© mycteria – stock.adobe.com Der vom Wiener Impfstoffhersteller Valneva entwickelte Chikungunya-Impfstoff wird nun auch erstmals in Afrika untersucht. In Europa ist er bereits zugelassen.
Die zunehmende Ausbreitung des Chikungunya-Virus hat ein internationales Forschungsteam dazu bewogen, die Sicherheit und Wirksamkeit des in Europa bereits zugelassenen Impfstoffs in Afrika zu untersuchen. Unter der Leitung der Virologin Gisa Gerold von der Medizinischen Universität Innsbruck wurde ein Projekt gestartet, das von der Europäischen Union mit 14 Millionen Euro gefördert wird.
Das Chikungunya-Virus zirkuliert in Afrika und führt dort wiederholt zu Ausbrüchen. Dort sei der Impfstoff, der vom Wiener Unternehmen Valneva entwickelt wurde, jedoch noch nicht lizenziert, so die Forscherin. „Wir möchten erreichen, dass im Falle eines großen Ausbruchs in Afrika so schnell wie möglich eine Impfkampagne erfolgen kann“, so Gerold.
Dafür wird der Impfstoff nun erstmals in jenen Ländern getestet, in denen das Virus seit Langem vorkommt. Zudem werden Technologien zur Charakterisierung der Immunantworten eingesetzt und etwa generierte Antikörper und mögliche Kreuzreaktionen mit verwandten Alphaviren mittels Elektronenmikroskopie analysiert. So lasse sich abschätzen, ob der Impfstoff auch gegen andere Alphaviren einsetzbar wäre, hieß es. Neben der klinischen Studie ist auch ein Technologietransfer zwischen Afrika und Europa vorgesehen, um die Impfstoffproduktion langfristig zu einem leistbaren Preis vor Ort zu sichern.
Im Rahmen des EU-Projekts „European-African Vaccine Initiative“ (EAVI) werden in den kommenden fünf Jahren europäische und afrikanische Partner zusammenarbeiten, um Chikungunya und andere Infektionskrankheiten zu bekämpfen. Im von Gerold koordinierten Projekt arbeitet ein Konsortium aus sieben Partnerinstitutionen in Kenia, der Schweiz, Schweden, Spanien und dem Impfstoffunternehmen Valneva zusammen.
Das Chikungunya-Virus, das von Stechmücken wie der Tigermücke übertragen wird, löst unter anderem Gelenkschmerzen aus, die oft lähmend sind und über Wochen bis Jahre anhalten können. Im Jahr 2004 begann sich die Krankheit rasch auszubreiten. Seither wurde Chikungunya in mehr als 110 Ländern in Asien, Afrika, Europa und Amerika nachgewiesen. Die Impfung wird als Einmaldosis verabreicht und ist in Österreich für Reisende in Endemiegebiete empfohlen. Laut Gerold sorgt die klimabedingte Erwärmung auch in unseren Breiten für eine Zunahme der Asiatischen Tigermücke, wodurch das Risiko von Ausbrüchen steigt. (APA/tab)