Kaum hat das neue Schuljahr oder der Kindergarten wieder begonnen, lassen die ersten Erkältungen meist nicht lange auf sich warten. Halsschmerzen gehören dabei zu den häufigsten Beschwerden im Kindesalter. Meist steckt ein harmloser Virusinfekt dahinter, der mit etwas Geduld und den richtigen unterstützenden Maßnahmen rasch wieder abklingt.
Der Schulstart bringt viele spannende Veränderungen mit sich. Neue Freundschaften werden geschlossen, neue Aufgaben und Herausforderungen warten, und die Kinder verbringen wieder viele Stunden gemeinsam in Klassenräumen oder Kindergärten. Damit steigt auch die Wahrscheinlichkeit, mit Erkältungsviren in Kontakt zu kommen. Halsschmerzen gehören deshalb zu den häufigsten Gründen, warum Kinder im Herbst und Winter immer wieder das Bett hüten müssen.
Besonders im Kindesalter befindet sich das Immunsystem noch in der Entwicklung. Es lernt täglich neue Krankheitserreger kennen und baut nach und nach seine Abwehr auf. Deshalb erkälten sich Kinder deutlich häufiger als Erwachsene. Daher gelten sechs bis zehn Infekte pro Jahr bei kleineren Kindern als durchaus normal.
Der Hals ist eine wichtige Schutzbarriere unseres Körpers. Beim Atmen und Essen gelangen ständig Viren, Bakterien und andere Fremdstoffe über Mund und Nase in den Rachenraum. Dort befinden sich Schleimhäute und sogenanntes „lymphatisches Gewebe“, die Krankheitserreger erkennen und bekämpfen.
Dringen Erkältungsviren in die Schleimhaut ein, reagiert der Körper mit einer Entzündung. Die Schleimhäute werden stärker durchblutet, schwellen an und bilden vermehrt Sekret. Gleichzeitig werden Botenstoffe freigesetzt, die Schmerzrezeptoren empfindlicher machen. Das führt zu den typischen Beschwerden: Kratzen im Hals, Schmerzen beim Schlucken oder Sprechen und manchmal auch Heiserkeit.
Je nach Ursache können Halsschmerzen ganz unterschiedlich verlaufen. Häufig beginnen sie mit einem leichten Kratzen im Hals, gefolgt von Schnupfen, Husten oder leichtem Fieber. Diese Kombination spricht meist für einen viralen Infekt. Manchmal treten die Beschwerden jedoch plötzlich und sehr heftig auf. Starke Schluckschmerzen, hohes Fieber, geschwollene Halslymphknoten und eitrig belegte Mandeln können auf eine bakterielle Mandelentzündung hinweisen. Ob tatsächlich eine Behandlung mit Antibiotika notwendig ist, entscheidet die Kinderärztin oder der Kinderarzt – häufig unterstützt durch einen Schnelltest auf Streptokokken.
Eine entzündete Schleimhaut ist besonders empfindlich. Deshalb empfinden viele Kinder bereits das Schlucken von Speisen oder Getränken als schmerzhaft. Hinzu kommt, dass trockene Luft in beheizten Räumen die Schleimhäute zusätzlich reizt.
Daher ist es nun hilfreich, die Schleimhaut möglichst feucht zu halten. Am einfachsten gelingt das durch ausreichendes Trinken. Lauwarmer Tee oder Wasser werden als angenehm empfunden. Sehr heiße Getränke oder stark säurehaltige Fruchtsäfte können die gereizte Schleimhaut dagegen zusätzlich reizen. Auch eine ausreichende Luftfeuchtigkeit in Schlaf- und Wohnräumen kann dazu beitragen, dass die Schleimhäute nicht austrocknen.
Neben Ruhe und ausreichend Flüssigkeit gibt es verschiedene Möglichkeiten, die gereizte Schleimhaut zu unterstützen. Besonders bewährt haben sich pflanzliche Stoffe, die sich wie ein schützender Film über die gereizte Rachenschleimhaut legen und dadurch Reizungen lindern können. Solche Schleimstoffe kommen beispielsweise in Isländisch Moos, Eibischwurzel oder Malvenblüten vor. Sie binden Wasser und bilden eine natürliche Schutzschicht auf der Schleimhaut. Dadurch wird die gereizte Oberfläche vor weiteren mechanischen Reizen geschützt, das Kratzen im Hals kann nachlassen, und das Schlucken fällt wieder leichter. Gerade bei Kindern sind gut verträgliche, lokal wirkende Maßnahmen oft eine sinnvolle Unterstützung, da sie direkt dort ansetzen, wo die Beschwerden entstehen.n