© Novartis Die Kollektivverhandlungen für die Pharmabeschäftigten sowie die Elektro- und Elektronikbranche stocken. Die Gewerkschaften rüsten für Proteste. Die kommende Woche wird entscheidend.
Die fünfte Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten der Pharmazeutischen und Chemischen Industrie wurde vor einigen Tagen von einer Kundgebung der Beschäftigten vor der Wirtschaftskammer Österreich in Wien begleitet. Genutzt hat das nichts. Das Angebot der Arbeitgeber einer Einmalzahlung in Höhe von 250 Euro, „das zum zweiten Mal nicht aufgebessert wurde“, wurde von den Gewerkschaften GPA und der Gewerkschaft PRO-GE weiterhin als nicht ausreichend erachtet und abgelehnt. „Das Angebot der Arbeitgeber ist respektlos und eine Missachtung der guten Arbeit, die die Beschäftigten jeden Tag leisten, um den Unternehmenserfolg zu gewährleisten. Während beim Kollektivvertrag die Sparstrümpfe getragen werden, haben die Arbeitgeber bei den Managementvergütungen die Spendierhosen an. Die Beschäftigten werden sich das nicht bieten lassen“, sagte GPA-Verhandler Mario Mayrwöger. Die Gewerkschaften beraten nun über weitere Maßnahmen. Die nächste Verhandlungsrunde findet am Donnerstag (21. Mai) statt.
Noch vor der vierten Verhandlung am Montag (18. Mai) wurden in den Unternehmen der Elektro- und Elektronikindustrie, zu denen auch viele Gesundheitsunternehmen gehören, Betriebsversammlungen abgehalten, um die Beschäftigten über den Stand der KV-Runde zu informieren. Die Verärgerung der Belegschaftsvertreter:innen über das 1-Prozent-Angebot der Arbeitgeber ist groß. Es liegt um 2,3 Prozent unter der relevanten Inflationsrate. Die Gewerkschaften fordern rückwirkend mit 1. Mai eine Erhöhung um 3,5 Prozent. Die bisher angebotene „Mini-Erhöhung“ sei äußerst respektlos gegenüber den Beschäftigten. Die wirtschaftliche Entwicklung der Branche sei positiv. Es gebe Bereiche mit sehr erfreulichen Ergebnissen, die unter anderem mit hoher Auslastung, Investitionen, Kapazitätsausbau und mit vollen Auftragsbüchern einhergingen, berichtet die GPA. Die Arbeitergeber argumentieren umgekehrt mit dem schwierigen wirtschaftlichen Umfeld. (rüm)