SVS bezahlt Versicherte für Vorsorgemaßnahmen

Paul Sevelda (Krebshilfe), Birgit Vetter-Scheidl (Zahnärztekammer), Peter Lehner, Isabella Bauer-Rupp (beide SVS), Edgar Wutscher (Ärztekammer) @ SVS / Barbara Wirl

Versicherte der SVS erhalten Prämien, wenn sie den Vorsorgepass nutzen und Vorsorgemaßnahmen treffen. Für die Auszahlungen stehen pro Jahr 50 Millionen Euro zur Verfügung.  

„Unser Ziel ist, mit dem Vorsorgepass die Inanspruchnahme von Vorsorgemaßnahmen pro Jahr um zehn Prozent zu steigern“, sagte SVS-Obmann Peter Lehner kürzlich bei einem Pressegespräch zum Start des Vorsorgepasses. Bisher nahmen jährlich rund 285.000 der 1,3 Millionen Versicherten der SVS zirka 400.000 Vorsorgemaßnahmen in Anspruch. Geld als Anreizfaktor soll die Steigerung möglich machen: Die Versicherten sollen nun bezahlt werden, wenn sie zur klassischen Vorsorgeuntersuchung gehen, ihre Kinder zum „Gesundheitscheck Junior“ bringen, aber auch, wenn sie zur Krebsvorsorge gehen, sich impfen lassen oder eine Mundhygiene in Anspruch nehmen. Für die Auszahlungen stehen laut Lehner pro Jahr 50 Millionen Euro zur Verfügung. Die Versicherten erhalten nach der Leistungsabrechnung durch die Ärzt:innen automatisch für jede Maßnahme Punkte im Pass, für die Mundhygiene beispielsweise 1000 Punkte, die 100 Euro entsprechen, und die sie sich jederzeit auszahlen lassen können. Parallel zu diesem Bonussystem gibt es noch ein Statusprogramm, das hilft, den Überblick zu behalten. Den Bronze-Status erreicht man mit dem Absolvieren der Vorsorgeuntersuchung, den Silber-Status mit der Hälfte aller anderen Maßnahmen, den Gold-Status mit allen Maßnahmen. Eine Erinnerungsfunktion gebe es derzeit noch nicht, erklärte Lehner, „wenn sie gewünscht wird, wird aber auch sie in den Pass integriert“. 

Birgit Vetter-Scheidl, die Präsidentin der Österreichischen Zahnärztekammer, verwies bei der Präsentation des Passes darauf, „dass die Mundhygiene viel für die Mundgesundheit bringt“, wobei diese wiederum besonders wichtig sei, da sich kranke Zähne negativ auf die gesamte Gesundheit auswirken, etwa Herz-Kreislauf-Erkrankungen auslösen können. Edgar Wutscher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Obmann der Bundeskurie niedergelassene Ärzte meinte, der im Pass angebotene „große Blumenstrauß der Vorsorge“ könne dabei helfen, die Zahl der Lebensjahre zu steigern, die die Österreicher:innen bei Gesundheit erleben, und die Versicherten für Vorsorgemaßnahmen zu belohnen, sei „ein toller Zugang“. „Geld ist ein guter Anreizfaktor“, sagte auch der Präsident der österreichischen Krebshilfe Paul Sevelda, „noch werden die barrierefrei zugänglichen Vorsorgeangebote bei weitem nicht genug beansprucht“. Die leitende Ärztin der SVS Isabella Bauer-Rupp veranschaulichte den Wert der Vorsorgeuntersuchung damit, dass dabei als notwendig erkannte und anschließend durchgeführte Lebensstilmodifikationen dazu beitragen können, „einen Herzinfarkt, Schlaganfall oder auch eine Krebserkrankung zu vermeiden“. 

Auch schon in den vergangenen Jahren gab die SVS ihren Versicherten immer wieder Geld als Anreiz dafür, bestimmte Vorsorgemaßnahmen zu treffen. „Bisher stand allerdings immer nur ein einziges Thema im Fokus, wie 2025 die Krebsvorsorge oder 2024 die Zahngesundheit“, erklärte Lehner. Mit dem Vorsorgepass als „größte Vorsorgeaktion, die es in Österreich je gab“, fasse man nun alles zusammen. (sst)