© Sandoz GmbH Die Kollektivverhandlungen für die Pharmabeschäftigten sowie die Elektro- und Elektronikbranche stocken weiter. Im Pharmabereich gibt es nun zwischen 26. Mai und 1. Juni Warnstreiks.
Auch die sechste Verhandlungsrunde für die rund 50.000 Beschäftigten der Pharmazeutischen und Chemischen Industrie hat Ende der Woche keine Ergebnisse gebracht. Nachdem das Angebot der Arbeitgeber in Höhe einer Einmalzahlung von 250 Euro zum dritten Mal nicht erhöht wurde, rufen die Gewerkschaft GPA und die Gewerkschaft PRO-GE nun zu zweistündigen Warnstreiks im Zeitraum von 26. Mai bis 1. Juni auf.
„Was hier von den Arbeitgebern geliefert wird, ist keine Verhandlung, sondern eine Verhöhnung der Beschäftigten. Die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Jahr und Tag fleißig gearbeitet, jetzt sollen sie dafür den Gegenwert eines größeren Familieneinkaufs bekommen“, ärgert sich Mario Mayrwöger, Verhandler der Gewerkschaft GPA. Die Gewerkschaft werde sich „diese Respektlosigkeit nicht gefallen“ lassen. „Wir verlagern den Konflikt nun in die Betriebe.“ 250 Euro sei weniger als so mancher Manager in der chemischen Industrie in der Stunde verdiene. „Als einmaliges Angebot für ein ganzes Jahr Arbeit ist das maximal ein schlechter Witz. Das kommt einer Nulllohnrunde gleich“, sagt PRO-GE Verhandlungsleiter Hubert Bunderla.
Auch in der Elektro- und Elektronikindustrie (60.000 Beschäftigte), zu denen auch viele Gesundheitsunternehmen gehören, wurde die vierte Verhandlungsrunde ohne Ergebnis abgebrochen. Das Angebot der Arbeitgeber für Lohn- und Gehaltserhöhungen beträgt weiterhin ein Prozent, heißt es aus Gewerkschaftskreisen. Für die Gewerkschaft GPA und die Gewerkschaft PRO-GE ist das Angebot angesichts der Teuerungsrate von 3,3 Prozent und des wirtschaftlichen Aufwärtstrends der Branche deutlich zu niedrig. „Wir sind in der elften Verhandlungswoche, unsere Geduld ist erschöpft. Wir rufen die Belegschaften auf, vorsorglich Streikbeschlüsse zu fassen“, sagt Eva Scherz, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA. In den nächsten Tagen würden daher in den Betrieben vorsorglich Streikkomitees gewählt und Arbeitskampfmaßnahmen beschlossen. Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 28. Mai angesetzt. (rüm)