Kinder Rehabilitation: Dynamische Entwicklung

Onkologische Rehabilitation

Wie groß ist die potenzielle Zielgruppe für eine onkologische Rehabilitation?
Pro Jahr erhöht sich die Zahl der Tumorpatienten in Österreich um etwa 35.000. Rund 20 bis 30 Prozent von ihnen kommen für eine onkologische Rehabilitation in Frage.

Wo steht Österreich in puncto onkologischer Rehabilitation im internationalen Vergleich?
Wir sind in einem intensiven Aufholprozess, der mit einem erfreulichen Tempo vor sich geht. Die Atmosphäre zwischen der Sozialversicherung, den politischen Entscheidungsträgern, der medizinischen Wissenschaft und den Patientenvertretungen ist sehr konstruktiv. Nicht von ungefähr kommt es, dass sich die Zahl der Betten in den letzten zwei Jahren verdreifacht hat. Wir haben jetzt in Österreich 450 Betten zur Verfügung, das ist ein großer Fortschritt, aber noch nicht das, wo wir hin wollen. Vergleichen wir die Zahlen etwa mit Deutschland, so müssten wir hierzulande auf eine Größenordnung von 800 bis 1.000 Betten kommen, um eine adäquate Versorgung zu erreichen. Neben der stationären Betreuung gilt es auch, die ambulante Versorgung auszubauen. Das Erfreuliche ist auch, dass sich die medizinische Gemeinschaft, die sich des Themas angenommen hat, sehr gut organisiert ist.

Welche Spezialisierungen bieten Sie an und wer betreut die Patienten?
Unsere Einrichtung ist auf die Rehabilitation von Patienten mit Tumorerkrankungen spezialisiert. Das Therapieangebot soll über körperliche und seelische Aktivierungsmaßnahmen, aber auch über Entspannung und Information die Lebensqualität der betroffenen Menschen verbessern. Ein Team von Ärzten, Psychoonkologen, Physiotherapeuten, Sozialarbeitern und Diätologen betreut, unterstützt und begleitet die Patienten. Das Therapiekonzept wurde gemeinsam mit der Medizinischen Universität Wien erarbeitet und wird stetig weiterentwickelt.

Welche besonderen Schwerpunkte sind hier notwendig?
Die Rehabilitation ist eine medizinische Einrichtung. Dennoch legen wir großen Wert darauf, dass die Behandlung in einer Atmosphäre stattfindet, die nicht der in einem Krankenhaus gleicht. Das orientiert sich an der besonderen Situation der Patienten, die oft viele Monate Therapie und Krankenhausaufenthalte hinter sich haben. Wir wollen sowohl medizinische Hilfe als auch eine echte Wohlfühlatmosphäre bieten.

Interview mit: Univ.-Prof. Dr. Christoph Wiltschke

Ärztlicher Leiter im Sonnberghof


MP 02|2012

Herausgeber: AUSTROMED – Interessensvertretung der Medizinprodukte-Unternehmen
Publikationsdatum: 2012-04-23