„Chrono-Immuntherapie“ – Timing von Immuncheckpoint-Inhibitoren

Zunehmende Evidenz weist auf eine Interaktion zwischen zirkadianer Rhythmik und antitumoraler Immunantwort hin. Der Tagesrhythmus beeinflusst zentrale Prozesse der Krebsimmunität wie Antigenpräsentation, T-Zell-Aktivierung und Immunzellmigration und könnte damit auch die Wirksamkeit von Immuntherapien modulieren. Vor diesem Hintergrund untersuchte die i-TIMES-Analyse den Einfluss des Applikationszeitpunkts von Checkpoint-Inhibitoren beim Lungenkarzinom. In einer gepoolten Auswertung von 1550 Patient:innen aus acht randomisierten Studien (ICI-Monotherapien und ICI/CTx-Kombinationen mit dem ICI Atezolizumab) lag das mediane Gesamtüberleben bei früher Gabe (≤ 12 Uhr) bei 17,3 Monaten gegenüber 16,0 Monaten bei später Gabe. Die Nichtunterlegenheit der späten Applikation wurde erreicht (HR 1,04), sodass kein klinisch relevanter Unterschied im Überleben gezeigt werden konnte. Frühere Studien hatten teils Vorteile für eine morgendliche Therapie nahegelegt, bleiben jedoch inkonsistent.

Klinische Relevanz: Trotz biologischer Plausibilität sprechen die aktuellen Daten gegen eine unmittelbare Anpassung des Therapiezeitpunkts; prospektive Studien sind erforderlich, um die klinische Bedeutung der Chrono-Immuntherapie zu klären.


ETOP-Roche-i-TIMES-Metaanalyse: Nichtunterlegenheit einer späteren im Vergleich zu einer frühen Immuntherapie-Gabe in Hinblick auf das Gesamtüberleben (European Lung Cancer Congress 2026, LBA2).

ETOP-Roche i-TIMES: Immunotherapy timing investigation on lung cancer survival, Solange Peters, LBA2