Symbolbild © Ecpomedia Seit Mitte Juli ist die Abnehmpille von Novo Nordisk in der EU zugelassen, der Österreich-Launch steht noch bevor. Der Hersteller informierte am Donnerstag in Wien zu aktuellen Plänen.
Eine Gewichtsabnahme von durchschnittlich 21 Prozent überwiegend durch den Abbau von Fettmasse erreichen Übergewichtige und Adipöse, wenn sie zwölf bis 18 Monate lang das Medikament Wegovy mit dem Wirkstoff Semaglutid zu sich nehmen. Das war in der EU bis Mitte Juli nur über Injektionen möglich. Seither ist auch die Semaglutid-Pille von Novo Nordisk Pharma zur Therapie von Übergewicht mit Begleiterkrankungen und Adipositas zugelassen, wobei die Behandlung von einer kilokalorienreduzierten Diät und einer erhöhten körperlichen Aktivität begleitet werden soll. Der Österreich-Launch steht noch bevor, wann es die Pille hierzulande auf den Markt kommt, weiß man bei Novo Nordisk nicht, man sei aber zuversichtlich, dass dies bald der Fall sein wird. „Die Erweiterung des Semaglutid-Portfolios um die Wegovy-Pille ermöglich nun, die Gabe des Wirkstoffs an die individuellen Bedürfnisse von Patient:innen und an den bestmöglichen Behandlungsverlauf anzupassen“, sagt die Internistin, Endokrinologin und Stoffwechselexpertin Yvonne Winhofer-Stöckl.
Seitens des Herstellers wird die hohe Sicherheit des ersten und einzigen GLP-1 Rezeptor Agonisten, der in der EU zugelassen ist, betont. Er sei zu 94 Prozent homolog zu humanem GLP-1 und daher auch schon für Kinder und Jugendliche ab zwölf Jahren zugelassen. Studien über die Anwendung bei Kindern ab sechs Jahren seien im Laufen. „Das Besondere an Semaglutid, für das es 217 Anläufe bis zum Durchbruch brauchte, sind die breiten Einsatzmöglichkeiten, sagt Andreas Rothensteiner, Medizinischer Direktor von Novo Nordisk Österreich.
Abgesehen von den Therapieerfolgen bei Fettleibigkeit und Diabetes hätten sich auch bei anderen Krankheiten und Gesundheitsproblemen Effekte gezeigt. So habe man herausgefunden, dass durch die Zufuhr von Semaglutid das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen um 20 Prozent sinkt. Außerdem wirkt die Substanz laut Winhofer-Stöckl gegen die nicht-alkoholische Fettleber, helfe beim polyendokrinen metabolischen Ovarialsyndromn (PMOS), bei Wechseljahresbeschwerden, unerfülltem Kinderwunsch und bei problematischem Alkoholkonsum. (sst)