© Rido - stock.adobe.com Nach fünf intensiven Verhandlungsrunden einigten sich Arbeitgeber- und Arbeitnehmervertretungen auf einen KV-Abschluss für die Elektro- und Elektronikindustrie – mit einigen Überraschungen.
Nach der fünften KV-Verhandlungsrunde gibt es eine Einigung für die 60.000 Beschäftigten der Elektro- und Elektronikindustrie – zu der auch viele Unternehmen im Gesundheitsbereich gehören: Die Ist-Löhne und -Gehälter steigen rückwirkend mit 1. Mai 2026 um 1,85 %plus einem Sockel von 22 Euro (entspricht insgesamt bis zu 2,7 %), die Grundstufe der KV-Löhne und -Gehälter um 3 %. Erhöht werden weiters die Schichtzulagen: Die Zulage für die zweite Schicht wird gleichmäßig über drei Jahre um insgesamt 47 Cent angehoben, die Zulage für die dritte Schicht wird binnen zwei Jahren gleichmäßig um insgesamt 34 Cent erhöht.
Das Ergebnis der KV-Verhandlungen betrifft auch Änderungen im Rahmenrecht. Eltern von Kindern mit Behinderung erhalten eine zusätzliche Pflegefreistellung von einer Woche jährlich. Die Verhandlungsparteien einigten sich auf die Einführung von neuen „Gesundheitstagen“ unter Berücksichtigung betrieblicher Maßnahmen: Ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 40 Jahren erhalten Beschäftigte einen Gesundheitstag. Zwei Gesundheitstage stehen Personen ab 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 45 Jahren zu. Bei 20 Jahren Betriebszugehörigkeit und einem Mindestalter von 50 Jahren sind drei Gesundheitstage jährlich vorgesehen. Bei Erreichen der 6. Urlaubswoche entfällt der Anspruch auf diese Gesundheitstage. Bisher gibt es nur im Kollektivvertrag für Gesundheitsbetriebe als Pendant zur reinen Freizeitoption die sogenannte „Entlastungswoche“.
„Unser vorrangiges Ziel war es, in diesen durch geopolitische Verschiebungen, regulatorische Unsicherheiten und technologische Disruption wirtschaftlich herausfordernden Zeiten heuer deutlich unter der rollierenden Inflation abzuschließen – das ist uns gelungen. Der Fokus ist klar auf den Erhalt der Wettbewerbsfähigkeit gelegt, die gerade für die exportstarke Elektro- und Elektronikindustrie essenziell ist“, sagt FEEI-Obmann Wolfgang Hesoun.
„Es stand Spitz auf Knopf. Bis zuletzt boten die Arbeitgeber nur eine Mini-Erhöhung von einem Prozent an und erst heute kam endlich Bewegung in die Verhandlung. Mit Betriebsversammlungen, Solidarität und Streikentschlossenheit mussten sich die Belegschaften den Respekt und die Wertschätzung erst erkämpfen“, sagt Eva Scherz, Chefverhandlerin der Gewerkschaft GPA. (rüm)