© zinkevych – stock.adobe.com Die weltweite Pharmaindustrie hat 2025 laut einer Analyse erneut höhere Renditen auf Forschungsausgaben erzielt als im Vorjahr. Zugleich löst Übergewicht Krebs als Cash Cow ab.
Eine Untersuchung des Beratungsunternehmens Deloitte basiert auf Daten von 20 der weltweit größten Pharmafirmen. Demnach dürfte die durchschnittlich prognostizierte Rendite für Investitionen in Forschung und Entwicklung 2025 bei 7,0 Prozent gelegen haben. Damit stieg sie zum dritten Mal in Folge – 2024 lag sie noch bei 5,9 Prozent. Der aktuelle Wert liege auch nahe am Rekordhoch von 7,2 Prozent aus dem Jahr 2014.
Der Erfolg beruht laut Deloitte vor allem auf Wirkstoffen mit GLP-1- sowie GLP-1/GIP-Mechanismus zur Behandlung von Übergewicht und Diabetes. Ohne diese läge die Rendite mit 2,9 Prozent nicht einmal halb so hoch. Auch der erwartete durchschnittliche Spitzenumsatz pro Medikament stieg deutlich von 510 auf 598 Millionen US-Dollar (von 433 auf 508 Mio. Euro) – ohne diese Wirkstoffklasse wären es nur 353 Mio. Dollar gewesen.
Erstmals steht laut Deloitte der Bereich „Übergewicht“ an der Spitze der wichtigsten Umsatztreiber und hat die Krebsforschung auf Rang zwei verdrängt. Er macht inzwischen rund ein Viertel der erwarteten Umsätze in der der Spätphasen-Pipeline aus – vor drei Jahren lag der Anteil noch bei einem Prozent.
Gleichzeitig zeigt die Analyse eine zunehmende Konzentration der Forschung auf Projekte mit hohem Umsatzpotenzial. Gerade einmal neun Prozent der Projekte in der Spätphase generieren demnach rund 70 Prozent der erwarteten Umsätze. Der Fokus der Branche auf Blockbuster sei zwar nicht neu, so ausgeprägt wie in 2025 sei er aber noch nie gewesen, sagt Alexander Mirow, Leiter Life Sciences bei Deloitte Schweiz. „Wir sehen wegen der starken Konzentration auf wenige Forschungsprogramme ein hohes Klumpenrisiko – das macht die Branche anfällig für Rückschläge.“
Parallel steigen auch die Ausgaben: Die durchschnittlichen Entwicklungskosten pro Medikament haben sich im Vorjahresvergleich mit einem Anstieg von 2,2 auf rund 2,7 Mrd. Dollar deutlich erhöht, so die Analyse.(APA/tab)