© New Africa-stock.adobe.com In einer Umfrage sprach sich eine klare Mehrheit für eine Abgabe auf stark zuckerhaltige Lebensmittel und Getränke aus. Gleichzeitig besteht die Sorge vor weiteren Preissteigerungen.
Eine Zuckersteuer soll Hersteller dazu bewegen, den Zuckergehalt ihrer Produkte zu reduzieren. Sie würde erst dann fällig, wenn der Zuckeranteil nicht entsprechend gesenkt wird. Ein solches Modell gibt es bereits in mehr als 100 Ländern weltweit, derzeit wird es in Deutschland diskutiert. Wie es in Österreich ankommen würde, zeigt nun eine Umfrage des digital Research Instituts Marketagent: Demnach befürworten 63 Prozent der Österreicher:innen eine höhere Besteuerung stark zuckerhaltiger Lebensmittel und Getränke, 28 Prozent sogar sehr.
Die Erwartungen an die Wirkung sind allerdings unterschiedlich. 45 Prozent rechnen mit zusätzlichen Staatseinnahmen. 38 Prozent hoffen, dass Hersteller den Zuckergehalt ihrer Produkte wegen der Steuer reduzieren. Nur 28 Prozent glauben jedoch, dass eine Zuckersteuer Übergewicht und ernährungsbedingte Erkrankungen reduzieren könnte. Lediglich 19 Prozent erwarten, dass sich die Bevölkerung dadurch insgesamt gesünder ernähren würde. Zudem gibt es konkrete Vorbehalte. 47 Prozent befürchten weitere Preissteigerungen bei Lebensmitteln und Getränken, 43 Prozent gehen davon aus, dass Hersteller die zusätzlichen Kosten an die Konsument:innen weitergeben.
„Die Ergebnisse zeigen ein durchaus ambivalentes Bild“, betont Thomas Schwabl, Geschäftsführer von Marketagent. „Entscheidend für die Akzeptanz wird daher sein, wie eine solche Abgabe konkret ausgestaltet wird, welche Produkte tatsächlich betroffen sind und wofür die zusätzlichen Einnahmen verwendet werden.“ Die Umfrage zeigt zudem, dass eine Zuckersteuer das Einkaufsverhalten beeinflussen könnte. Rund sechs von zehn Befragten würden ihr Verhalten zumindest teilweise anpassen. 34 Prozent würden häufiger zu zuckerärmeren oder zuckerfreien Alternativen greifen, 33 Prozent verstärkt günstigere Produkte oder Marken wählen.
Als naheliegendste Kandidaten für eine Zuckersteuer sehen die Befragten Getränke: 51 Prozent würden zuckerhaltige Softdrinks bzw. Limonaden einbeziehen, 49 Prozent Energydrinks. An dritter Stelle folgen Fertigprodukte mit hohem Zuckergehalt (42%). Die zusätzlichen Staatseinnahmen aus der Steuer würden 42 Prozent für eine allgemeine Entlastung beziehungsweise zur Senkung anderer Steuern und Abgaben verwenden. Nahezu ebenso viele (40%) sprechen sich dafür aus, das Geld in Gesundheitsvorsorge und Prävention zu investieren. Vor die Wahl zwischen einer Zuckersteuer und einer steuerlichen Förderung gesunder Ernährung gestellt, würden 39 Prozent eine Entlastung bei gesunden Lebensmitteln bevorzugen. 11 Prozent sprechen sich für eine reine Zuckersteuer aus. (tab)