THINKahead: Innovationen unter Druck

Die MEDahead Fortbildungsreihe „THINK­ahead with MEDahead“ hat sich längst als Pflichttermin für Expert:innen und Entscheidungsträger:innen im Pharma­marketing etabliert. Mit spannenden Themen und hochkarätigen Vortragenden ­bietet sie regelmäßig Raum für Austausch, neue ­Perspektiven und praxisnahe Impulse. Die Themen stoßen auf großes Interesse und auch bei der letzten THINKahead-­Ver­anstaltung im Oktober 2025 war das Feedback der Teilnehmenden erneut sehr positiv.

Spannungsfeld Innovation – ­Marktzugang – Versorgungspraxis

Am 14. Oktober 2025 widmete sich die Veranstaltung der Frage, warum bahnbrechende Therapien scheitern können und wie sich das vermeiden lässt. Unter der Moderation von Eva Pernek, Geschäftsführerin von ­MEDahead, gab Dr. Wolfgang Tüchler, Geschäftsführer der Firma Axxess Healthcare Consulting GmbH, detaillierte Einblicke in die Herausforderungen an der Schnittstelle zwischen Innovation, Marktzugang und Versorgungspraxis.

Die zentrale Botschaft: Selbst bei erfolgreicher Zulassung und Erstattung ist der Erfolg neuer Therapien nicht garantiert, wenn die Strukturen und Ressourcen im Gesundheitssystem nicht mitgedacht werden. Mit dem Konzept „Therapy Access“ präsentierte Tüchler einen Ansatz, der über den klassischen Market Access hinausgeht. Dieser bezieht alle relevanten Akteure – von Ärzt:innen bis zu Kostenträgern – mit ein und analysiert Prozesse und Ressourcenbedarf mithilfe von Wertstromanalysen und Prozesskostenrechnung, um Therapien effizient zu integrieren. Dabei wird ein strukturierter Ansatz für den Launch komplexer Therapien verfolgt: Von der Analyse der Versorgungssituation durch Desk Research, Marktforschung, strukturierte Interviews und Advisory Boards über die Definition klarer Behandlungspfade, SOPs und Guidelines bis hin zur Quantifizierung mittels Wertstrom- und Prozesskostenanalysen. Dieser systematische Dreischritt verdeutlichte, wie wichtig ein methodisches und ganzheitliches Vorgehen für eine nachhaltige Implementierung innovativer Therapien ist.

Anhand praxisnaher Beispiele – aus der Onkologie und der Alzheimer-Therapie – wurde im Rahmen der Veranstaltung aufgezeigt, dass medizinische Innovationen nur dann ihr Potenzial entfalten können, wenn sie auch organisatorisch und wirtschaftlich tragfähig eingebettet sind.

Fazit: „Therapy Access ist mehr als Market Access!“

Nur durch das Zusammenspiel von Innova­tion, Ökonomie und Praxis kann nachhalti­ger Therapieerfolg entstehen.