Neuer Ansatz für Therapie bei Entzündungsschmerz  

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Eine neue Studie zeigt, dass Entzündungsschmerzen anders als bisher angenommen entstehen. Die Entdeckung könnte ein Ansatz für die Entwicklung einer neuen Therapie sein. 

Sie lösten mit dem Bakterienbestandteil Lipopolysaccharid (LPS) eine örtlich begrenzte, infektionsähnliche Entzündung auf der Haut aus und machten dabei eine neue Entdeckung: Forscher:innen der Medizinischen Universität Wien. Die Entzündungsreaktion laufe anders ab als bisher angenommen, schreiben sie in ihrer Studie. Nicht der sogenannte TLR4-Rezeptor spiele bei der Wirkung auf das Schmerzempfinden die Hauptrolle, sondern der RAGE-Rezeptor, der sich auf Haut-, Immun- und Nervenzellen befindet, und Entzündungssignale weiterleitet.

Die Forscher:innen fanden außerdem heraus: Wurde der Rezeptor mit dem Wirkstoff Azeliragon blockiert, ging die entzündungsbedingt verstärkte Hautdurchblutung um 87 Prozent zurück. Auch die erhöhte Empfindlichkeit gegenüber Druck und dem leicht sauren Milieu, wie es in entzündetem Gewebe entstehen kann, wurde abgeschwächt. „Überraschend war vor allem, dass die Blockade von TLR4 anders als bisher angenommen praktisch keinen Effekt zeigte“, sagt Stefan Heber vom Institut für Physiologie der MedUni Wien, einer der Studienautoren. Die falsche Annahme war aufgrund von Forschungen an Zell- und Tiermodellen zustande gekommen.

Ob sich eine Hemmung des RAGE-Rezeptors therapeutisch nutzen lässt, müsse erst noch in weiteren Studien untersucht werden, heißt es seitens der Forscher:innen. In die abgeschlossene, doppelblinde, randomisierte und placebokontrollierte Studie waren 53 Proband:innen eingebunden. (sst/APA)