Die Rolle von Frauen in Medien und ein Blick hinter die Kulissen von PULS 4

Das erste Mal seit längerer Zeit verließ das Frauenforum sein Stammquartier im Presseclub Concordia und brach zu einem „Frauenforum Spezial“ ins Media Quarter Marx im 3. Wiener Gemeindebezirk auf. 40 interessierte Netzwerkerinnen nutzen die einmalige Gelegenheit, einen Blick hinter die Kulissen eines Fernsehsenders zu werfen und mit Alexandra Wachter, der Anchor Women der PULS 4 News, über die Rolle von Frauen in den österreichischen Medien zu werfen.
Während des „Get together“ gab die Sendergruppe ProSiebenSat.1/PULS 4 einen Einblick in ihr kommendes Programm. Martina Weissenbök, Key-Account-Managerin der Gruppe, begeisterte die Teilnehmerinnen mit ihrer Präsentation der Portfoliobereiche des Unternehmens. Die riesige Bandbreite von Fernsehsendern, Vermarktungsprojekten und Veranstaltungen, wie das 4Gamechangers Festival, Adressable TV u.v.m., versetzte alle Anwesenden in Erstaunen. Es war zuvor wohl niemandem bewusst, was alles hinter einem Fernsehsender stecken kann. Überraschend war auch die Tatsache, dass ProSiebenSat.1/PULS 4 die ORF-Gruppe beim Marktanteil überholt hat.

Die in Tirol geborene Journalistin und Moderatorin Alexandra Wachter ist seit 2015 bei PULS 4 tätig. Gesellschaftspolitische Themen liegen ihr seit Jahren am Herzen. Als stellvertretende Vorsitzende des „Frauennetzwerks Medien“ kam somit das Impulsreferat über die Rolle von Frauen in österreichischen Medien von einer absoluten Expertin zu diesem Themenkreis. Ihr Vortrag beleuchtete rund um eine rezente Studie von Mag. Maria Pernegger von media affairs die Fakten zum Umgang der Medien mit Frauen sowie ihre persönlichen Erfahrungen und Erlebnisse als Journalistin und Moderatorin.
Frauen haben in den Medien eine wesentlich geringere Präsenz als Männer. Etwa 70% der Bildpräsenz entfallen auf Männer, 30% auf Frauen. Im Jahr 2016 lag der Frauenanteil bei der Bildpräsenz in den Mainstream-Medien bei 29%, 2015 bei 32%.*

 

Bildpräsenz in Tageszeitungen: Männer vs. Frauen 2017

 

 

 

Abgesehen von der geringeren Präsenz sind Frauen auch meist nur in Bereichen verstärkt präsent, in denen Themen wie Mode oder die Rolle der Partnerin und Ehefrau in den Vordergrund gestellt werden. Bereiche, in denen es um Einfluss, Macht und Geld geht, sind hingegen wesentlich häufiger von Männern besetzt.

Sehr interessant ist auch die Analyse unterschiedlicher Printmedien. Grundsätzlich sind in Boulevardmedien wesentlich mehr Bilder abgedruckt als in Qualitätsmedien. Dennoch herrscht in allen Medien ein starker Männerüberhang, und gerade bei den Qualitätsmedien sind im Schnitt weniger als 3 von 10 abgebildeten Personen Frauen.

Diese Daten decken sich mit den Erlebnissen und Erfahrungen, die Alexandra Wachter im Laufe ihrer Karriere selbst gemacht hat. Und sie zeigen, dass wir in diesem Bereich von Gleichberechtigung noch meilenweit entfernt sind.

Danke an Alexandra Wachter und die Sendergruppe ProSiebenSat.1/PULS 4 für diesen außergewöhnlichen und spannenden Abend!

Bildpräsenz: Frauenanteil in ­ausgewählten Medien

 

Kategorien und wer sie besetzt: Sichtbarkeit von Frauen und ­Männern nach Themenbereichen

* Quelle: Daten und Abbildungen: media affairs – frauen, politik, medien, Jahresstudie 2017

AutorIn: Eva Pernek

Geschäftsführung MEDahead


PA 04|2018

Herausgeber: Mag. Wolfgang Maierhofer
Publikationsdatum: 2018-12-20