückblickend gaben viele der Umfrageteilnehmer:innen an, sich in einer erneuten Vorbereitung stärker auf Selbstvertrauen, realistische Zielsetzungen und bewusste Erholungsphasen konzentrieren zu wollen. Ebenso wurden kleine Belohnungen, eine spielerischere Herangehensweise an einzelne KFF-Untertests sowie das Dokumentieren des eigenen Fortschritts in einem Lerntagebuch als hilfreich beschrieben.

Darüber hinaus erscheint es sinnvoll, bei schwierigen Fragen nach wenigen Sekunden ohne erkennbaren Lösungsansatz zunächst zur nächsten Aufgabe überzugehen und später zurückzukehren. Auch das Üben unter realistischen Bedingungen, etwa mit Hintergrundgeräuschen und den tatsächlichen Bearbeitungszeiten der Untertests, kann dazu beitragen, die mentale Belastbarkeit am Testtag zu erhöhen.

Kernaussage

Fehler in der MedAT-Vorbereitung sind grundsätzlich unvermeidbar und stellen einen normalen Bestandteil jedes Lernprozesses dar. Entscheidend ist jedoch, vermeidbare Fehler frühzeitig zu erkennen und durch geeignete Strategien zu reduzieren. Die Auswertung der Umfrage unter den 538 MedAT-Teilnehmer:innen von MEDBREAKER zeigt deutlich, dass nicht fehlendes Wissen das zentrale Problem darstellt, sondern vor allem ineffiziente Lernstrategien in der Vorbereitung.

Nicht Perfektion, sondern zielgerichtetes Lernen ist für den MedAT ausschlaggebend. Wer typische Fehler vermeidet, regelmäßig Simulationen auswertet, aktiv lernt und sich nicht von Druck oder Unsicherheit verunsichern lässt, verbessert die eigenen Chancen auf eine erfolgreiche Prüfungsteilnahme deutlich.