@ Dmitry Vereshchagin – stock.adobe.com Hunderte hitzebedingte Todesfälle verzeichnet Österreich laut einer Auswertung der AGES. ÖGK und Gewerkschaft warnen vor den gesundheitlichen Folgen hoher Temperaturen und fordern Schutzmaßnahmen.
Hitze sei längst nicht mehr nur eine Frage des Wohlbefindens, sondern ein ernstzunehmendes Gesundheitsrisiko, betont die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK) und verweist auf jüngste Berechnungen der Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES). Demnach gab es im Sommer 2024 rund 1.100 hitzebedingte Todesfälle in Österreich, im Sommer 2025 (Juni bis September) waren es rund 450. Analysen zeigen zudem, dass während ausgeprägter Hitzeperioden die Sterblichkeit deutlich über dem langjährigen Durchschnitt liegt. Die ÖGK appelliert daher, während Hitzeperioden besonders auf vulnerable Gruppen wie ältere oder alleinlebende Personen zu achten. „Viele Beschwerden und schwere Verläufe lassen sich durch rechtzeitige Vorsorge vermeiden. Deshalb setzen wir als ÖGK konsequent auf Prävention, Gesundheitskompetenz und eine rasch erreichbare medizinische Versorgung“, sagt ÖGK-Chefarzt Andreas Krauter.
Die gesundheitlichen Auswirkungen hoher Temperaturen zeigen sich auch bei der Arzneimittelversorgung. So warnte der Arzneimittelverband PHAGO erst kürzlich, dass Hitze nicht nur zu Problemen bei der richtigen Lagerung von Medikamenten führen, sondern in bestimmten Fällen deren Wirksamkeit beeinträchtigen kann. “Viele Präparate sind auf stabile Umgebungsbedingungen angewiesen. Hitze oder direkte Sonneneinstrahlung können die Qualität beeinträchtigen und damit auch die Wirksamkeit”, warnt auch der Pharmaverband Pharmig.
Auch die Belastung für Arbeitnehmer:innen steigt während Hitzetagen. Der ÖGB fordert daher weitere Maßnahmen zum Schutz vor Hitze in Innenräumen. „Hohe Temperaturen beeinträchtigen Konzentration, Reaktionsfähigkeit und Leistungsfähigkeit und erhöhen gleichzeitig das Unfallrisiko. Beschäftigte dürfen mit diesen Belastungen nicht allein gelassen werden“, sagt Dinah Djalinous-Glatz, Expertin für Arbeitnehmer:innenschutz im ÖGB.
Um zu erheben, wie stark Beschäftigte unter der Hitze an ihren Arbeitsplätzen leiden, startet der ÖGB unter oegb.at/hitze-umfrage eine Befragung. Beschäftigte aller Branchen sind eingeladen, sich zu beteiligen. „Die Ergebnisse werden zeigen, wo dringend gehandelt werden muss und welche Maßnahmen Arbeitnehmer:innen tatsächlich brauchen“, betont Djalinous-Glatz. „Mit der Hitzeschutzverordnung wurden im vergangenen Jahr wichtige Verbesserungen für Arbeiten im Freien erreicht. Jetzt braucht es den nächsten Schritt: einen wirksameren Schutz vor Hitze in Innenräumen.“ (tab)