© Africa Studio – stock.adobe.com Obwohl die Zahl der Betroffenen steigt, ist dank individueller Therapien heute meist eine vollständige Asthmakontrolle möglich, betont die Gesellschaft für Pneumologie anlässlich des heutigen Welt-Asthma-Tags.
In Österreich leiden knapp 5 Prozent der Erwachsenen und 10 Prozent der Kinder an Asthma bronchiale – Tendenz steigend. Bei typischen Beschwerden müsse möglichst rasch die Diagnosekette eingeleitet werden, betont Felix Wantke, Leiter der Expert:innengruppe Allergie & Asthma der Österreichischen Gesellschaft für Pneumologie (ÖGP). „Besonders wichtig ist, bereits bei Kindern darauf zu achten“, so der Lungenspezialist. „Frühzeitige Diagnose und rascher Therapiebeginn sind nicht nur für den aktuellen Gesundheitszustand der Kleinen wichtig, sondern auch für die weitere Entwicklung der Lunge und damit für die Lungengesundheit im Erwachsenenalter.“
Das Ziel der modernen Asthmatherapie ist die vollständige Asthmakontrolle – also Beschwerdefreiheit, Anfallsfreiheit und uneingeschränkte Lebensqualität. „Genau das ist heute für die meisten Patientinnen und Patienten erreichbar“, betont Wantke, Leiter des Floridsdorfer Allergiezentrums in Wien. Seit einigen Jahren stehen personalisierte Therapien für alle Asthmaformen zur Verfügung.
Die Basis jeder Asthmabehandlung ist die Inhalationstherapie. Moderne Konzepte kombinieren ein entzündungshemmendes mit einem bronchienerweiternden Medikament – idealerweise in einem einzigen Inhalator, der regelmäßig und bei Bedarf verwendet wird. Für viele Betroffene stellt die richtige Inhalationstechnik jedoch eine Herausforderung dar. Daher sollte das korrekte Inhalieren regelmäßig geübt und kontrolliert werden, erklärt Wantke. „Eine wertvolle Unterstützung sind Vorschaltkammern, die das Inhalieren deutlich erleichtern und somit die Wirksamkeit verbessern.“ Auf der Website der ÖGP finden sich Video-Anleitungen zur richtigen Inhalation für alle gebräuchlichen Asthma-Sprays.
Bei allergischem Asthma ist die spezifische Immuntherapie (Desensibilisierung) ein wichtiger Bestandteil der Behandlung, für Patient:innen mit schwerem Asthma stehen heute fünf hochwirksame Biologika zur Verfügung (anti-IgE, anti-IL5/IL5R, anti-IL4/13 und anti-TSLP). „Diese modernen Therapien zeichnen sich durch sehr gute Wirksamkeit und hohe Verträglichkeit aus. Damit gibt es heute für jeden der verschiedenen Asthmatypen eine maßgeschneiderte Therapie“, so Wantke. Das Schlucken von Kortison-Tabletten sollte aufgrund möglicher Nebenwirkungen möglichst vermieden werden. Auch Impfungen tragen zur Asthmakontrolle bei, da sie helfen, plötzliche Verschlechterungen (Exazerbationen) zu verhindern, betont der Experte. (tab)