Flexible Sekundärverpackung für stabile Versorgung

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Lieferengpässe bei Arzneimitteln sind in Österreich und Europa längst Teil des Versorgungsalltags. Während Politik und Regulierung an Rahmenbedingungen arbeiten, entscheidet sich die tatsächliche Lieferfähigkeit vielfach in der Produktionsrealität. Insbesondere die pharmazeutische Sekundärverpackung bildet die operative Schnittstelle zwischen Herstellung, Serialisierung, Marktzugang und Arzneimittelversorgung.
Pharmazeutische Produktion ist häufig auf große Volumina und durchgängige Linien ausgelegt. Werden jedoch kleinere Chargen benötigt, unterschiedliche Formate verarbeitet oder treten Bedarfsschwankungen auf, steigen Rüstaufwand und Prozesskomplexität. Damit rückt die Auslegung der Produktionsanlagen in den Mittelpunkt.

Complex Pharmaceuticals baut in Traiskirchen bei Wien ein hochmodernes Produktionswerk. Ab Ende 2026 werden hier Arzneimittel sekundär verpackt und hergestellt. © Propel Industrial

Das 2024 gegründete Unternehmen Complex Pharmaceuticals setzt hier auf eine konsequent digitalisierte Struktur. Am Standort Traiskirchen werden 6 teil- bis vollautomatisierte Verpackungslinien konzipiert, die je nach Linie mit 100–200 Packungen pro Minute verschiedenste Primärpackmittel wie Vials, Ampullen, Pens oder Infusionsbags verarbeiten können. Bereits bei der Planung wurden Material- und Prozessfluss sowie der digitale Datenfluss gemeinsam berücksichtigt.


„Wir bauen Strukturen, die nicht auf maximale Stückzahlen, sondern auf Flexibilität ausgelegt sind“, sagt Christoph Reinwald, General Manager von Complex Pharmaceuticals, der langjährige Erfahrung in Entwicklung, Herstellung und Qualitätssicherung mitbringt. Entscheidend ist, dass Datenfluss, Automatisierung und Formatwechsel von Beginn an integriert gedacht werden.“

Kernstück ist ein zentrales SCADA-System, das nahtlos an das ERP angebunden ist und sämtliche Prozess-, Druck-, Kamera- und Kontrollsysteme integriert. Die gesamten Chargendaten von Artikelstammdaten bis zu Serialisierungscodes werden zentral vorbereitet und freigegeben. An den Linien selbst erfolgt keine manuelle Dateneingabe mehr. Damit wird eine durchgängige Datenintegrität gemäß GMP-Anforderungen gewährleistet. Die als Multiformatanlagen konzipierten Linien ermöglichen großteils werkzeugfreie, automatisierungsunterstützte Formatwechsel. Auch bei kleinen Chargengrößen können so Umrüstungen strukturiert durchgeführt werden. Die vollständig validierte Anlage erfasst automatisch OEE-Kennzahlen und generiert eine lückenlose Batch-Dokumentation. Serialisierungsdaten werden vollautomatisch gedruckt, erfasst, geprüft und an nationale sowie europäische Datenbanken übermittelt.

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