Hitze trifft Menschen mit Schmerzen besonders hart 

© bluebeat76 – stock.adobe.com

Anhaltend hohe Temperaturen beeinträchtigen Patient:innen mit chronischen Schmerzen besonders, betont die Österreichische Schmerzgesellschaft. Betroffene sollen jedoch nicht vollständig auf Bewegung zu verzichten.  

„Anhaltende Hitze bedeutet für unseren Organismus zusätzlichen Stress. Für Menschen mit chronischen Schmerzen kann diese Belastung besonders relevant sein, weil mehrere Faktoren zusammenkommen: Kreislaufbelastung, schlechterer Schlaf, Erschöpfung und weniger körperliche Aktivität können dazu beitragen, dass bestehende Beschwerden stärker wahrgenommen werden “, erklärt Richard Crevenna, Präsident der Österreichischen Schmerzgesellschaft. Betroffen seien rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich – etwa jede fünfte Person leidet unter chronischen Schmerzen, rund 500.000 bis 600.000 Menschen sind davon stark beeinträchtigt.

Vor allem Tropennächte, in denen die Temperaturen nicht unter 20 Grad absinken, erschweren die Regeneration. „Wenn Menschen über Tage oder sogar Wochen schlecht schlafen und gleichzeitig durch die Hitze körperlich belastet sind, kann sich das auch auf ihre Schmerzsituation auswirken “, so Crevenna.

Ein weiteres Problem längerer Hitzeperioden: Viele Menschen reduzieren ihre Bewegung deutlich, Spaziergänge, Training oder therapeutische Übungen werden ausgelassen. Für Menschen mit chronischen muskuloskelettalen Beschwerden sei völlige Inaktivität jedoch meist keine gute Lösung. Crevenna empfiehlt, Bewegung an die Temperaturen anzupassen: körperliche Aktivitäten in die kühleren Morgen- oder Abendstunden verlegen, Intensität reduzieren und Pausen einplanen. „Bei chronischen Schmerzen ist regelmäßige, individuell angepasste Bewegung ein wichtiger Bestandteil der Behandlung. Während einer Hitzeperiode sollte man nicht versuchen, sein gewohntes Programm um jeden Preis durchzuziehen. Aber ebenso wenig sollte man über Wochen völlig darauf verzichten “, betont der ÖSG-Präsident. Angesichts immer wieder auftretender längerer Hitzeperioden müsse das Thema auch in der Versorgung chronisch kranker Menschen stärker berücksichtigt werden. (tab)