Arthroskopie, Bronchoskopie und neue Berufsperspektiven

Foto: MedMedia Verlag und Mediaservice GmbH/Sophie Niedenzu

Bei der nextdoc MedKarriere stellten sich neben Kliniken aus dem In- und Ausland auch Rehabilitationszentren und sozialmedizinische Einrichtungen wie die Suchthilfe Wien als mögliche Arbeitgeber vor. Medizinische Fachgesellschaften, rechtliche und finanzielle Beratungen sowie Tipps und Tricks für die richtige Bewerbung rundeten das Programm der kostenlosen Veranstaltung ab.

Redaktion: Sophie Niedenzu

Das Wunschfach finden

„Nichts für schwache Nerven“ steht auf dem Plakat der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesiologie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI). Die Fachgesellschaft ist eine von vielen Ausstellern, die bei der nextdoc MedKarriere in Wien den interessierten angehenden Ärzten Rede und Antwort gestanden ist. Einmal mehr war der direkte Kontakt von Jungmedizinern mit Kliniken, Arbeitgebern, Fachgesellschaften und Dienstleistern im Fokus der Karrieremesse. Service gepaart mit Unterhaltung bekamen die Besucher beim Stand der Österreichischen Gesellschaft für Pathologie (ÖGPath): Neben einer Kliniken-Liste für Schnuppertage, KPJ-Plätzen oder Famulaturen konnten Gewebs- und Zellproben mikroskopiert und auf Tumorzellen geschossen werden. Beim Stand der österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP) trainierten die Medizinstudierenden den Umgang mit dem Bronchoskop. Sehr praxisnah präsentierte sich auch die Österreichische Gesellschaft für Unfallchirurgie (ÖGU): hier konnten die Besucher Eingriffe an Schulter und Knie simulieren. In den zahlreichen Vorträgen wurden einzelne Fächer von Medizinern vorgestellt und über den ersten Nachtdienst gesprochen.

Die Suche nach dem passenden Arbeitgeber

Was die möglichen Arbeitgeber betrifft, waren einige aus dem In- und Ausland vertreten: Neben dem Klinikum Dornbirn, dem Kepler Universitätsklinikum, der Vinzenz Gruppe und den Kärntner Fondskrankenhäusern (Med-Servicestelle Kärnten) waren auch das Klinikum Passau, die Schön Klinik Roseneck und das Inn-Salzach-Klinikum Freilassing (kbo) vor Ort, um mit dem Nachwuchs über mögliche Karrierewege zu sprechen: Welche Ausbildungsplätze gibt es, wie sieht es mit den Wartezeiten aus, welche Fachärzte sind gefragt? Eine erfolgreiche Karriere beginnt bekanntlich bei der Selektion von passenden Arbeitgebern und einer korrekten Bewerbung: Worauf dieser dann konkret zu achten ist und wie bestehende Lebensläufe verbessert werden können, darüber redete Peter Grill von der Ärztevermittlung in seinem Vortrag.

Karriereoptionen außerhalb der Kliniken präsentierten die ARGE Beste Gesundheit mit ihren Kur- und Rehabilitationszentren, die Justizbetreuungsagentur im Bereich der ärztlichen Versorgung von Insassen, das Land Oberösterreich mit dem Berufsbild des Amtsarztes, die SeneCura Gruppe mit ihren Gesundheits- und Pflegeeinrichtungen sowie die Suchthilfe Wien im sozialmedizinischen Bereich. „Wir erheben den gesamten Betreuungs- und Behandlungsbedarf, also auch psychische und soziale Probleme“, sagte der ärztliche Leiter, Hans Haltmayer. Die interdisziplinäre Teamarbeit prägt daher den Arbeitsalltag. Die Suchthilfe Wien betreibt insgesamt zwei Einrichtungen: Das regionale Kompetenzzentrum betreut alkoholkranke Patienten. Allein im vergangenen Jahr wurden dort insgesamt 2.600 Personen behandelt. Das Ambulatorium Suchthilfe als zweite Säule der Suchthilfe Wien versorgt suchtmittelabhängige Personen. „Als Mediziner tätigen wir dort zum einen Basismedizin, also genauso wie ein Hausarzt. Außerdem führen wir eine Opioid-Substitutionstherapie als Basis für weitere Behandlungsschritte durch und machen unter anderem auch eine serologische Abklärung“, sagte Haltmayer.

Keine Angst vor einer Praxisgründung

Welche rechtlichen Stolpersteine Jungärzte auf dem Weg zum Facharzt bestehen, darüber sprachen Helmut Mojescick von der Wirtschaftskammer Wien und Martin Gratzer von der BKS Bank. Was die finanziellen Fragen von Jungärzten angeht, resümierte Benedikt Hofbaur, der als Land-Hausarzt im Waldviertel tätig ist: „Viele machen sich Sorgen, aber man sollte sich nicht vor der Selbstständigkeit fürchten.“ Gemeinsam mit Sebastian Huter, der in Salzburg Land als Vertretungs-Hausarzt arbeitet, sprach der Allgemeinmediziner bei der Karrieremesse über die zahlreichen  beruflichen Möglichkeiten für Jungärzte. Die Zeichen für die Allgemeinmedizin stünden nämlich nie so gut wie jetzt: neue Kooperationsformen, Job Sharing Modelle und die Möglichkeit, andere Ärzte anzustellen würden die Allgemeinmedizin wieder attraktiver machen.

Das Video von der nextdoc MedKarriere in Wien

(Sophie Niedenzu, 9.11.2018)

 

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