Schwere Mängel bei Post-Covid-Versorgung

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Auch zwei Jahre nach der Pandemie bleibt die Versorgung von Post-Covid-Betroffenen unzureichend, wie eine neue Umfrage zeigt. Sie berichten von stark eingeschränkter Lebensqualität und hohen finanziellen Belastungen. 

„Patienten mit Post-Covid-Symptomen empfinden die medizinische Versorgung in Österreich als unzureichend. Die geplante Einrichtung spezialisierter Zentren ist daher sowohl aus medizinischer als auch aus wirtschaftlicher Sicht sinnvoll“, heißt es in der Studie von Karen Laureen Pesta (Universitätsklinik für Physikalische Medizin, Rehabilitation und Arbeitsmedizin) und ihren Co-Autor:innen.  

Laut Weltgesundheitsorganisation sollte spätestens nach der aktuten Pandemiephase eine effektive Langzeitbetreuung von Menschen mit anhaltenden Gesundheitsproblemen erfolgen. Da etwa sechs Prozent der Infizierten anhaltende Symptome entwickelten, betrifft das in Österreich mehr als 100.000 Menschen, so die Ausgangslage der Studie. Zwischen August und September 2024 befragten die Forschenden rund 300 Post-Covid-Patient:innen über die ihnen zuteil gewordene Unterstützung. Die Personen mussten mindestens 16 Jahre alt sein und nach einer bestätigten Covid-19-Infektion mindestens drei Monate lang anhaltende Symptome aufweisen. Fast zwei Drittel der Teilnehmenden berichteten sogar von Beschwerden über einen Zeitraum von bis zu drei Jahren.  

Die Ergebnisse zeichnen ein deutliches Bild: Vier von fünf Befragten (82 Prozent) bewerteten ihre Lebensqualität als schlecht oder sehr schlecht, während nur 2,2 Prozent sie als gut einschätzten. Mehr als 90 Prozent berichteten von häufigen Einschränkungen ihrer Arbeitsfähigkeit – 65,4 Prozent davon dauerhaft. Gleichzeitig benötigen viele Unterstützung durch Familienangehörige: 90,1 Prozent der Betroffenen gaben an, auf familiäre Pflege oder Hilfe angewiesen zu sein. Auch finanziell geraten Betroffene unter Druck: 43 Prozent berichten von Ausgaben von mindestens 10.000 Euro, knapp ein Fünftel (18,9 Prozent) sogar von mehr als 20.000 Euro.  

Besonders kritisch wird die Versorgungssituation gesehen. Am häufigsten wurden ein Mangel an spezialisierten Zentren (90,7 Prozent) und unzureichende Informationen über Behandlungsoptionen (86,2 Prozent) genannt. Darüber hinaus berichteten 79,8 Prozent der Befragten von Schwierigkeiten beim Zugang zu Fachärzt:innen. Auch die Unterstützung durch Krankenkassen empfinden zwei Drittel (67 Prozent) als unzureichend. (APA/tab) 

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